Künstler Klaus Timpe mit seinem Bild (Bild: Iris Wussmann/rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 02.10.18 | Iris Wussmann | Bild: rbb/Iris Wussmann

Verbotene Gefängniskunst - Menschenrechtszentrum spürt Künstler auf

Ein unbekannter Künstler nutzte seine Zeit im "Stasi-Knast" um zu zeichnen. Ein "Erzieher" verwahrte die Bilder - obwohl das verboten war. Die Gedenkstätte suchte nach dem Künstler. Nun erhielt er seine Bilder zurück. Von Iris Wussmann

Ein "Erzieher" aus dem Cottbuser Zentralgefängnis hatte konfiszierte Bilder eines Insassen aufgehoben - obwohl das verboten war. Er wollte die Bilder nach der Wende zurückgeben, konnte sich aber nicht mehr an den Häftling erinnern. Der einzige Hinweis auf den Bildern waren die Initialen F.T.

Cottbuser Gedenkstätte half bei der Suche

Um die Bilder zurückgeben zu können wandte sich der ehemalige Mitarbeiter an das Menschenrechtszentrum, das im ehemaligen Stasi-Gefängnis ansässig ist. Dort kümmerte sich Sylvia Wähling um den Fall - und spürte den Künstler auf: Frank Timpe, mittlerweile in Köln lebend.

Wie er selbst sagt, ist er jemand, den nichts so schnell umhaut. Dass aber seine Bilder nicht wie erwartet geschreddert wurden erwischte ihn kalt.

Ausstellungseröffnung in Gedenkstätte

Nachdem Timpe überzeugt werden konnte nach Cottbus zu kommen, entschloss er sich auch mit dem Cottbuser Menschenrechtszentrum zusammen zu arbeiten. So stellt er die Bilder, die er zurückbekam gleich für eine Ausstellung zur Verfügung und veranstaltet einen Workshop mit Schülern. Die Ausstellung eröffnet am 03.10.

Der bewegendste Moment für Timpe ist das Aufeinandertreffen mit dem Erzieher, der seine Bilder aufbewahrt hatte - und so Timpes Rückkehr und die Ausstellung überhaupt ermöglichte.

Einige der Bilder sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Cottbuser Menschenrechtszentrum spürt zeichnenden Häftling auf

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