Interessierte informieren sich an Ständen (Quelle: rbb/A.Kabisch)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.12.2018 | Anja Kabisch | Bild: rbb/A.Kabisch

Erstmals Rückkehrertag in Guben - Was zählt? Familie und Freunde!

Nichts wie weg hier! Zur Ausbildung, zum Studium oder der Arbeit hinterher. Viele Lausitzer haben in den letzten Jahren der Heimat den Rücken gekehrt. Jetzt werden die Fachkräfte hier dringend gebraucht. Bei Rückkehrertagen wird um sie geworben, erstmals auch in Guben. Von Anja Kabisch

Der Saal der "Alten Färberei" gleich neben dem Rathaus in Guben ist an diesem Donnerstag überschaubar gefüllt. Die rückkehrfreudigen Ex-Gubener strömen nicht gerade in Scharen, doch sie kommen stetig. Die Initiative "Guben tut gut" hat zum ersten Mal zwischen Weihnachten und Silvester einen Informationstag für sie organisiert.

Der Grund liegt auf der Hand: Den Firmen fehlen Fachkräfte, sie werben um Diejenigen, die vor Jahren der Heimat aus verschiedenen Gründen den Rücken gekehrt haben.

Auch Gabriele Scharkowsky vom Gubener Plastinarium sucht neue Mitarbeiter. Für die elf weltweit laufenden Körperwelten-Ausstellungen werden handwerklich versierte Frauen und Männer zum Auf- und Abbau gebraucht. Auch Chemikanten und Präparatoren würde das Unternehmen einstellen.

Gespräche laufen

Doch nicht nur das Plastinarium präsentiert sich an diesem Donnerstag. Auch die Stadt Guben, die Arbeitsagentur und der Marketing- und Tourismusverein, der die Gubener Rückkehrerinitiative ins Leben gerufen hat.

Chefin Kerstin Geilich freut sich, dass sich einige der großen Arbeitgeber wie ein Bäcker, ein Chemieunternehmen und das Krankenhaus beteiligen. Auch kleinere Firmen sind dabei, die Gespräche würden laufen.

Dabei wird es durchaus konkret, zum Beispiel bei  Mandy Weise aus Bremerhaven. Die junge Frau will mit ihrer Familie 2019 zurück nach Hause und hat sich schon reichlich Info-Material eingepackt.  

Werbespruch für gutes Essen von Muttti in Guben beim Rückkehrertag (Foto: rbb/A.Kabisch)o
Bild: rbb/A.Kabisch

Sorge um die Kinder

In punkto Job und Wohung sieht sie da kein Problem, da die Familie zur Unterstützung da ist. Überhaupt: Familie und Freunde sind die ausschlaggebenden Argumente für die Rückkehr nach Guben.

Auch Marlen Weißbrot hat einige Gespräche geführt. Die zweifache Mutter lebt seit über 15 Jahren mit ihrer Familie am Bodensee und würde schon gern zurück in die Heimat kommen. Nach dem Besuch des Aktionstages der Rückkehrerintiative Guben ist sie allerdings nicht völlig überzeugt. Vor allem um ihre Kinder macht sie sich Sorgen. Möglicherweise würden diese in Guben in ein paar Jahren keine Perspektive für sich sehen. Ihr sei es ähnlich ergangen.

Familie und Freunde

Romy Waschek hat den Schritt zurück schon gewagt.  Die junge Frau ist in diesem Jahr aus Bayern mit ihrer Tochter nach Guben gezogen. Sie hat erlebt, dass eine Rückkehr nicht immer problemlos funktioniert. Denn sie wurde hier während der Probezeit entlassen.

Inzwischen hat sie einen neuen Job und ihrer Tochter Lily gefällt es in Brandenburg besser als in Bayern. Woran sie das festmacht ? Da muss Lily nicht lange überlegen: "Hier ist die ganze Familie", sagt die Neu-Gubenerin. Freunde hat sie an der Neiße auch schnell gefunden.

Offebar sind sich also Groß und Klein darin einig, was zählt: Familie und Freunde.

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