Mädchen bemalt einen Keramik-Schmetterling
Audio: Antenne Brandenburg | 11.12.2018 | Iris Wußmann | Bild: rbb/Iris Wußmann

Cottbuser Projekt zum Holocaust - Bemalte Schmetterlinge erinnern an Schicksale jüdischer Kinder

Schüler altersgerecht mit der Geschichte des Holocausts vertraut zu machen, darum geht es im Butterfly-Projekt. Die Bewegte Grundschule Cottbus ist die erste in Deutschland, die sich daran beteiligt und kooperiert mit der La Jolla Country Day School in San Diego. Von Iris Wußmann

Die Bewegte Grundschule Cottbus ist die erste Schule in Deutschland, die sich am Butterfly-Projekt beteiligt. Seinen Ursprung  hat es in den USA. Mit jedem bemalten Keramik-Schmetterling soll an eines der 1,5 Millionen im Holocaust ermordeten jüdischen Kinder erinnert werden. 

Die Kinder aus 5. und 6. Klassen sitzen vor schwarz-weiß Fotos. Abgebildet sind ebenfalls Kinder. Dazu gibt es die Lebensläufe, meist in Englisch. Die Texte werden übersetzt und so wird mit jedem Bild ein weiteres Schicksal bekannt.

Eine Schülerin bemalt einen Keramik-Schmetterling
Eine Schülerin bemalt einen Keramik-Schmetterling | Bild: rbb/Iris Wußmann

Hannah wurde mit vier Jahren in Auschwitz ermordet

"In Auschwitz, in der Gaskammer, ich kann mir das nicht vorstellen, mit vier Jahren getötet zu werden, sie wußte noch nicht einmal, dass sie Jüdin war". Niklas und Leni erfahren gerade mehr aus dem Leben dieses jüdischen Kindes. Sie sprechen darüber. Ohne es tatsächlich verstehen zu können.

"Die Menschen sind eben auch manchmal sehr grausam" sagt eine andere Cottbuser Schülerin. "Hitler wollte die Juden vernichten, hat sich eine Religion ausgesucht, die an allem schuld sein musste".

Logo des Butterfly-Projektes
Logo des Butterfly-Projektes | Bild: rbb/Iris Wußmann

Das Butterfly-Projekt

Es stammt aus San Diego in den USA. Dort leben die Nachfahren von Max Schindler. Ein Holocaust-Überlebender. In dem Gebäude der heute Bewegten Grundschule wurde Schindler als Kind von der Gestapo verhaftet. Jetzt sollen über 70 Jahre später an genau diesem Ort bemalte Keramik-Schmetterlinge an das Schicksal jüdischer Kinder erinnern.

Das Projekt gibt es auch in Tansania, Polen, Marokko und Kanada. Im Ausland wird mit großer Aufmerksamkeit registriert, dass jetzt auch eine deutsche Schule mitmacht, erklärt Initiatorin Nicole Nocon.

Im Januar sollen die Schmetterlinge an der Außenfront des Schulgebäudes angebracht werden. Jeder Schmetterling eine Erinnerung an ein jüdisches Kind, das nicht alt werden durfte.

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