Anfllug auf Flugplatz Drewitz (Quelle: Flugplatz Drewitz)
Audio: Antenne Brandenburg | 12.02.2018 | Bild: Flugplatz Drewitz

Flugplatz Drewitz hat neuen Eigentümer - Ready for take-off?

Zu DDR-Zeiten Militärflughafen der NVA, nach den MIG's kommen nach der Wende zivile Maschinen, Sport- Hobby- und Charterflüge. Das Gelände wird von fünf kommunalen Gesellschaftern betrieben. Darunter der Landkreis Spree-Neiße und die Stadt Guben. Ein Zuschussgeschäft, die Gesellschafter wollen verkaufen, ein steiniger Weg. Von Thomas Krüger

Die Geschichte beginnt in den 90er Jahren. Der Flugplatz wird aus dem Militärdienst entlassen. Jetzt soll er zivil genutzt werden. Im Laufe der Jahre siedeln sich auf dem Gelände eine Flugschule und viele Hobby- und Sportflieger an. Schnell reisende Geschäftsleute entdecken Drewitz für sich, auch Energie Cottbus zu Zeiten der Zugehörigkeit in der 1. Bundesliga startet gelegentlich von hier zum nächsten Gegener.

Dennoch - der Flugplatz Drewitz ist zum Überleben auf die Zuschüsse der Gesellschafter angewiesen. Ein Schicksal, dass der Airport mit den meisten anderen Flugplätzen dieser Art in Deutschland teilt. Ein privater Investor für Drewitz wird gesucht.

Tower und Empfangsgebäude Flugplatz Drewitz (Quelle: Flugplatz Drewitz)
Bild: Flugplatz Drewitz

Verkauf mit Bruchlandung

Nach kaum noch zählbaren Versuchen, den Flugplatz zu verkaufen, gelingt es schließlich 2014 das Areal zu veräußern. Neuer Besitzer wird die Flacks-Group. Dahinter verbirgt sich ein international agierendes Unternehmen. Das will in Drewitz einen Reparatur- und Wartungsstützpunkt für Transport- und Passagiermaschinen errichten. Dazu kommt es allerdings nie. Die Flacks-Group meldet ein reichlic hes Jahr nach dem Kauf Insolvenz an. Für Drfewitz beginnt die Suche nach einem neuen Investor von vorn.

Der Neustart

Insolvenzverwalter Udo Feser hat mit Altlasten und Neustart zu tun. Die Flacks-Group hat nach Angaben Fesers Geld aus dem Drewitz-Unternehmen gezogen, um welche Summe es sich dabei handelt und wohin es verschwunden ist, will der Anwalt nicht sagen. Nur soviel, er werde juristisch prüfen, ob er Schadenersatzansprüche gegenüber Flacks einklagen kann. Schwierig dürfte das allemal werden, so Feser, denn Flacks hat seinen Firmensitz in den USA.

Die KSW II Entwicklungs GmbH mit Sitz in Zossen ist jetzt neuer Besitzer des Flugplatzes. Im Vorfeld mussten Flurstücke des Geländes neu vermessen werden. Die Eintragungen im Grundbuch waren fehlerhaft, so Feser. Die Angebote der anderen vier Kaufinteressenten mussten geprüft werden. Das alles habe den Prozess in die Länge gezogen.

Die Neubesitzer wollen in Drewitz den Flugbetrieb weiterführen. An einem Simulator können Piloten ausgebildet werden. Vor allem aber sollen Flugzeuge und Hubschrauber instandgesetzt werden. Alte Maschinen sollen "ausgeschlachtet" und die Ersatzteile verkauft werden. Die marode Start- und Landebahn werde mit Investitionen im einstelligen Millionen-Bereich wieder repariert. Zur Zeit ist die Bahn gesperrt. Kleine Maschinen starten und landen auf einer benachbarten Graspiste.

Der Tower, die Flugtechnik, das Empfangsgebäude - alles soll auf Vordermann gebracht werden. Wie lange das dauern wird, darüber gibt es zur Zeit keine Informationen.

 

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