Hans-Jürgen Fengler streichelt liebevoll einen Ara
Audio: Antenne Brandenburg | 06.02.2019 | Anke Blumenthal | Bild: rbb/Anke Blumenthal

Auffangstation für Exoten bei Luckau - Vögel brauchen Liebe - und bekommen sie in Schollen

Mausi ist ein Weißhauben-Kakadu und sehr liebebedürftig. Deshalb könnte Hans-Jürgen Fengler in seiner Auffangstation in Schollen bei Luckau helfende Hände gut gebrauchen. Denn er betreut über 100 exotische Vögel. Und ALLE brauchen Liebe. Von Anke Blumenthal

Hans-Jürgen Fengler ist 65 und betreut seit 22 Jahren Exoten. Es ist also nicht übertrieben zu behaupten, der Mann kennt sich aus im Umgang mit Vögeln. Aus seiner Liebe zu diesen Tieren ist vor reichlich 10 Jahren eine Auffangstation entstanden. In Schollen. Ein kleines Dörfchen bei Luckau. Gerademal 53 Einwohner.

Rückblick: Eigentlich ist Fengler Rinderzüchter, später Verkäufer in einem Baumarkt. Das ist lange her. Dann der Tag vor 22 Jahren, als ein Wellensittich in sein Leben flog, mit ihm ein Züchterverein in Luckau und die Idee für eine Auffangstation.

Die Idee ist greifbar, in der Auffangstation kümmert sich Fengler um alles: frisches Obst, Vitamine und Futterkalk, er schnippelt und kocht, er schrubbt die Räume, repariert Volieren. Seine Auffangstation ist eine Seniorenwohnstätte für Exoten und Ziervögel. Das letzte Zuhause. Und oft das schönste.

Papagei in Vogelauffangstation Schollen bei Luckau
Neues Zuhause in Schollen | Bild: rbb/Anke Blumenthal

Vögel, die in Schollen landen, wollen vor allem eins - geliebt werden. Manche von ihnen sind in einem erbärmlichen Zustand, das Federkleid zerrupft. Die Tiere werden mitunter von überforderten Frauchen und Herrchen hier abgegeben. Andere ziehen um, am neuen Ort sind Vögel unerwünscht. Andere bleiben einfach übrig in einer Wohnung, in der der letzte Bewohner gerade verstorben ist.

Fenglers Auffangstation ist ausgebucht - eigentlich. Mit seiner Frau kümmert er sich um alle und alles. Hilfe nimmt er gern an, ist sie doch rar und selten, wie mancher Exot in seiner Station.

Helferin Andrea Maas betreut einen Vogel
Helferin Andrea Maas | Bild: rbb/Anke Blumenthal

"Mein Gott, was für ein Schicksal"

Andrea Maas ist in der Schollener Auffangstation mittlerweile regelmäßig. Zufällig hat sie von der Auffangstation gehört. Sie steigt im 25 Km entfernten Dürrenhofe ins Auto und fährt nach Schollen. Einmal im Monat kommt sie nun hierher um zu helfen. Sie macht in dem über 90 qm großen Haus sauber, und sie hat großen Respekt vor dem, was Fengler und seine Frau hier leisten.

Vögel in der Auffangstation
Vögel in der Auffangstation | Bild: rbb/Anke Blumenthal

Wie es gelingt, überhaupt erst einmal Vertrauen zu den meist eingeschüchterten Tieren wieder aufzubauen, soweit, dass sie sich streicheln lassen - endlich. "Mein Gott, was für ein Schicksal haben hier manche Tiere" sagt Andrea Maas, wenn sie von manchem Leidensweg hört, der dann in Schollen endet, bloß gut.

In Schollen werden die Tiere bis zuletzt betreut, gepflegt, aufgepäppelt, umsorgt. Ein Versprechen der Fenglers, so steht es auf ihrer Hompage.

Reporterin Anke Blumenthal mit Vogel auf der Schulter
rbb-Reporterin Anke Blumenthal im Glück | Bild: rbb/Anke Blumenthal

An manche Tiere lässt Fengler niemanden ran. Zu rabiat sind einige, er weiß mit ihnen umzugehen. Dennoch kann es blutige Stellen am Kopf geben, von scharfen Schnäbeln völiig verängstigter Vögel.

Es braucht viel, viel Zeit Vertrauen aufzubauen. Das hat auch Helferin Andrea Maas schon gemerkt. Mancher Vogel lässt sich jetzt von ihr schon streicheln.

Was für ein schönes Gefühl, schwärmt Andrea Maas. Für sie, die mindestens einmal im Monat nach Schollen kommt, ist es eine tolle Art, Stress abzubauen.

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