Gräbendorfer See
Audio: Antenne Brandenburg | 19.07.2018 | Florian Teichert | Bild: rbb/Florian Teichert

Wochenserie: Camping in Südbrandenburg - Gräbendorfer See - vom Tagebau zum Erholungsort

Der Gräbendorfer See ist ein typischer Lausitzer See. Als Tagebau und Kohlelieferant hatte er eine kurze Geschichte von acht Jahren. 1992 standen die Bagger still, ab 1996 wurde vor allem mit Spreewasser geflutet und seit elf Jahren Campingidylle. Von Florian Teichert

Idylisch wirkt der Campingplatz neben dem Maisfeld und direkt am See. Im Wind wehen die  Brandenburger und die kurfürstlich Sächschische Flagge. Vor dem Imbiss sitzen drei Männer und warten bei einer roten Brause auf ihre Pizza. Mit dem Fahrrad sind sie am Dienstag aus Dresden hergekommen. Arvid Furkert und seine Freunde waren schon paddeln, allerdings nicht hier im Gräbendorfer See. In Raddusch, im Spreewald. Mal ganz klassisch eben, wenn man in dieser Gegend schon mal Urlaub macht, berichtet Furkert. Am Abend dann ist Tretbootfahren auf dem Plan, dann auf dem See.

Imbiss und Terrasse am Gräbendorfer See
Imbiss und Terrasse am Gräbendorfer See | Bild: rbb/Florian Teichert

Gerade am Abreisen ist Sandra Reppe mit ihrer Familie. Die drei aus Rostock haben hier fünf Tage gecampt bevor es jetzt weiter nach Dresden geht. Es ist schön hier, klein und übersichtlich. Für die Kinder ideal, eine Runde mit dem Rad um den See, das macht den See so herrlich unspektakulär.

Aufenthaltsraum und Regenschutz für Camper
Aufenthaltsraum und Regenschutz für Camper | Bild: rbb/Florian Teichert

"Hier kannste einfach mal alt werden..."

Campingplatzbetreiber Uwe Stephan ist ein waschechter Sachse. Deshalb weht auf seinem Platz neben der Brandeburger Flagge eben auch die kursächsische. Vor drei Jahren hat es Stephan hierher verschlagen. Seine Philosophie klingt simpel: Camper, die hierherkommen, sollen ihre Ruhe haben und aus die Maus. Uwe Stephan ist glücklich, wenn es auf seinem Platz nicht so voll ist. Hier kann man nicht reservieren, so will es der Chef. Er liebt das Kommen und Gehen, die sozialen Spontankontakte. "Da kannste einfach auch mal alt werden", begründet Uwe Stephan seine Philosophie.

... und was gibt's heute?
... und was gibt's heute? | Bild: rbb/Florian Teichert

Der See lebt von seiner Ruhe und von seinem Drumherum

Ein Ziegenhof in der Nähe, die berühmten Plinsendörfer, die Calauer Schweiz. Da allerdings hat Uwe Stephan ein breites Grinsen im Gesicht. Er, der Sachse, kann nicht so recht verstehen, wie man in der Calauer Schweiz von Bergen reden könne. Der Spreewald ist geradezu um die Ecke, es gibt Radwege und vor allem viele, die das, was sie Touristen bieten mit viel Leidenschaft und Hingabe machen. "Sensationell" fasst der Sachse diesen Enthusiasmus zusammen.

Das war's dann also an Besonderheiten am Gräbendorfer See? Nicht ganz. Uwe Stephan mag es, wenn Menschen die Wörter "Bitte" und "Danke" verwenden. Beim Bier-Kauf etwa. Andernfalls geht der Kunde auch mal leer aus.

So geht's zu am Gräbendorfer See.

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