Ein Sperrschild und Barrikaden versperren am 24.04.2020 die Strasse am Grenzübergang nach Polen in Klein Gastrose bei Guben. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Grenzen vorübergehend geschlossen. (Bild: dpa/Andreas Franke)
Bild: dpa/Andreas Franke

Nachbarland ab Samstag Corona-Risikogebiet - Verkehrsbehinderungen an der Grenze zu Polen

Am Grenzübergang Guben kommt es am Freitag zu ersten Verkehrsbehinderungen. Viele Autofahrer wollen noch schnell zum Tanken und Shoppen nach Polen. Ab Samstag gilt das Nachbarland offiziell als Corona-Risikogebiet.

Die ab Mitternacht geltende Einstufung von ganz Polen als Corona-Risikogebiet sorgt an den Grenzübergängen Guben und Forst-Sacro für deutlich mehr Verkehr. Erste Staus wurden gemeldet. Viele wollen noch schnell über die Grenze, um das Auto vollzutanken oder noch schnell ein paar Einkäufe zu erledigen.

Nach einer Mitteillung des Auswärtigen Amtes [auswaertiges-amt.de], gilt ganz Polen ab Samstag als Corona-Risikogebiet. Auch wer sich dann nur kurz im Nachbarland aufhält, muss anschließend für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Ausgenommen von dieser Regelung sind zum Beispiel Lkw-Fahrer, Ärzte, Pendler, Pflegekräfte und Schüler.

Gubens Bürgermeister übt deutliche Kritik

Am Grenzübergang in seiner Stadt sei die Situation deutlich zu spüren, sagte Gubens Bürgermeister Fred Mahro im Gespräch mit rbb|24. Das Verkehrsaufkommen sei Donnerstag und Freitag deutlich gestiegen. "Es hat natürlich die Menschen hier überrascht", sagt der Rathauschef. Was ihn ärgere sei die Tatsache, dass es keine einheitliche Regelung der Bundesländer gebe.

"Sachsen zum Beispiel hat ja nochmal die Möglichkeit von einem 24-Stunden-Aufenthalt im Nachbarland ermöglicht. Ich glaube, das hätte man besser organisieren können", kritisiert Fred Mahro. In Brandenburg gelte dagegen eine andere Regelung, nach der man in häusliche Quarantäne müsse, wenn man nach Polen will und wieder zurück.

Neben Polen hat die Bundesregierung auch weitere Nachbarländer wegen steigender Infektionszahlen zu Risikogebieten erklärt. Auch die Schweiz, fast ganz Österreich und große Teile Italiens zählen ab Samstag zu den Corona-Risikogebieten. Von Reisen dorthin rät das Auswärtige Amt daher dringend ab.

 

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.10.2020, 14 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Werte Journalisten des rbb,

    verlest nicht nur die Regierungsverlautbarungen sondern hinterfragt sie auch! Ihr nanntet euch doch bisher gern die 4. Macht im Staat.
    In der gestrigen Verlautbarung ist u.a. von Tagestouristen die Rede, die sich wenn sie nach Polen fahren würden, nach der Rückkehr in Deutschland in Quarantäne begeben müssten. Das betrifft nur die in Deutschland ansässigen Reisenden.
    Wie verhält es sich nun z.B. mit in Polen Ansässigen, die nach Deutschland, z.B. zum Einkauf einreisen?
    Dazu steht da nichts und bisher hat es auch niemand hinterfragt.
    Polen können sich ja schlecht in Deutschland in Quarantäne begeben und sie hindert auch niemand ab morgen 0 Uhr an der Einreise nach Deutschland.

  2. 1.

    Werte Journalisten des rbb,

    verlest nicht nur die Regierungsverlautbarungen sondern hinterfragt sie auch! Ihr nanntet euch doch bisher gern die 4. Macht im Staat.
    In der gestrigen Verlautbarung ist u.a. von Tagestouristen die Rede, die sich wenn sie nach Polen fahren würden, nach der Rückkehr in Deutschland in Quarantäne begeben müssten. Das betrifft nur die in Deutschland ansässigen Reisenden.
    Wie verhält es sich nun z.B. mit in Polen Ansässigen, die nach Deutschland, z.B. zum Einkauf einreisen?
    Dazu steht da nichts und bisher hat es auch niemand hinterfragt.
    Polen können sich ja schlecht in Deutschland in Quarantäne begeben und sie hindert auch niemand ab morgen 0 Uhr an der Einreise nach Deutschland.

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