Eigenheim-Baustelle Frauendorf (OSL)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.09.2018 | Sascha Erler | Bild: rbb/Sascha Erler

Landtagskommision berät über Landleben - Frauendorf und Frauendorf - wie lebt sich's auf dem Lande?

Brandenburger werden immer älter und weniger. Eine Kommission des Landtags denkt deshalb über das Leben auf dem flachen Land in den nächsten Jahren nach. Stichproben  in Frauendorf (Oberspreewald-Lausitz) und Frauendorf (Spree-Neiße). Von Sascha Erler

Adresse: Frauendorf, Oberspreewald-Lausitz

Frauendorf hat knapp 700 Einwohner. Entlang der Hauptstraße führt ein frisch gepflasteter Gehweg, vorbei an bunt geschmückten Höfen. In den meisten steht Kinderspielzeug, die Zäune sind maximal brusthoch, die meisten Hoftore stehen offen, hier ist es es einfach, ins Gespräch zu kommen.

Susanne Star ist hier geboren und nach 10 Jahren Leben in Dresden wieder zurückgekommen nach Frauendorf. Hier, so sagt sie, hat ihre Familie alles, was sie braucht: die Kita ist um die Ecke und hat ein tolles Team, man kann hier sein Hobby leben und der Weg zur Arbeit ist machbar.

Ein eigenes Haus zu haben, ist inzwischen ein unschätzbarer Wert in Frauendorf. Denn Bauland ist hier längst Goldstaub. Trotzdem wird überall gebaut. Im Ortskern entstehen gerade vier Mehrfamilienhäuser mit 16 Wohnungen. Bauherrin ist Karolin Reißig. Sie listet sämtliche Berwerber auf, Gespräche will sie erst führen, wenn der Rohbau fertig ist.

Gemeindezentrum Frauendorf (OSL) wird saniert
Gemeindezentrum Frauendorf (OSL) wird saniert | Bild: rbb/Sascha Erler

Sie selbst ist vor 19 jahren aus Sachsen nach Frauendorf gekommen - wegen der idealen Lage. Von hier aus ist man schnell in Dresden, im Spreewald oder in Berlin, beschreibt sie die Vorzüge.

Und zu denen gehört auch eine intakte Infrastruktur: der Dorfkonsum, ein Hofladen, ein Bäcker, eine Kita und unzählige Vereine. Der Ort hat ein Luxusproblem, Baugrundstücke fehlen - ganz bewußt. Frauendorf soll nicht zu schnell wachsen um den dörflichen Charakter nicht zu verlieren.

Adresse: Frauendorf, Spree-Neiße

Der Sekt- und Weinhändler Franz Hirte hat Frauendorf geprägt wie kein anderer. Er hatte es zu Reichtum gebracht und konnte sich ein schmuckes Herrenhaus samt Park leisten. Davon übrig sind viele reich verzierte Backsteingebäude im Ortskern. Ein Teil davon saniert, der größere Teil allerdings verfällt. Sehr zum Ärger von Ortsbürgermeister Hans-Ulrich Jentsch. Der Eigentümer kümmere sich nicht, sagt Jentsch.

Nicht der einzige Schandfleck im Ort. Direkt am Sportplatz, dem der Sportverein mit viel Eigenitiative sogar eine Flutlichtanlage verpassen konnte, stehen verlassene Ställe. Erbengemeinschaft und Altlasten verhindern die Entwicklung. Aber immerhin wird das Bürgerhaus gerade mit EU-Mitteln saniert. Allerdings schon seit einem Jahr. Geplant waren ein paar Monate.

Andreas Kummer (li) und Hans-Ulrich Jentsch aus Frauendorf (SPN)
Andreas Kummer (li) und Hans-Ulrich Jentsch aus Frauendorf (SPN) | Bild: rbb/Sascha Erler

Im Oktober soll die Feuerwehr wieder einziehen. Eine Rentnerweihnachtsfeier ist für Dezember geplant. Überhaupt - feiern können sie, die Frauendorfer: Zampern, Fastnacht, Sport- und Dorffest, Herbstfest. Nahezu jeder Frauendorfer ist mindestens in einem Verein Mitglied.

Frauendorf wächst und wird jünger, freut sich Jentsch. In diesem Jahr sind sechs Kinder des Ortes eingeschult worden. Soviel wie noch nie in einem Jahr.

Und auch hier ist es wie im namensgleichen Ort im Oberspreeewald-Lausitz-Kreis: Bauland wird auch hier wie Bückware unterm Tresen gehandelt.

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