Droge Crystal Meth, Bild: dpa/CHROMORANGE / Christian Ohde
Audio: Antenne Brandenburg | 16.10.19 | Matthée/Rausch | Bild: dpa/CHROMORANGE / Christian Ohde

Antenne-Stammtisch zu Drogen in der Lausitz - Südbrandenburg ist weiterhin ein Drogen-Hotspot

Seit Jahren gilt die Lausitz als Hotspot für Drogen in Brandenburg. Vor allem synthetische Drogen wie Crystal Meth werden auf gleichbleibend hohem Niveau konsumiert. Mit dem Thema befasst sich ein Antenne-Stammtisch am 21. Oktober in Finsterwalde.

Eine 64-Jährige, die mit 2,24 Promille einen Unfall verursacht, ein 24-Jähriger, der in Schlangenlinien über die Autobahn fährt und bei dem Amphetamine und Cannabis festgestellt werden, und ein 30-Jähriger, der in Großräschen Chrystal Meth in einem Überraschungsei transportiert - das sind nur drei Beispiele, in denen Rauschmittel eine entscheidende Rolle spielen. Sie stammen alle aus dem Polizeibericht für Südbrandenburg vom 16. Oktober. An anderen Tagen sieht es nicht anders aus.

Nach wie vor ist Drogenkonsum ein großes Problem in der Lausitz. Synthetische Drogen wie Amphetamine oder Crystal Meth werden in der Region seit Jahren auf gleichbleibend hohem Niveau konsumiert.

Vor allem Crystal als regionales Phänomen

Die Schlagzeilen zu Crystal Meth reißen seit Jahren nicht ab, "Todesdroge überschwemmt die Lausitz", heißt es da zum Beispiel. Andrea Hardeling von der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen sieht vor allem ein regionales Problem. "Es wird deutlich, dass nach wie vor der Süden und Südosten des Landes am meisten betroffen ist", so Hardeling auf einer Fachtagung Ende September. Im Norden gebe es das Problem dagegen kaum.

Stephan Herrmann vom Jugendamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz spricht von einem gleichbleibend hohem Niveau. Rund 80 Jugendliche werden in seinem Landkreis in der Suchtberatung nur in Bezug auf Crystal betreut.

Am häufigsten werden laut Landesstelle für Suchtfragen Alkohol und Tabak konsumiert, aber auch Amphetamine und Cannabis liegen weit vorn.

Logo des Antenne-Stammtischs
Bild: Antenne Brandenburg

Stammtisch will Drogenproblematik beleuchten

Zu Hintergünden und Auswirkungen der Drogenproblematik gibt es am 21. Oktober einen Antenne-Stammtisch in Finsterwalde. Neben Andrea Hardeling ist beispielsweise Olaf Jurtz von der Staatsanwaltschaft Cottbus dabei. Nach seinen Angaben sind die Verfahren vor allem in den letzten fünf jahren angestiegen, die Bearbeiter müssen sich teilweise um bis zu 1.200 Drogen-Verfahren kümmern. Er fordert daher vor allem mehr Stellen bei der Polizei, berichtet aber auch von Erfolgen. So sei der Weg in die Tschechische Republik zur Beschaffung wegen häufiger Fahrzeugkontrollen nicht mehr so reizvoll für Konsumenten.

Auch Ellen Martin ist dabei. Sie leitet die Abteilung Prävention/Fortbildung bei Tannenhof Berlin-Brandenburg, einem Suchtberatungsverein. In Sachen Suchtprävention ist sie für ganz Südbrandenburg zuständig. Ihrer Meinung nach sollte die Drogenprävention schon im Kindergarten anfangen, in der Schule sei es bereits zu spät.

Karsten Wolff, Facharzt für Psychatrie mit suchtmedizinischer Zusatzqualifikation am Klinikum Niederlausitz und der ehemalige Suchtkranke Robert Müller vervollständigen das Podium. Auch eine Schulklasse will von eigenen Erfahrungen und den Ergebnissen eines Anti-Drogenprojektes berichten.

Der Stammtisch findet am 21. Oktober von 18 bis 19 Uhr in der "Arche" in Finsterwalde statt. Der Eintritt ist frei.

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