Die Schweizerin Salomè auf dem Bauernhof Bloischdorf (Quelle:rbb/Iris Wussmann)
Bild: rbb/Iris Wussmann

ein weltweites Öko-Projekt findet immer mehr Anhänger - Adé stickiges Büro - Hallo Landleben!

Mal aussteigen, raus aus dem Büro mit Termindruck und Stress - und raus auf's Land! Arbeiten auf dem Bauernhof, ohne Lohn, nur für Kost und Logis! Genau das bietet ein weltweites Projekt bei dem Besitzer von ökologischen Höfen Aussteiger auf Zeit einladen. Zum Beispiel nach Bloischdorf bei Spremberg (Spree-Neiße). Von Iris Wussmann

Ein typischer Lausitzer Dreiseitenhof in Bloischdorf. Ein Dorf, eher ein Dörfchen mit noch nicht einmal 150 Einwohnern im Spree-Neiße-Kreis. Barbara Matthias betreibt den kleinen Hof mit viel Liebe und in einer Art, fernab städtischer Hektik. Die Bäuerin mag's ursprünglich, in der gemütlichen Weinlaube ein Tonkrug mit frischem Wasser. Dazu ein Schälchen mit frischen Erdbeeren. Die hat heute morgen Salome gepflückt. Die Schweizerin ist gelernte Gärtnerin, zuletzt hat sie allerdings Kinder betreut, jetzt ist sie die aktuelle Wwooferin auf dem Bloischdorfer Hof.

Das Prinzip "WWOOF" (Quelle: Flyer WWOOF)
Bild: wwoof

Ein Öko-Projekt boomt

Wwoofen, dieser Begriff beschreibt in kurzer Verbform das Projekt dahinter: "World wide opportunities on organic farms". Über 400 Höfe in Deutschland beteiligen sich bereits daran. Allein im beschaulichen Bloischdorf waren in den letzten fünf Jahren bereits über 70 Leute aus aller Welt. Im Moment ist die 46jährige Salomè aus der Schweiz in Bloischdorf. Eine von vielen Stationen, sie wwoofte bereits durch Italien und immer wieder durch Deutschland. Was sie umtreibt? Endlich wieder draußen arbeiten, Tapetenwechsel, Ideen sammeln, erklärt sie. Auf kleinen Höfen ist die Abwechslung einfach größer, überall ist etwas zu tun.  

Salomè (r.) aus der Schweiz in Bloischdorf (Quelle: rbb/Iris Wussmann)
Bild: rbb/Iris Wussmann

Der "wilde Osten" ein Abenteuer?

Auf ihrer Reise durch Deutschland erntet die Schweizerin immer wieder Verwunderung wenn sie sagt, sie will auf einen Hof im Osten, in der Nähe von Cottbus. Der Kommentar dazu in Oberschwaben: "... was willst du denn in Cottbus, im wilden Osten?..." Salomé lacht solche Bedenken einfach weg.

Für Hofbesitzerin Barbara Matthias ist die Schweizerin ein Glücksfall, zwischen beiden stimmt die Chemie. Denn Nachdenken über das, was wirklich wichtig ist im Leben und auch so handeln gehören auf dem Selbstversorgerhof dazu. Und die Motive für ihre Gäste sind ganz unterschiedlich, erzählt sie. Manche wollen einfach nur weg vom ewigen Geld-verdienen-müssen und lieber etwas tun für Kost und Logis. Und die, die bisher in Bloischdorf waren,  haben die Ziegen, Hühner und Kaninchen gefüttert, Unkraut gezupft, mit Mary, dem Hofhund, getobt, das einfache Leben genossen. Und dafür gibt es eine einfache Regel, es wird gegessen, was auf den Tisch kommt.


Ein paar Tage, Wochen oder Monate in der selbstgewählten Abgeschiedenheit des kleinen Dorfes. Jeder Wwoofer bringt seine Ansichten, ein Stück von der Welt da draußen mit an den großen Tisch von Barbara Matthias . So ist es für beide Seiten eine Bereicherung.

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