Mutter Lisa-Marie-K. im Cottbuser Krankenhaus. Auf dem Arm hat sie ihren Sohn Noah, der im Auto zur Welt kam.
Bild: CTK Cottbus

Der kleine Noah aus Cottbus hatte es besonders eilig - Mutter bringt Kind im Auto zur Welt

Im Eiltempo hat in Cottbus der kleine Noah das Licht der Welt erblickt. Die Geburt fand im Auto, auf dem Weg ins Krankenhaus statt. Kind und Mutter sind nach Auskunft des Carl-Thiem-Klinikums wohlauf.

Da hatte es aber jemand besonders eilig: Auf der Fahrt ins Krankenhaus hat Lisa-Marie-K. am vergangenen Freitag ihren Sohn Noah zur Welt gebracht. "Ich hatte den ganzen Tag Schmerzen in den Oberschenkeln. Ich hielt sie aber nicht für Wehen, von meiner ersten Entbindung hatte ich da ganz andere Erfahrungen. Auch mein Bauch ist nicht fest geworden", sagte die 22-Jährige.

Sie habe deshalb noch ihren anderthalb jährigen Sohn in die Kita gebracht und sich danach zur Entspannung in die Badewanne gelegt. Doch auch dort wurden die Schmerzen nicht besser – im Gegenteil. Beim Aussteigen gingen die ersten Presswehen los.

Mit Unterstützung ihres Partners und der Schwiegermutter schafft sie es gerade noch bis zum Auto. "Ich habe gerufen: Der Kopf kommt, ich spüre das! Ich hatte solche Panik, dass ich zur Beruhigung noch ein paar Runden ums Auto gelaufen bin", erinnert sich Lisa-Marie. Wieder im Auto ging dann alles ganz schnell, die Fruchtblase platzte und nach nur einer Presswehe war schon das Köpfchen des kleinen Noah zu sehen.

Nach einer weiteren Presswehe war ihr Sohn dann geboren und schnell in eine Decke eingewickelt, die zum Glück im Kofferraum war. "Ich habe auch überprüft, ob er atmet und wir haben ihn dann schnell auf meine Brust gelegt, damit er meine Körperwärme aufnehmen konnte. Denn im Auto war es kalt, wir konnten ja aus Platzgründen die Tür nicht zumachen."

Rettungsdienst versorgt leicht unterkühlten Säugling

Dem alarmierten Notarzt blieb bei seinem Eintreffen nur noch, die Nabelschnur zu durchtrennen und den Säugling in eine spezielle Wärmeschutzhülle zu legen, da er durch die besondere Geburt etwas unterkühlt war. "Eine solche Entbindung ist auch für uns etwas sehr Seltenes. Vielleicht drei bis vier Mal jährlich kommt es in Cottbus und Umgebung zu solch spontanen Entbindungen ohne Hilfe von medizinischem Personal. Aber an eine Entbindung im Auto? Daran kann ich mich nicht erinnern", sagt Notarzt Thomas Lembcke.

Im Krankenhaus angekommen, zeigen die ersten Untersuchungen: Mutter und Kind geht es gut. Noah wog bei der Geburt 3.280 g und war 50 cm groß. Und dank des aufmerksamen Vaters kann auch die genaue Geburtszeit in der Geburtsurkunde notiert werden: 9:56 Uhr.

"Mir wurde ja gesagt, dass das zweite Kind schneller kommt. Aber das es so schnell geht, das hätte ich nicht gedacht. Bei meinem ersten Kind wurde die Geburt zwei Tage lang eingeleitet, ihm musste letztlich mit der Saugglocke auf die Welt geholfen werden."

Gut drei Tage waren Mutter und Kind im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus. Mutter Lisa-Marie im Wochenbett-Hotel und der kleine Noah auf der Perinatalstation, wo er aufgrund der Unterkühlung während der Geburt genau überwacht wurde. Inzwischen konnten beide zum Vater und zum kleinen Bruder nach Hause.

1 Kommentar

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  1. 1.

    Alles Gute und ganz viel Glück wünsche ich der Familie.

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