Eine Frau sitzt in einem Überschlagsimulator der Polizei (Foto: rbb/Friedrich)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.06.2019 | Jasmin Schomber | Bild: rbb/Friedrich

Tag der offenen Tür - Cottbuser Polizei dreht Frau auf Kopf

Ein Fahrrad kracht mit einem Auto zusammen, ein Fahrzeug überschlägt sich, ein Spürhund erschnüffelt Geklautes: Die Cottbuser Polizei hatte am Donnerstag viel zu tun. Allerdings auf eigenem Gelände. Beim Tag der offenen Tür demonstrierte sie ihre tägliche Arbeit. Von Daniel Friedrich

Einen Einblick in die Arbeit der Polizei haben Besucher der Polizeidirektion Cottbus am Donnerstag bekommen. Die Polizei hatte zum Tag der offenen Tür geladen - und der Andrang war groß. Hunderte sind gekommen und fragten, wie ein Polizeihund eigentlich Drogen erschnüffelt, wie eine Ausnüchterungszelle von innen aussieht oder wollten erfahren, wie sich ein Autoüberschlag anfühlt. Sie durften es direkt ausprobieren.

Ein Polizist und ein Spürhund (Foto: Polizei Cottbus)
| Bild: Polizei Cottbus

Ermittler mit feiner Nase

Zusammen mit den Partnern der Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks hatte die Polizei Vorführungen vorbereitet. In der einen Ecke sind ein Auto und ein Fahrradfahrer simuliert zusammengekracht. Hier wird klar, wie eine Rettungskette funktioniert. Auf einer Wiese führen Polizist und Spürhund vor, wie dieser nach einem Einbruch sowohl das Einbruchwerkzeug findet, als auch den Täter.

"Die Spürhunde haben eine trainierte Nase", erklärt Polizeisprecher Torsten Wendt auch mit Blick auf Hunde, die Drogen erschnüffeln. "Sie werden immer wieder an Stoffe herangeführt und bestärkt." Das Training laufe ähnlich wie bei einem Kleinkind, das mit der Zeit Dinge immer besser erkenne. Es sei eine intensive Arbeit. Am Ende könnten die Hunde zum Beispiel Sprengstoff im Mikrogrammbereich riechen.

Kinder beim Tag der offenen Tür der Polizei in Cottbus (Foto: rbb/Friedrich)
Bild: rbb/Friedrich

"Richtig viele Diebe auf einmal reinmachen"

Komplette Grundschulklassen und Kindergartengruppen sind am Donnerstag neugierig auf das Polizeigelände gekommen. Besonders begeistert waren die Kinder auf der Rückbank eines Streifenwagens, beim Anschalten der Sirene oder bei der Vorführung eines Fahrzeuges "wo man richtig viele Diebe auf einmal reinmachen kann", wie ein Junge staunt.

Auch die Chance, einmal in eine Zelle zu schauen, haben viele Besucher genutzt. "Angucken ist schon cool", sagt einer. Richtig drin sitzen möchte er aber "nicht unbedingt."

Zwei Kinder und zwei Polizisten stehen vor einem Feuerwehr-Einsatzwagen (Foto: rbb/Friedrich)
Bild: rbb/Friedrich

Schnell raus aus dem Unfallwagen

Ein paar Schritte weiter hängt eine Besucherin kopfüber im Auto. Der Wagen hat sich gerade überschlagen - allerdings in einem Überschlagsimulator. Denn wie alles an diesem Tag, war auch das nur eine Übung. Die Frau sollte versuchen, sich abzuschnallen und aus dem Wagen zu befreien, ohne sich zu verletzen. Nachdem es ihr gelungen war, war sie völlig außer Atem - und beinahe sprachlos. "Es war Wahnsinn! Kann man gar nicht in Worte fassen." Sie ist froh, den Ernstfall geübt zu haben. "Vielleicht merkt man sich nicht alles, aber nach einer Schrecksekunde fällt es einem vielleicht doch wieder ein."

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