Symbolbild: Kälber im Kuhstall einem Bioenergiehof in Wittstock bei Prenzlau (Quelle: dpa/Jochen Zick)
Bild: dpa/Jochen Zick

Ernte und Viehzucht in Gefahr - Lausitzer Bauern bangen wegen Corona um Saisonarbeiter

Das grassierende Coronavirus bereitet auch der Landwirtschaft große Sorgen. Weil Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa derzeit nicht kommen wollen, ist die Spargelernte in Gefahr. Auch die Versorgung der Schweine und Kühe in den Ställen ist derzeit ein Kaftakt.

Was Sie jetzt wissen müssen

Nicht nur die Spargelbauern in der Lausitz sehen angesichts der Corona-Epidemie einer schwierigen Zeit entgegen, auch die Viehzüchter stehen vor großen Problemen. Wo sonst Saisonarbeiter aus Polen oder Rumänien aushelfen, muss jetzt mit reduzierter Belegschaft die selbe Arbeit geleistet werden.

Auf dem Gut Kemlitz bei Dahme ist Traktoristin Daniela Mönke am Freitag schon seit der Morgendämmerung auf den Feldern unterwegs. Erbsen und Lupinen müssen gedrillt werden, verschieben lasse sich die Arbeit nicht. "Da müssen wir uns nun mal dem Wetter anpassen und den Zeiten, wie sie gegeben sind.", sagt Mönke. "Da ist jeder zufrieden, wenn das Wetter passt und man das Zeug in die Erde kriegt. Sonst steht man ja auch wieder doof da. Es muss ja gemacht werden. Uns bleibt nichts anderes übrig, irgendwer muss ja alles aufrechterhalten hier."

Mittagessen an der frischen Luft

Dass Daniela Mönke jetzt aus Sicherheitsgründen alleine draußen zu Mittag essen muss und sich nicht mit den anderen im Pausenraum treffen kann, findet sie nicht so schlimm. Sicherheit und Gesundheit gehe da vor. "Wenn zwei Mann ausfallen würden, wäre das vor allem für den Kuhstall besonders schlimm. Wenn einer nicht mehr melken dürfte, weil er unter Quarantäne steht, dann müsste die ganze Belegschaft zu Hause bleiben, was denn dann?", sagt die Landwirtin.  

Rund 400 Milchkühe hat das Gut Kemlitz. Die müssen täglich zweimal gemolken und gefüttert werden. Chef Heiko Terno ist über jeden Tag froh, an dem alle Mitarbeiter an Bord sind. "Das ist meine größte Sorge, dass wir das sauber hinkriegen. Also wir haben erstmal Teams gebildet, so dass sich die Früh- und die Spätschicht nicht mehr begegnen", sagt er.

Informationen werden unter anderem per Telefon ausgetauscht. "Ich habe schon vorsorglich Passierscheine geschrieben, falls die Ausgangssperre kommt. Wir sind mehr als systemrelevant, die Tiere haben einen Anspruch darauf, dass sie versorgt und zweimal am Tag gemolken werden. Wenn wir das nicht mehr hinkriegen, ist alles verloren", sagt Heiko Terno.

Schon jetzt enorme Verluste

Das Gut Kemlitz muss schon jetzt massive Verluste verkraften. Wo sonst 1.000 Kilogramm Kartoffeln am Tag für Kitas und Gaststätten geschält werden, sind es jetzt gerade mal 20 Kilogramm. Dazu kommt, dass auch im Feriencamp alles storniert wurde.

Die Landwirtschaft müsse unbedingt weiter laufen, sagt Heiko Terno. "Wenn es drauf ankommt, packe ich auch selbst mit an. Im Havarieplan bin ich immer Joker für alles, ich gehe zur Not auch Kartoffeln schälen", sagt Heiko Terno, bevor er wieder ans Telefon muss.

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