Die Rutsche im Freibad Spremberg (Bild: Iris Wußmann/rbb)
Audio: Antenne Brandenburg|02.08.2018|Iris Wußmann | Bild: rbb/Iris Wußmann

Ein Besuch im Freibad - Unterwegs mit Rettungsschwimmern

Durch die Sommerhitze sind die Freibäder voll. Die Bademeister sind komplett ausgelastet - und müssen bei ihren Ansagen auch schonmal drastische Worte finden. Auch ein Hitzschlag sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Von Iris Wußmann

Die Sommerhitze treibt die Menschen in die Freibäder. Das freut die Betreiber, birgt aber auch Gefahren. Schon 19 Menschen sind in den ersten sieben Monaten dieses Jahres beim Baden in Brandenburg umgekommen - schon sieben mehr als im letzten Jahr. Durch den Bade-Boom sind die Bademeister voll gefordert, zum Beispiel in Spremberg (Landkreis Spree-Neiße).

Ein Bademeister im Freibad Spremberg (Bild: Iris Wußmann/rbb)
Bild: rbb/Iris Wußmann

Viele Gäste, viele Unfälle

In den Planschbecken, im Strömungskanal und besonders auf der Rutsche - es ist viel los im Spremberger Freibad. Die Rettungsschwimmer passen auf und zitieren auch schonmal jemanden zu sich auf die Brücke: "Du bist kopfwärts rausgerutscht. Du kannst nicht reagieren. Was passiert? Genickbruch", sagt Bademeister Sasha.

Manchmal muss mit drastischen Wort ermahnt werden. Vom Beckenrand springen oder zu schnell rennen und ausrutschen. Das sind die häufigsten Unfälle, sagt Badleiter Michael Biener. Er macht den Job seit 30 Jahren und hat schon Einiges erlebt.

Das Freibad in Spremberg (Bild: Iris Wußmann/rbb)
Bild: rbb/Iris Wußmann

Zwischen Hitzschlag und Reanimation

Biener musste mit seinem Team insgesamt schon fünf mal Menschen reanimieren. Auch für ihn kein leichter Job. Dabei ist es ihm aber egal, ob im Bad 50 Leute sind oder wie jetzt im Sommer bis zu 1700. Unterstützt wird das Spremberger Team von fünf Leuten von der Wasserwacht.

Zur Zeit kommt außerdem noch eine Menge Arbeit auf den Liegewiesen dazu. "35 bis 39 Grad hatten wir die letzten Tage, dann ist das schon gefährlich", so Biener. "Auch für Erwachsene, die sich dann in der Sonne braun brennen lassen wollen, aber so ein Hitzeschlag ist nicht ohne." Deshalb sei es wichtig sich vor dem Sprung ins Wasser abzukühlen. Die Badegäste wissen das eigentlich auch. Aber manchmal ist man doch leichtsinnig.

In dem Gedränge die Übersicht zu behalten ist nicht so einfach. Aber auch "Gedränge" ist relativ: "Wir sind ja von der Ostsee", sagt ein Besucher. "Da ist es voll. Hier ist es schön!"

 

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