Unterzeichner der Brandenburger Kunst-Erklärung
Audio: Antenne Brandenburg | 01.02.2019 | Anja Kabisch | Bild: rbb/Anja Kabisch

Kulturschaffende setzen ein Zeichen - Brandenburger Erklärung fordert Toleranz, Vielfalt, Respekt

Künstler und Kulturschaffende aus Deutschland machen auf sich aufmerksam. Mit regionalen Erklärungen DER VIELEN. Auch Brandenburg ist dabei. Am Freitag haben Theaterintendanten und Museumsdirektoren eine eigene Erklärung veröffentlicht. Darin werden Haltung, Toleranz, Vielfalt und Respekt gefordert.

Nahezu 40 Kulturinstitutionen in Brandenburg haben sich einem bundesweiten Bündnis gegen Rechts angeschlossen. Am Freitag haben die Initiatoren ihre "Erklärung der Vielen" im Cottbuser Piccolo-Theater vorgestellt. Darin verpflichten sie sich zum Engagement gegen Nationalismus und Intoleranz und für die Freiheit der Kunst.

Der Ort der Präsentation dieser Erklärung ist mit dem Piccolo-Theater nicht zufällig gewählt. In diesem Jugendtheater  hat das Stück "KRG" (eine verkürzte Form des Wortes 'Krieg') den Stein ins Rollen gebracht. Die AfD-Landtagsfraktion hatte wegen dieses Stückes die Finanzierung des Theaters infrage gestellt.

Mit der am Freitag vorgestellten Erklärung wehren sich die Kulturschaffenden Brandenburgs gegen Angriffe rechtspopulistischer Parteien. Kunst muss unabhängig sein, Zeiten verordneter Staatskunst müssen vorbei sein, heißt es.

Brandenburger Erklärung der Vielen
Brandenburger Erklärung | Bild: rbb/Anja Kabisch

"Wir müssen uns auf harte Zeiten vorbereiten"

Die Intendantin des Potsdamer Hans-Otto-Theaters, Bettina Jahnke, hat die Brandenburger Erklärung der Vielen initiiert. Die Anfrage der AfD-Landtagsfraktion zum Cottbuser Piccolo-Stück war der Anlass.

Hellhörig gerworden ist Jahnke aber schon vorher, wie sie in Cottbus berichtet. Als der AfD-Politiker Marc Jongen den Vorsitz des Kulturausschusses des Deutschen Bundestages wollte. Er habe davon gesprochen, erinnert sich Jahnke, dass er den 'versifften Kulturbetrieb aufräumen' möchte. Das war für die Theaterintendantin ein deutliches Signal, dass man sich auf harte Zeite vorbereiten müsse.

Diskussionsrunde im Piccolo-Theater
Diskussionsrunde im Piccolo-Theater | Bild: rbb/Anja Kabisch

Piccolo-Theaterleiter Reinhard Drogla, der auch Vorsitzender der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung ist, hat eigene Erfahrungen gemacht. Auch in Cottbus habe sich die AfD-Fraktion mit Nachfragen zum Piccolo-Theater oder dessen Leiter beschäftigt, sagt Drogla. Und es sei mehr oder weniger um Geld gegangen. 

Ein Zeichen für Toleranz, für Vielfalt und Respekt soll die Erklärung sein. Auch mit Blick auf die Landtagswahlen im September. Auch wenn sich das das Verhältnis zwischen etablierten Parteien und der rechtspopulistischen AfD noch mehr verschieben sollte, betrachtet Bettina Jahnke das vor allem als Herausforderung und Chance.

"Wir werden uns extrem streiten müssen, unsere Positionnen öffentlich und sichtbar machen" erklärt die Intendantin des Hans-Otto-Theaters Potsdam am Freitag in Cottbus.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Na so positive und klar gegen Diskriminierung und Menschenverachtung gerichtete Netzwerke und Aktionen kann man nur gutheißen, mehr davon. Für ein eher dünn besiedeltes Brandenburg sind solche ausdrücklich prodemokratischen Vereine und Menschen insgesamt im Verhältnis nochmal wichtiger als ohnehin schon.

    Formulierung und Schlüsse des rbb sind teils unangemessen o. nicht haltbar: "Auch in Cottbus habe sich die AfD-Fraktion mit Nachfragen zum Piccolo-Theater oder dessen Leiter beschäftigt, sagt Drogla." Die Verwendung des Konjunktiv und der indirekten Rede mittels "sagt" lassen die Aussage Herrn Droglas als möglicherweise zweifelhaft und subjektiv dastehen. Es hat es aber tatsächlich gegeben, darüber hat doch der rbb selbst berichtet (https://www.rbb24.de/studiocottbus/kultur/2019/01/wieviel-einfluss-nimmt-die-afd-auf-die-kunst.html). Auch geht es bei den systematischen Nachfragen der AfD nie nur um Finanzierung, sondern stets um Delegitimation und Exponierung von Demokrat*innen.

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