Keine Zweitimpfung - Astrazeneca-Freigabe sorgt für Diskussionen im Cottbuser Impfzentrum

Der Eingang zum Impfzentrum Cottbus für die Schutzimpfung gegen Covid-19. Das Impfzentrum befindet sich in einer Messehalle. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Seit der Freigabe des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca für alle - zunächst in vereinzelten Bundesländern wie auch Brandenburg, dann in ganz Deutschland - reißen die Diskussionen und Unklarheiten um den Impfstoff nicht ab. So haben sich beispielsweise Zuschauer und -hörer beim rbb gemeldet, da ihnen eine zweite Impfdosis mit dem Vakzin von Astrazeneca im Cottbuser Impfzentrum verwehrt blieb.

Eigentlich hätte Andreas Mieth aus Finsterwalde am Freitag seine zweite Impfung bekommen sollen. Bereits am Anmeldeschalter sei er aber nach eigenen Angaben abgewiesen worden. Seine Zweitimpfung sollte er mit dem Impfstoff von Biontech bekommen. "Ich habe damals beim ersten Impftermin Biontech haben wollen. Da hat man mir klipp und klar gesagt, ich bin unter 60, für mich kommt nur Astrazeneca in Frage", erzählt er. Damals war die Impfung mit Astrazeneca für über 60-Jährige ausgesetzt worden. Mieth reagiert mit Unverständnis. "Es wird überall in den Medien propagiert, dass Astrazeneca auf Halde liegt. Dann gibt's Leute, die wurden damit geimpft, wollen die zweite Dosis und denen wird das verweigert", so Mieth.

Innenministerium: Kein Astrazeneca in Impfzentren

Solche Diskussionen führt Jens Rohloff, Leiter des Cottbuser Impfzentrums häufiger. "Bei den unter 60-Jährigen, die als Erstimpfung Astrazeneca bekommen haben ist die Stimmung mitunter sehr schlecht, weil sie hier abgewiesen werden, wenn sie Astrazeneca als Zweitimpfung haben möchten", so Rohloff.

Bereits am Mittwoch hatte das Brandenburger Innenministerium mitgeteilt, dass trotz der Freigabe Astrazeneca in den Impfzetren nicht an unter 60-Jährige verimpft wird. Die Aufklärung würde dabei zu lange dauern, hieß es. Stattdessen sollen Hausärzte, die gegen Corona impfen, Astrazeneca an diejenigen Patienten vergeben, die den Impfstoff einerseits wollen und denen von ihrem Arzt andererseits Unbedenklichkeit bescheinigt wird. Andreas Mieth hat damit nur bei einem Hausarzt die Chance auf eine Zweitimpfung mit Astrazeneca.

Bedenken bei Impflingen

"Viele wollen keine sogenannte Kreuzimpfung", erklärt Jens Rohloff. Das sind Impfungen mit zwei verschiedenen Wirkstoffen. Rein medizinisch sei dies kein Problem so Rohloff. Es gebe sogar Studien, die zeigen würden, dass eine Impfung mit zwei verschiedenen Impfstoffen besseren Schutz bieten würde.

Rohloff zeigt Verständnis für die Entscheidung des Innenministeriums. "Die Hausärzte kennen ihre Patienten, kennen ihre Krankengeschichte, wissen ob der Patient zu Thrombosen neigt und die haben die Zeit ein vernünftiges Gespräch zu führen." Damit sei eine bessere Aufklärung möglich, so Rohloff.

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Sendung: Antenne Brandenburg, 07.05.2021, 15:40 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    "Die Hausärzte kennen ihre Patienten, kennen ihre Krankengeschichte, wissen ob der Patient zu Thrombosen neigt und die haben die Zeit ein vernünftiges Gespräch zu führen." Damit sei eine bessere Aufklärung möglich, so Rohloff.
    Und was ist wenn es zu weitere Todesfälle kommen sollte? Wer haftet dafür? Bestimmt nicht der Hausarzt der ja seine
    Patienten kennt etc. Man sollte hier also den Patienten entscheiden lassen, mit was er geimpft werden möchte.
    Ansonsten muss sich keiner wundern, wenn der eine oder andere sich überhaupt nicht Impfung lassen will. Dann heißt es wieder man ist ein Verweigerer?

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