Mann beim Toepfern (Quelle: rbb/Daniel Jorewitz)
Audio: Antenne Brandenburg | 09.03.3018 |Daniel Jorewitz | Bild: (Quelle: rbb/Daniel Jorewitz)

Töpfereien laden ein - Wie aus einem Tonklumpen Meisterwerke werden

Er ist eine Größe im März: Der Tag der offenen Töpfereien. Deutschlandweit laden Werkstätten zum Staunen, Kaufen und Ausprobieren ein. Genau das hat Daniel Jorewitz in Limberg bei Cottbus gemacht und sich an die Töpferscheibe gesetzt.  

In der Töpferwerkstatt von Birgit Werner sind die Regale proppevoll mit Keramik: Tassen, Teller, Krüge, Zwiebeltöpfe, Vasen...jede Menge Anregung für mich, ich versuche mich dann aber lieber doch erst einmal an einer Schüssel für meine Cornflakes.

Mit einem lauten Platsch landet der Tonklumpen auf der Töpferscheibe. Jetzt kann es losgehen! Aber wie? Hoffungsvoller Blick zur Töpfermeisterin - die mir erstmal die Richtung gibt: "Man kann sich nicht so einfach ransetzen und dann geht's los. Man muss schon jemanden haben, der das zeigt. Es sind ganz bestimmt Handgriffe, wie beim Klavierspielen".  

Toepferin Birgit Werner mit Drachen (Quelle: rbb/Daniel Jorewitz)
| Bild: (Quelle: rbb/Daniel Jorewitz)

Eine knifflige Sache

Birgit Werner ist seit knapp 45 Jahren leidenschaftliche Töpferin.

Ich bin froh, dass ich also einen absoluten Profi an meiner Seite habe und greife beherzt zum Ton. Zuerst muss der Klumpen zentriert werden. Klingt kompliziert, bedeutet aber nur, dass er in der Mitte der Töpferscheibe liegen muss. 

Und dann wird's knifflig: Die Scheibe dreht sich, ich muss von innen meinen Schüsselrand formen und von außen mit der Drehschiene drücken. Ein paarmal sieht das Gebilde das da entsteht wie ein Riesen-Ei aus. Doch dann, oh Wunder (oder vielmehr helfende Hand von Birgit Werner) entsteht da tatsächlich eine Schüssel!

Am liebsten würde ich die gleich mitnehmen.

Getoepferte Drachen mit Kerzenlicht (Quelle: rbb/Daniel Jorewitz)
Bild: (Quelle: rbb/Daniel Jorewitz)

Zum Brennen in den Ofen

Geht natürlich nicht. Die Schüssel muss eine Woche trocknen, erklärt die Meisterin. Dann geht es ab in den Ofen. Bei 960 Grad wird mein "Erstlingswerk" gebrannt, muss danach zwei Tage lang abkühlen. 

Anschließend kommt die Glasur und dann geht es noch einmal in den Ofen, diesmal bei 1130 Grad.

All diese Arbeitsschritte können sich Besucher am Samstag hier ansehen und sich selbst versuchen. Macht Spaß, kann ich versprechen! Für Kinder hat sich Birgit Werner etwas ganz spannendes ausgedacht:

Einen Räucherdrachen, durch dessen Nüstern Qualm entweicht!

Zugegeben: Dagegen nimmt sich meine Cornflakes Schüssel etwas poplig aus, aber immerhin habe ich sie dem Tonklumpen abgerungen!  

 

Eine Liste der Töpfereien, die am Wochenende einladen finden sie auf:  Tag der offenen Töpferei

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