Oberspreewald-Lausitz - Falscher Verteidiger bringt Lausitzer um knapp 15.000 Euro

Nahaufnahme von einer Handvoll Euro-Geldscheinen (Foto: dpa/Hofer)
Bild: chromorange

Ein Mann aus Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) hat Tausende Euro an Betrüger verloren. Der 65-Jährige habe sich am Mittwoch bei der Polizei gemeldet, nachdem er einem Unbekannten 14.500 Euro übergeben hätte, berichtete die Polizeidirektion Süd am Freitag.

Drei Betrugsfälle innerhalb weniger Tage

Bei dem Betrug handelt es sich um eine Variante des "falschen Polizisten". In diesem Fall wurde der 65-Jährige von einem unbekannten Mann angerufen, der sich als Strafverteidiger ausgab. Er behauptete, den Auftrag zu haben, für den Sohn des Mannes eine Kaution aufzutreiben. Der Sohn soll einen Unfall gehabt haben. Der Geschädigte besorgte das Bargeld und übergab es in Lübbenau an einen Unbekannten.

Es ist bereits das dritte Mal in dieser Woche, dass die Polizei einen solchen Betrugsfall aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz meldet. In Vetschau hatten sie sich als Polizisten ausgegeben. "Sie berichteten einer Frau am Telefon, dass ihre Tochter einen Unfall verursacht habe und festgenommen wurde", so ein Polizeisprecher. Für die Freilassung sollte sie eine Kaution bezahlen. Dadurch habe die Frau eine fünfstellige Summe verloren.

Eine andere bekannte Masche, um an Geld zu kommen, benutzen Betrüger in Großräschen. Zwei angebliche Mitarbeiter einer Firma hatten Reinigungsarbeiten auf einem Grundstück angeboten. Nachdem sie unaufgefordert mit der Arbeit begonnen hatten, forderten sie mehrere Tausend Euro in Bar.

Echte Polizei fordert kein Bargeld

In diesem Zusammenhang gibt die Polizeidirektion Süd noch einmal den Hinweis, nicht auf Betrüger einzugehen. "In keinem Fall werden sich Staatsanwälte, Gerichte oder die Polizei telefonisch oder persönlich an Sie wenden, um Bargeld oder gar Wertgegenstände, Schmuck oder Edelmetalle zur Abdeckung offenstehender Verfahren entgegenzunehmen", sagte Sprecher Lutz Miersch.

Kautionen in Form von Bargeld gebe es im deutschen Rechtssystem nicht. "Vielmehr geht jeder Forderung ein Schriftwechsel voraus und Sie haben stets die Gelegenheit, sich die Legitimation eines Behördenvertreters von dessen Dienststelle bestätigen zu lassen."

Die Polizei Brandenburg hat Hinweise zum Schutz vor aktuellen Betrugsmaschen auf ihrer Internetseite zusammengefasst [polizei.brandenburg.de].

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.05.2021, 09:30 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Der Mann ist 65 und keine 85+ Jahre alt und lebt in Lübbenau und nicht irgendwo im "Tal der Ahnungslosen" im dunklen Wald. Sorry, aber . . .

  2. 1.

    Mein Mitleid mit den "Betrogenen" hält sich in Grenzen. Täglich wird in den Medien vor Betrügern jedweder Art gewarnt. Die Palette ist riesig. Und so ist es für mich um so unverständlicher, dass es immer noch Menschen gibt, die völlig treuselig ihr Vermögen Fremden in die Hand drücken. Sorry, wer in der heutigen Zeit so naiv und blauäugig ist, ist selber schuld. Noch nie war es einfacher, den vermeintlich in Not geratenen Angehörigen telefonisch zu kontaktieren oder zumindest die Polizei über die normale Einwahl, ohne den Notruf zu strapazieren. Und lieber einmal zuviel angerufen als seine "Kohle" Gaunern in den Rachen zu werfen.

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