Ein Spreewaldkahn und mehrere Kajaks werden durchs Leiper Wehr geschleust. (Quelle: imago/Chromeorange)
Audio: Antenne Brandenburg | 10.07.19 | Daniel Jorewitz | Bild: imago/Chromeorange

Wassermangel in Südbrandenburg - Schleusen im Spreewald müssen geschlossen bleiben

Die Schleusen Groß Wasserburg, Krausnicker Strom und Leibsch sind ab Mittwoch für den Bootsverkehr gesperrt. Grund ist die angespannte Wassersituation in Südbrandenburg. Auch die Talsperre Spremberg gibt mehr Wasser ab als hinzukommt. Das Landesumweltministerium rät zur Sparsamkeit.

Wegen der anhaltenden Trockenheit in Südbrandenburg werden einige Schleusen im Spreewald für den Bootsverkehr gesperrt. Das teilte das Landesumweltministerium am Dienstag mit. Damit soll verhindert werden, dass zu viel Spreewasser in die Dahme abgegeben wird.

Ein erhöhter Zufluss aus der Talsperre Spremberg sei keine geeignete Hilfsmaßnahme, die Talsperre hatte ihr Absenkziel für diesen Monat bereits am 5. Juli erreicht.

Umleitungen ausgeschildert

Die Fließgeschwindigkeit der Spree liege derzeit deutlich unter dem Grenzwert. Das habe die Messung des Abflusses bei Leibsch im Unterspreewald ergeben. Mit der Schließung der Schleusen Groß Wasserburg, Krausnicker Strom und Leibsch soll nun dafür gesorgt werden, dass das Wasser in der Spree bleibt. Für Wassertouristen sind Umleitungen ausgeschildert worden.

Üblicherweise wird in solchen Fällen der Zufluss der Talsperre Spremberg erhöht, um die notwendige Fließgeschwindigkeit der Spree zu erhalten. Die angespannte Wassersituation hat laut Ministerium aber auch an der Talsperre ihre Spuren hinterlassen. Das Absenkziel für Juli sei bereits am 5. Juli erreicht worden. Verantwortlich dafür ist einerseits der Wassermangel, andererseits die große Verdunstung.

Unterstützung von der LEAG und aus Sachsen

Der Vorrat der Talsperre reicht laut Kurt Augustin vom Landesumweltministerium noch 50 Tage. Auch aktuell werde mehr Wasser abgegeben als hinzukommt. So würden neun Kubikmeter pro Sekunde abgegeben, während nur sieben Kubikmeter zufließen.

Unterstützung kommt beispielsweise vom Bergbaubetreiber LEAG. Laut Augustin trägt der aktive Bergbau in der Region dazu bei, dass es einen stabilen Wasserhaushalt gibt. Das liege daran, dass das Grundwasser, das aus den Tagebauen gepumpt werden muss, in die Spree geleitet wird.

Außerdem helfe die vertraglich festgeschriebene Wassermenge von 20 Millionen Kubikmetern aus Sachsen den Pegel nicht zu stark absinken zu lassen. Kurt Augustin lobt die Zusammenarbeit. Sollte Sachsen mehr Wasser haben, gehe er davon aus, dass auch Brandenburg davon partizipieren könne.

Augustin rät zu einem sparsamen Umgang mit Wasser, beispielsweise beim Gießen des Gartens oder beim Autowaschen. Golfplätze und Fußballplätze sollten ebenfalls sparsamer gewässert werden. Bei der Trinkwasserversorgung gebe es hingegen noch keine Probleme.

 

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