Aufruf zur Blutspende - Bedarf am Klinikum Niederlausitz wird durch OP-Rückstau größer

Beutel mit Blutspende (rbb/Schomber)
Bild: rbb/Schomber

Zum Weltblutspendertag an diesem Montag ruft der Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Labordiagnostik/Mikrobiologie am Klinikum Niederlausitz Heinz-Detlef Gremmels zum Blut spenden auf. "Bevor die Lausitzer zur Ostsee oder an andere Orte in den Urlaub fahren, sollten sie noch diesen Termin absolvieren", mahnt er. Durch die Corona-Pandemie sei die Spendenbereitschaft schlecht gewesen, die Ferienzeit werde die Situation verschärfen.

Auf der anderen Seite gebe es einen Rückstau bei den Operationen und anderen medizinischen Eingriffen. Während der Corona-Pandemie wurden nicht zwingend nötige Operationen zurückgestellt. Dafür werde dringend Blut benötigt. Die Diskrepanz zwischen Angebot und Bedarf werde immer größer.

Keine "Hamsterhaltung"


Noch sei die Situation am Standort Senftenberg nur leicht angespannt. Der Kühlschrank mit den Blutkonserven sei entsprechend des OP-Plans und der zu erwartenden Notfälle gefüllt. Das Labor betreibe keine "Hamsterhaltung", denn Blut sei ein kostbares Gut, die Konserven dürften nicht verfallen.

Der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Hand und Plastische Chirurgie Johannes Boehnke kann sich auf die Lieferungen aus dem Labor verlassen. Allerdings macht er klar: Wenn das nicht so wäre, dann müsste er das Haus bei der Leitstelle Lausitz abmelden und könnte keine Notfälle aufnehmen.

Bei einem Oberschenkelbruch könne der Patient schon zwei Liter Blut verloren haben. Ohne Blutkonserve werde dann jede weitere Maßnahme kritisch, so der Unfallchirurg.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.06.2021, 15:40

 

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