Der Bürgermeister von Cottbus Holger Kelch (Quelle: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 02.09.2019 | Anke Blumenthal | Bild: rbb

Kelch zur Landtagswahl Brandenburg - Cottbuser OB: AfD-Erfolg ist letzter Weckruf

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) sieht in dem AfD-Wahlerfolg einen letzten Weckruf für die anderen Parteien. Die Partei habe besonders dort zugelegt, wo sich die Menschen "abgehängt" fühlten, betonte Kelch am Montag in einer Mitteilung. Dieses Gefühl hätten die anderen Parteien viel zu spät wahrgenommen. "Insofern gibt es Verunsicherung und Misstrauen", sagte er.

Koalition mit Grünen schwierig

Eine mögliche Regierungsbeteiligung von Bündnis 90/Grünen könnte aus Sicht von Kelch schwierig sein für die Kumpel und Kraftwerker in der Lausitz. Die Region brauche Verlässlichkeit und Verbindlichkeit für den Strukturwandel. Dieser Wandel lasse sich nicht wegwählen, sagte er. An den Wahlsieger SPD appellierte er, sich den Schneid für den Kohlekompromiss bis 2038 in einer Koalition nicht abkaufen zu lassen. "Es kommt ja nicht von ungefähr, dass gerade in den Wahlkreisen des Spree-Neiße-Kreises, wo die Kumpel arbeiten und wohnen, eine sehr große Verunsicherung herrscht - und auch ein Stück Misstrauen zu den angekündigten Wohltaten für die Lausitz", sagt Kelch dem rbb.

Brandenburg Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat angekündigt, noch diese Woche mit Sondierungen zu beginnen und sich als erstes an die CDU zu wenden. Zusammen hätten SPD und CDU aber keine Mehrheit, es müssten also entweder noch die Linke oder die Grünen dazukommen. Auch eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen wäre möglich.

"Desaströses" Ergebnis für CDU

Holger Kelch betont, dass die CDU noch nie so schlecht in Brandenburg abgeschnitten hat, wie bei dieser Landtagswahl. " Das geht ganz klar in Richtung Landes-CDU", so der Oberbürgermeister. Das Ergebnis sei "desaströs", sagte er dem rbb.

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