Lausitzer Karneval in Cottbus am 11.02.2018. (Quelle: imago/Rainer Weisflog)
Video: Brandenburg aktuell | 11.02.2018 | Rico Herkner | Bild: imago/Rainer Weisflog

Karneval in der Lausitz - Tausende Narren zogen durch Cottbus

In Cottbus haben am Sonntag zehntausende Menschen den größten Karnevalsumzug im Osten Deutschlands bejubelt. Der Zug verlief ohne größere Störungen - am Rande der Veranstaltung stoppte die Polizei vier mutmaßliche Rechtsextremisten in Verkleidungen.

Die Cottbuser und ihre karnevalsfrohen Gäste haben am Sonntag ordentlich gefeiert. Am "Zug der fröhlichen Leute" beteiligten sich etwa 3.500 Karnevalisten - bejubelt von zehntausenden Besuchern. Wie der veranstaltende Karnevalsverein mitteilte, wurden die Straßen von ingesamt rund 80.000 Schaulustigen gesäumt. "Es stehen unwahrscheinlich viele Menschen hier", sagte der Präsident des Karnevalsvereins, Matthias Schulze.

Pünktlich um 13.11 Uhr setzte sich der Zug im Stadtteil Sandow in Bewegung. Von dort führte die Route quer durch die Stadt. Im Zug waren mehr als 80 geschmückte LKW, Traktoren oder Pferdekutschen. Hinzu kamen etwa zehn Spielmannszüge und Kapellen aus der Region.

Karnevalsumzug "Zug der fröhlichen Leute" (Quelle: dpa / Bernd Settnik)
Bild: dpa-Zentralbild

Straßensperrungen und zusätzliche Polizisten

Dabei war der Großteil der Cottbuser Innenstadt am Sonntag zur Sperrzone erklärt worden: Von der Franz-Mehring Straße, über die Straße der Jugend, die Bahnhofstraße und die Schillerstraße durften bis in den späten Nachmittag hinein nur Karnevalisten unterwegs sein.

Der Zug fand erneut unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Spezielle Absperrungen sollten Anschläge mit Autos wie in Nizza oder Berlin verhindern, Glasflaschen und große Taschen waren verboten. Außerdem war die Polizei mit drei zusätzlichen mobilen Wachen vor Ort: vor dem Blechen-Carreé, an der Kreuzung Bahnhofstraße/Franz-Mehring-Straße und am Viehmarkt.  

Größter Karnevalsumzug Ostdeutschlands

Der "Zug der fröhlichen Leute" durch Cottbus ist der größte Karnevalsumzug in Ostdeutschland. Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen in den vergangenen Wochen wollten die Veranstalter in diesem Jahr ein besonders positives Zeichen setzen. Am vergangenen Wochenende hatten Menschen in der Stadt für und gegen Zuwanderung demonstriert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Dienstgebäude der Polizei Regionaldirektion Süd in Cottbus (Quelle: imago/Rainer Weisflog)
Bild: imago/Rainer Weisflog

Platzverweise gegen vier mutmaßliche Rechtsextremisten

Ernsthafte Zwischenfälle wurden für das Karnevalswochenende aber nicht befürchtet. Der Cottbuser Ordnungsdezernent Thomas Bergner sagte dem rbb nach der Lagebesprechung mit Vertretern der Polizei, es gebe "keine erhöhte Bedrohungs- oder Gefahrensituation" für die Stadt. "Wir sind vorbereitet, was Ordnungskräfte und Begleitung des Zuges betrifft, aber auch was die Sperrung von Zugangswegen zum Zug angeht", so Bergner.

So blieb es bei vier Platzverweisen gegen mutmaßliche Rechtsextremisten. Die 19- bis 33-Jährigen hätten sich, verkleidet mit Esels- und Schafsmasken, unter die Besucher
gemischt und Plakate bei sich getragen, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntagnachmittag. Der Inhalt dieser Plakate habe die Grenze von politischer Satire überschritten. Den Angaben zufolge stammten die Männer nicht aus Cottbus, sondern aus der umliegenden Region.

Der Zug ließ sich auch von zu Hause verfolgen

Der rbb war mit zahlreichen bekannten Gesichern dabei. Live aus dem Zug berichteten Janna Falkenstein und Christian Matthèe. Jana Gebauer begleitet die Festlichkeiten auf Facebook. Kommentiert wurde der Zug im Fernsehen wieder von Andreas Rausch aus dem rbb-Studio Cottbus sowie von Klaus Schumann, dem Experten des Lausitzer Karneval-Verbandes.  

Sendung: rbb Fernsehen, 11.02.2018, 14.00 Uhr

Mit Informationen von Sebastian Schiller

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Einfach Armlänge einhalten, dann passiert auch nichts.

  2. 4.

    Schöne Veranstaltung ohne Vorkommnisse.
    Mit was hat man da gerechnet?
    Aufgefallen ist allerdings, dass bei fast 70 Wagen diesmal sich nur 5 Wagen an minimale Kommunalpolitische Themen gewagt haben.
    Da kann man sich so seine eigenen Gedanken machen...

  3. 3.

    Ich vermisse auf dem "Aufmarschplan" die Sicherheitsariale für Mädchen und Frauen.
    Kann man den Aussagen der Polizei "Keine erhöhte Bedrohungsituation" trauen?
    Wenn es aber doch zu Übergriffe kommt, wohin kann man sich dann wenden?

  4. 2.

    Zitat: "Aus Sicherheitsgründen durften sie aber keine großen Taschen mitbringen."

    ... etwa um nicht Kiloweise Bonbons einzusammeln, die von den Wagen geworfen werden? ;-)

  5. 1.

    Hallo ich habe heute vor 41 Lahren meine liebe Frau in Cottbus geratet,ich bin Cottbuser,meine liebe Frau ist leider 2010verststorben,ich komme wieder nach Hause.L.G. Naschke

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