Der Pinnower See mit wasserloser Uferkante
Audio: Antenne Brandenburg | 09.04.2021 | Josefine Jahn | Bild: rbb/Josefine Jahn

Trotz Zufluss sinkt der Pegel - Der Pinnower See in Schenkendöbern schrumpft, niemand weiß, warum

Der Pinnower See in der Gemeinde Schenkendöbern (Spree-Neiße) schrumpft seit Jahren, Wasser verschwindet, trotz Zuleitung. Seit Jahren beklagen Anlieger und Gemeinde das Problem. Josefine Jahn auf der Suche nach Antworten.

Vor zwei Jahren wurde am Pinnower See in der Gemeinde Schenkendöbern (Spree-Neiße) eine Einleitung in einen von drei Kesseln gelegt. Der Energiekonzern LEAG wurde zur sogenannten Stützwasserversorgung vom Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) zum Ausgleich des Wasserverlustes aufgefordert.

Denn der Tagebau Jänschwalde pumpt für die Kohleförderung Grundwasser ab. Und diese Senkung macht sich sowohl in den benachbarten Gewässern Klein- und Großsee bemerkbar, ebenso am Pinnower See. Olaf Bubner, der ein Bungalow an diesem See hat, beobachtet das seit Jahren. "Ich hab eine eigene Messstelle schon vor Jahren eingerichtet und festgestellt, es fehlen zwei Meter", sagt Bubner.

Olaf Bubner euf einem Steg am Pinnower See
Olaf Bubner auf einem Steg am See | Bild: rbb/Josefine Jahn

Und das trotz des Einpumpens von Grundwasser, wofür extra ein Brunnen gebohrt wurde. Im Jahr 2000 hatte die Gemeinde Schenkendöbern eine Dichtwand um den Tagebau gefordert.

Die wurde damals abgelehnt und ist mittlerweile hinfällig, erklärt Andreas Stahlberg, Beauftragter für bergbaubedingte Sonderaufgaben der Gemeinde. "Sie wäre wahrscheinlich erst fertig, wenn der Tagebau sowieso schon zu Ende ist, kostet zu viel Geld und die Zeit ist abgelaufen dafür." Stattdessen müsse jetzt eher über eine zweite Wassereinleitung nachgedacht werden um damit den Zustrom zu sichern, erklärt Stahlberg.

Olaf Bubner (l.) im Gespräch mit Andreas Stahlberg, Beauftragter für bergbaubedingte Sonderaufgaben in der Gemeinde Schenkendöbern
Olaf Bubner und Andreas Stahlberg | Bild: rbb/Josefine Jahn

"Am Pinnower See scheint es Abweichungen vom Lehrbuch zu geben"

Ob es eine weitere Wassereinleitung geben wird, muss das Landesbergbauamt noch prüfen. Sagt dessen Präsident Sebastian Fritze. Nach seiner Überzeugung spielen neben dem Tagebau Jänschwalde auch weitere Faktoren, wie Baumwuchs, Oberflächenverdunstung und geringe Niederschläge eine Rolle.

"Man muss feststellen, dass die Maßnahmen am Großsee und am Klein-See deutliche Erfolge zeigen, wir haben am Pinnower See den Zielwasserstand nicht erreicht", sagt Fritze. Er kann sich nicht erklären, wo das Wasser bleibt. "Da scheint es beim Pinnower See Abweichungen vom Lehrbuch zu geben. Und das müssen wir herausfinden", kündigt er an.

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