Prozessauftakt wegen versuchten Totschlags in Cottbus (Bild: Josefine Jahn/rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 08.04.19 | Josefine Jahn | Bild: rbb/Josefine Jahn

Angriff mit Glasflasche - Prozess wegen versuchten Totschlags in Cottbus gestartet

Er soll seine Frau vor den Augen der gemeinsamen Kindern mit einer Flasche verprügelt haben: Am Cottbuser Landgericht läuft seit Montag der Prozess gegen einen 54-Jährigen. Für die Verteidigung spielt auch die Herkunft des Mannes eine Rolle.

Am Montag hat am Cottbuser Landgericht ein Prozess wegen versuchten Totschlags gegen einen 54-jährigen Mann aus Cottbus begonnen. Dem Angeklagten wird vorgeworfen im Oktober 2018 seiner in Forst (Spree-Neiße) lebenden Frau mehrfach mit einer leeren Wodkaflasche auf den Kopf geschlagen zu haben. Auch nachdem die Frau zu Boden gegangen war habe der Angeklagte weiter auf sie eingeschlagen um sie nach Ansicht der Staatsanwaltschaft zu töten. Das sei durch die Gegenwehr des Opfers und durch einige Zeugen verhindert worden.

Der Fall hatte Aufsehen erregt, weil der mutmaßliche Täter die Frau in der Öffentlichkeit und vor den Augen der gemeinsamen Kinder geschlagen haben soll.

Ansicht des Eingangs vom Landgericht Cottbus (Foto: rbb/Krüger)
Ansicht des Eingangs vom Landgericht Cottbus | Bild: rbb

Verhandlung von zwei Fällen

Neben dem Angriff auf seine Frau wird dem 54-jährigen vorgeworfen ebenfalls im Oktober einen Dolmetscher des Cottbuser Jugendamtes angegriffen zu haben. Das Amt hatte nach Angaben der Verteidigung dafür gesorgt, dass dem Mann der Kontakt zu seinen Kindern untersagt wurde. Nachdem der Dolmetscher dem mutmaßlichen Täter die Auskunft über den Verbleib seiner Kinder verwehrt hatte soll der 54-Jährige auf ihn eingeschlagen haben.

Beide Taten bestreitet der Angeklagte. In einer Einlassung, die von seinem Verteidiger verlesen wurde erklärte er, dass er lediglich am Rucksack des Dolmetschers gezogen habe und diesem nach einem Sturz wieder aufgeholfen habe. Seine Frau habe er nach einer Auseinandersetzung zwar tatsächlich mit einer Flasche geschlagen, aber lediglich zweimal auf den Arm.

Herkunft als Erklärung für mutmaßliche Taten

Nach Aussage der Verteidigung ist die Herkunft des Mannes für sein Verhalten ausschlaggebend. Der aus Afghanistan stammende Mann könne kein Deutsch und kenne nur das Recht nach der Scharia, die Vorschriften des Islam. Weil er weder lesen noch schreiben könne habe er nicht gewusst, dass in Deutschland anderes Recht gelte.

Auf Totschlag steht eine Mindestfreiheitsstrafe von fünf Jahren. Da es beim Versuch blieb ist eine Strafmilderung möglich. Der Prozess wird am 29. April fortgesetzt.

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Dummheit schützt vor Strafe nicht !!!

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