Blick in die Leitstelle Lausitz (Bild: rbb/Krüger)
Blick in die Leitstelle Lausitz | Bild: rbb/Krüger

Tag der Feuerwehrleute - Auf ein Gespräch in der Leitstelle Lausitz

Am Dienstag ist Florianstag und damit der Tag der Feuerwehrleute. An diesem Tag rücken die Geschichten und Schicksale von Feuerwehrleuten in den Fokus der Öffentlichkeit.

Für Südbrandenburg beispielsweise werden sämtliche Feuerwehreinsätze in der Leitstelle Lausitz in Cottbus koordiniert. Und auch, wenn der Beruf für Dankbarkeit sorgt, bringt er doch immer wieder Belastungen mit sich, die nicht alltäglich sind. Das erzählen der Leiter der Leitstelle, Ingolf Zellmann und der ärztliche Leiter des Cottbuser Rettungsdienstes, Thomas Lembcke.

Pandemie verstärkt psychischen Stress

Für beide bringt der Beruf immer wieder besondere psychische Belastungen mit sich. Notarzt Thomas Lembcke berichtet beispielsweise vom vollendeten Suizid eines 15-jährigen, bei dem er vor einigen Jahren im Einsatz war. Der Fall lasse ihn bis heute nicht los.

Doch während solche Ereignisse nur selten vorkommen, fährt seit mittlerweile über einem Jahr die Angst vor der Pandemie im Rettungswagen mit. Immer wieder gebe es Konflikte, erzählt Lembcke. So müsse immer wieder abgewogen werden, ob noch Zeit sei, den Vollschutz anzulegen, oder ob direkt mit der Arbeit am Patienten begonnen werden muss.

Auch Feuerwehrmann Ingolf Zellmann bestätigt das. Viel seelisches Leid müsse bei dem Beruf ertragen werden, erzählt er. Er erinnert sich vor allem an die Zeit im Dezember, als Patienten aus Kapazitätsgründen verlegt werden mussten. Er spricht von "großen Veränderungen und großen Belastungen, mit denen wir alle nicht gerechnet haben".

Mit den fortschreitenden Impfungen sollen solche Sorgen zukünftig kein Rolle mehr spielen. Dann soll auch in der Leitstelle Lausitz wieder der Alltag einkehren.

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.05.2021, 14:10 Uhr

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