Blindenhund führt einen Blinden, Quelle: colourbox
Audio: Antenne Brandenburg | 29.01.2019 | Daniel Jorewitz | Bild: colourbox

Tag des Blindenhundes - Beruf "Blindenführhund" fast ausgestorben

Noch vor einigen Jahren gab es in Cottbus 30 Blindenführhunde. Jetzt gibt es noch einen, der lebt im Spreewald, in Lübben. Ein Hund braucht Auslauf und Platz. Der fehlt oft in kleinen Wohnungen. Und die Umstände haben sich verändert: immer mehr Strassenverkehr, immer weniger hundefreundlich.

Für einen Blindenführhund gilt wie für jeden anderen Hund auch: er braucht Auslauf und er braucht auch Platz. Genau das ist bereits ein Problem. Wer in einer kleinen Ein- oder Zweiraumwohnung lebt, hat eben kaum noch Raum für einen Vierbeiner. Erklärt der Cottbuser Joachim Haar, Vorsitzender des Brandenburger Blinden- und Sehbehindertenverbandes.

Auch wenn für Blindenführhunde alle medizinischen Behandlungen finanziert werden, auch wenn Frauchen oder Herrchen Futtergeld für den Hund bekommen, so ist deren Zahl dennoch rapide zurückgegangen.

In ganz Brandenburg gibt es nur noch fünf. In Cottbus waren es vor einigen Jahren noch 30, inzwischen versieht in der Stadt kein einziger Hund mehr einen Job als Blindenführhund.

Haar begründet den Rückgang auch mit immer dichter werdendem Verkehr, wild parkenden Autos, Glasscherben auf Strassen und Treppen, die aus Rosten bestehen, für jeden Hund eine Tortur.

Joachim Haar, Vorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Brandenburg im Interview mit dem rbb
Joachim Haar im Interview | Bild: rbb/Daniel Jorewitz

Wichtig ist: passen Hund und Mensch zusammen

Der Job als Blindenführhund muss gelernt werden. Für Brandenburg ist die Ausbildungsstätte in Berlin-Köpenick. Bis ein Hund das macht, was ein blinder Mensch von ihm erwartet, vergeht ein dreiviertel Jahr. Und es muss zuerst ermittelt werden, passen Hund und Mensch überhaupt zueinander.

Um das herauszufinden, gibt es eine Gespann-Prüfung. Geht das schief, wird ein Hund zurückgegeben und nach einem anderen gesucht. Joachim Haar stellt fest, dass es auch um die Tiergesundheit längst nicht mehr zum Besten bestellt ist. Manche Hunde leiden an zum Teil schweren Erkrankungen, an Krebs zum Beispiel. Damit fallen sie für die Ausbildung aus.

Und die kostet etwa 19.000 Euro. Übernommen werden die Kosten von den Krankenkassen, wenn ein Augenarzt die Notwendigkeit attestiert. Noch immer greifen viele lieber zum Blindenstock oder sind mit einem Begleiter unterwegs. 

Das ist immer noch das Sicherste, resümiert Haar vom Brandenburger Blinden- und Sehbehindertenverband. Er zählt etwa 4.500 betroffene Menschen im Bundesland.

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ich Frage mich zum einen was dieser Herr geraucht hat und zum anderen warum gerade der RBB so etwas unqualifiziertes veröffentlichen kann. Der RBB hätte sich in Berlin beim ABSV erkundigen können. Auch wer in kleinem Wohnungen lebt, kann seinem Hund genug Auslauf geben. Die Nachfrage nach Führhunden ist nachwievor gross
    Die monatliche Pauschale soll auch das öfteren reinigen der Wohnung, zusätzlichen Kosten q in Hotels und das öfteren
    Wechseln der Kleidung abdecken. Und ausserdem bekommen unsere Hunde sehr gute Nahrung, die es nicht beim Discounter gibt.

  2. 2.

    Das Interview schildert nicht die tatsächliche Situation der Blindenführhundversorgung. Allein in Berlin wurden von der Gespannprüfungskommission des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverbandes Berlin im vergangenen Jahr 10 Gespannprüfungen erfolgreich abgenommen. Bei den Gespannprüfungen zeigte sich deutlich, dass die Führhunde durch die Führhundschulen gut ausgebildet wurden und den Anforderungen des modernen Straßenverkehrs eindeutig gewachsen waren. Die Nachfrage nach Blindenführhunden ist nach wie vor so groß, dass die meisten Führhundschulen Wartelisten haben. Die Führhundhalter wissen die wertvollen Dienste, die ihnen durch die Tiere erwiesen werden, sehr zu schätzen und behandeln ihre Führhunde in der Regel sehr gut. Ein gut ausgebildeter Blindenführhund ist ein sicheres Mobilitätshilfsmittel, das einem blinden Menschen ermöglicht, gefahrlos am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen.

  3. 1.

    Das ist mit Abstand das unqualifizierteste und Unsinnigstep Interview, was ich je gehört habe. Wieso fragt man nicht jemanden, der Ahnung von der Materie hat?

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