Projektgruppe am Steenbeck-Gymnasium Cottbus (Quelle:rbb/Thomas Krüger)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.02.2018 | Bild: rbb/Thomas Krüger

Gymnasiasten erforschen Pionierhaus-Geschichte - Pionier sein - wie war das damals?

Jeder DDR-Schüler war vor der FDJ-Mitgliedschaft in der Pionierorganisation. Wirklich jeder? Wieviel Spaß war dabei, wieviel Pflicht? Was gehörte zum Pionierleben? Schüler vom Cottbuser Max-Steenbeck-Gymnasium haben all diese Fragen und noch viel mehr. Sie erforschen die Geschichte des Cottbuser Pionierhauses.

Anton Franke (li.) und Lorenz Lenk vom Steenbeck-Gymnasium (Quelle:rbb/Thomas Krüger)
Bild: rbb/Thomas Krüger

Anton Franke und Lorenz Lenk sind Schüler der 10. Klasse am Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus. Der eine ist 15, der andere 16. Seit September 2017 wollen sie gemeinsam mit den anderen in ihrer Projektgruppe wissen, was ist unterm Dach des früheren Pionierhauses passiert. Sie haben mit Zeitzeugen gesprochen, mit denen, die damals in der DDR Pioniere waren.

Eine Erkenntnis, viele waren in der Jugendorganisation, weil das so üblich war. Wer nicht mitmachte, musste Nachteile befürchten. Aber das Tragen des blauen Halstuches, das weiße Hemd mit dem Enblem der Pionierorganisation am Ärmel, hat auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugt, stellen Anton und Lorenz fest.

Heute Familienhaus - früher Pionierhaus (Quelle: rbb/Thomas Krüger)
Bild: rbb/Thomas Krüger

Erstaunliche Parallelen

Die Zehntklässler bleiben bei ihren Recherchen nicht in der DDR-Zeit stehen. Sie finden Parallen zur Zeit des Nationalsozialismus. Beispielsweise was Rituale angeht und Einheitskleidung.

Sie suchen auch Antworten auf die Frage, war die DDR-Pionierorganisation dazu da, sozialistische Persönlichkeiten zu entwickeln und wie hat sie das gemacht? Mit Zeitzeugen haben die Gymnasiasten gesprochen, historische Dokumente gesichtet, in Archiven recherchiert.

Die Ergebnisse ihrer Arbeit wollen die jungen Leute Ende Juni bei einem inszenierten Pioniernachmittag im Pionierhaus am Spreeufer, heute ist es Familienhaus, vorstellen. Dabei wollen sie selbst Pionierkleidung tragen und hoffen auf viele Gäste. Mit denen wollen sie dann über dieses Kapitel der DDR-Geschichte reden.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Jungs macht weiter so. Prima!
    Ich war auch Pionier und fühlte mich nicht gezwungen. In der 7. Klasse wurde ich in den Freundschaftsrat gewählt und konnte Einfluss auf die Pionierarbeit der Schulorganisation nehmen. In Erinnerung ist mir noch eine 14-tägige Fahrt in die Sächsische Schweiz mit dem Lehrer Herrn Hering, die in den Sommerferien stattfand. In unserer Schule gab es auch die örtlichen Ferienspiele in den Sommerferien, wo man freiwillig teilnehmen konnte. Kosten mit Mittagessen pro Tag 0,50 Mark. An Politunterricht kann ich mich nicht erinnern. Ja man könnte darunter eine Fahrt ins KZ Lichtenburg und Treffen mit Widerstandskämpfern gegen Nazis verstehen. Einfluss auf mein Leben hat die Pionierorganisation genommen. Ich bin gegen Faschisten, Nazis und Kriege.

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