Präsentation des Konzeptes (Bild: Iris Wussmann/rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 11.02.19 | Iris Wussmann | Bild: rbb/Iris Wussmann

Strukturwandel in der Lausitz - Fonds soll für "Strukturentwicklung von unten" sorgen

Nach dem Abschlussbericht der Kohlekommission beschäftigen sich nicht nur Bundes- und Landesregierung mit dem Strukturwandel in der Lausitz. Am Montag hat auch der Verein "Lausitzer Perspektiven" und das "Zentrum für Dialog und Wandel" der Landeskirche ein Konzept vorgestellt, mit dem die Region attraktiver für Einheimische, Zuzügler und Neuansiedler gemacht werden soll.

Der Kern des Konzeptes ist ein Fonds, mit dessen Hilfe sich die Lausitzer in die Gestaltung ihrer Heimat selbst einbringen können sollen.

Ein Fonds für alle

Der "Fonds Zivilgesellschaft Lausitz" soll, so die Pläne, aus zehn Prozent der für die Lausitz bereitgestellten Bundesmittel zum Strukturwandel bestehen. Das wären knapp 1,8 Milliarden Euro.

Dagmar Schmidt vom Verein Lausitzer Perspektiven rechtfertigte am Montag die Forderung. Bisher würden Wirtschaft und Kommunalpolitik versuchen, den "Schmerz" des Strukturwandels mit Geld zu kompensieren. "Wir sprechen nicht von Schmerz, sondern wir sehen eine Chance für die Zivilgesellschaft und sagen ja, es gibt ganz viele Dinge wo wir immer Probleme haben mit der Finanzierung", so Schmidt. "Wir heben auch die Hand und sagen so ein Fonds könnte eine Chance für zivilgesellschaftliches Engagement sein".

Verwaltung und Umsetzung noch unklar

Was aber konkret mit dem Geld passieren soll ist noch nicht klar. So sollen bis zu zehn Regionalbüros eingerichtet werden, ein Kuratorium und ein Präsidium mit Vertretern aus EU, Bund und Zivilgesellschaft. Mit den Mitteln sollen dann unter anderem Dorffeste gesponsert oder kulturelle Veranstaltungen, Spielplätze oder auch Geschäfte unterstützt werden.

Die Superintendentin des Kirchenkreises Cottbus, Ulrike Menzel, zeigte sich trotzdem noch skeptisch. "Ich sehe die Gefahr, dass es nochmal eine Struktur wird neben den anderen", meint sie. Trotzdem sei es wichtig, dass alle Beteiligten an einem Strang zögen. "Dieser Fonds darf nicht ein Fonds neben den anderen werden, der dann auch wieder einzelne Interessen vertritt. Dann brauchen wir ihn nicht", ergänzt Menzel. Ihr ist es wichtig, dass nicht nur wirtschaftliche Interessen im Mittelpunkt der Geldvergabe stecken.

Ob der Fonds eine Chance hat wird sich erst noch zeigen. Die Vereine sind noch im Gespräch mit Abgeordneten, mit der Lausitzrunde und mit der Wirtschaftsregion Lausitz. Die Initiatoren selbst sprechen von Erfolgschancen um 50 Prozent.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.02.2019, 14:40 Uhr;

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