Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Drebkau füllen Säcke
Audio: Antenne Brandenburg | 10.10.2018 | Rico Herkner | Bild: rbb/Rico Herkner

Hochwasserschutzübung an deutsch-polnischer Grenze - Vier Tage Proben für den Ernstfall

Im Moment haben Oder und Neiße eher zu wenig Wasser, von Hochwasser weit und breit keine Spur. Aber beide Flüsse an der deutsch-polnischen Grenze waren genau deswegen schon oft eine große Gefahr.  Um für das nächste Hochwasser besser gerüstet zu sein, üben Deutsche und Polen in Guben und Gubin den Ernstfall. Von Rico Herkner

Um Fluten in Schach zu halten, kommen nach wie vor Sandsäcke zum Einsatz. Die zu füllen, erledigen inzwischen moderne elektronische Anlagen. Getestet werden sie während der viertägigen Übung in der deutsch-polnischen Grenzregion Guben/Gubin. Die neue Technik füllt zweitausend Säcke pro Stunde, doppelt soviel wie das per Hand möglich ist.  

Während der Übung geht es um weit mehr, als um schnelleres Sandsäcke füllen. Vor allem müsse die Abstimmung zwischen Deutschen und Polen im Ernstfall verbessert werden, sagt der Leiter der viertägigen Übung, Olaf Detlefsen vom Landeskommando Brandenburg der Bundeswehr. Im Idealfall kennen sich die Menschen schon die im Ernstfall miteinader arbeiten müssen.

Gefüllte Sandsäcke werden verladen
Gefüllte Sandsäcke werden verladen | Bild: rbb/Rico Herkner

Schon nach wenigen Stunden offenbart die Übung die Probleme. Denn Menschenleben zu retten,  scheitert oft an Grenzvorschriften. Gubins Bürgermeister Bartłomiej Bartczak beklagt den Zustand, dass Krankenwagen nicht auf die jeweils andere Seite der deutsch-polnischen Grenze fahren dürfen.

Ein EU-Projekt zwischen Guben und Gubin soll nun Vorschläge bringen, wie Krankentransporte und grenzüberschreitende Evakuierungen künftig besser laufen können. 

Polnische Einsatzkräfte proben Sandsackabfüllung
Polnische Einsatzkräfte proben Sandsackabfüllung | Bild: rbb/Rico Herkner

Lösungen in Sicht

Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger stellt Lösungen in Aussicht. Er hofft, dass es bei dem Thema noch in diesem Jahr, spätestens Anfang 2019 Fortschritte geben wird. 

Etwa 150 Deutsche und Polen sind an der Hochwasserübung beteiligt. Meist funktioniert die Kommunikation mit Händen und Füßen oder in englischer Sprache. Für Übungsleiter Oaf Detlefsen ist das miteinander reden können sehr wichtig.

Schließlich gehe es darum, dass der Eine genau das versteht, was der Andere gesagt und gemeint hat.

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