Bilder von Künstlern im Spreewaldtunnel Cottbus
Audio: Antenne Brandenburg | 14.12.2018 | Florian Ludwig | Bild: rbb/Th. Krüger

Letzter Gang durch Spreewaldtunnel Cottbus - Für sechs Stunden Galerie - dann geht das Licht endgültig aus

Der Spreewaldtunnel in Cottbus hat mehr als 100 Jahre Bahnsteige des Bahnhofs verbunden. Das ist vorbei. Mit dem Umbau des Bahnhofs wird der alte Tunnel zugeschüttet. Am Freitag aber lebt er nochmal auf - für sechs Stunden.

So etwas hat es im Spreewaldtunnel noch nie gegeben - eine Ausstellung, eine Galerie zum Abschied. Die Idee dazu hatte ein internationales Künstlerteam. Zu den Initiatoren gehören Damien Laing und Yasmin Nebenführ. Sie kommen aus Australien und studieren jetzt an der BTU Cottbus-Senftenberg. Er Städteplanung, sie Weltkulturerbe. 

Schon in ihrer Heimat hatten sie Sinn für Kunst, haben Ausstellungen mit Werken bekannter Künstler und von Anfängern organisiert.  

Mitorganisator Damien Laing bereitet Bilder für Ausstellung im Spreewaldtunnel vor
Mitorganisator Damien Laing | Bild: rbb/Th. Krüger

Dieses australische Projekt soll nun in Cottbus funktionieren. Für sechs Stunden am Freitag (14.12.2018).

15 Künstler aus Cottbus, Berlin, Weimar, Melbourne und New Castle stellen an diesem ungewöhnlichen Ort aus, unterirdisch im Spreewaldtunnel. Da, wo über 100 Jahre Bahnreisende eher gehetzt und getrieben von Abfahrtzeiten den Tunnel mit der halbrunden Ziegeldecke und dem gefliesten Boden passierten, ist für sechs Stunden Entschleunigung angesagt.

An einem Ort, den Ferien- und Dienstreisende ebenso durchquerten wie tausende Heimkehrer aus den beiden Weltkriegen. Oder jene, die im Wende-November 1989 durch den Tunnel die Züge nach Berlin, nach West-Berlin erreichten. Geschichte eben.

Bilder werden für die Ausstellung im Spreewaldtunnel vorbereitet
Bilder einer Ausstellung im Spreewaldtunnel | Bild: rbb/Th. Krüger

Ein Abschied mit Einzigartigkeit

Diese Galerie ist einmalig. Sie wird nur sechs Stunden dauern. Besucher werden in Gruppen eingelassen, jeweils höchstens 25 Personen. So sieht es das Sicherheitskonzept vor, es geht um Brandschutz, um Fluchtwege.

 

 

Für die Wartenden wird es in einem Zelt vor dem Eingang zum Abstieg in den Tunnel warme Getränke geben, von Glühwein ist die Rede. Die Aussteller glauben, dass es dadurch zu einem Event kommen wird, von vielleicht historischem Wert.

Denn wer will nicht dabei gewesen sein, wenn der legendäre Spreewaldtunnel in Cottbus mit einer Galerie beerdigt wird. Und das ganz wörtlich. Schon im Januar wird das historische Bauwerk zugeschüttet.

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