Edelmetall-Diebe - Polizei registriert mehr Diebstähle von Katalysatoren in der Lausitz

Mi 22.12.21 | 13:17 Uhr
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Blick unter ein Auto, bei dem der Katalysator abgetrennt wurde (Foto: imago/Alves)
Audio: Antenne Brandenburg | 22.12.2021 | Aline Lepsch | Beispielfoto | Bild: www.imago-images.de

In Deutschland werden immer mehr Katalysatoren aus Fahrzeugen gestohlen. Die Diebe haben es auf Edelmetalle wie Platin abgesehen, die im Kat verbaut sind. Auch die Lausitzer Polizei zählt immer mehr Fälle - und vermutet eine Bandenstruktur.

Um an seltene Edelmetalle zu kommen, werden immer mehr Katalysatoren von Fahrzeugen gestohlen. Allein in Cottbus und dem Spree-Neiße-Kreis seien in diesem Jahr knapp 50 Kats gestohlen worden, sagte Polizeisprecher Maik Kettlitz am Mittwoch dem rbb. "Den Schwerpunkt bilden die letzten Wochen und Monate." Betroffen seien vor allem ältere Autos, in neueren seien die Katalysatoren anders aufgebaut.

Insgesamt haben Diebe in Deutschland in diesem Jahr nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) von Anfang Dezember mehr als 900 Kats abmontiert. Das seien doppelt so viele wie im Jahr zuvor, teilte der ADAC [adac.de] mit.

Diebe gehen nicht zaghaft vor

Grund für den Diebstahl sind dem Polizeisprecher zufolge wertvolle Rohstoffe wie Palladium, Platin und Rhodium, die in den Katalysatoren verbaut sind. Sie würden überwiegend in Osteuropa ausgebaut und dann weiterverkauft werden. "Das bedeutet für die Diebe, dass sie auf dem Schwarzmarkt durchaus mehrere hundert Euro für einen Kat bekommen." Die Polizei geht von eine Bandenstruktur mit direkten Verbindungen zum Schwarzmarkt aus. Nur selten seien es Einzeltäter.

Um an die Katalysatoren zu kommen, nutzen die Täter "rohe Gewalt", so Kettlitz. Zwei Diebe, die die Polizei zuletzt in Cottbus stellen konnte, haben eine Flex benutzt. "Sehr rustikal, sehr schnell." Genau diese Geschwindigkeit mache es der Polizei so schwer, die Täter auf frischer Tat zu fassen.

Anwohner melden Schleifgeräusche

In Cottbus ist es jedoch gelungen, genau wie im jüngsten Fall in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree). Anwohner hatten Dienstagmorgen laut Polizei bemerkt, wie zwei Männer aus einem Kleintransporter stiegen und zu einem abgestellten Fahrzeug gingen. "Schleifgeräusche ließen erahnen, dass jenes Duo es wohl auf den Katalysator des Autos abgesehen hatte", heißt es im Polizeibericht [polizei.brandenburg.de]. Als die Polizei angekommen sei, sei einer der Männer geflüchtet, der zweite wurde gefasst. Es habe sich sich herausgestellt, dass der 32-Jährige den Beamten schon einschlägig bekannt sei.

Allein für die Monate November und Dezember listet die Polizei für ganz Brandenburg zum Thema Kat-Diebstähle bisher 28 Fälle auf, die meisten aus Cottbus (acht), Märkisch-Oderland (sechs) und der Uckermark (ebenfalls sechs).

Schützen kann man sein Auto kaum. Eine Kat-Diebstahlsicherung gibt es nicht. Die beste Sicherung ist laut Polizeisprecher Maik Kettlitz eine Garage - "mit einem anständigen Tor und einem anständigen Schloss."

Mit Informationen von Aline Lepsch.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.12.2021, 15:10 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Ach Quatsch. Von wegen wertvolle Metalle. Das sind bestimmt Impfverweigerer, die sich denken, Katalysatoren reinigen die Atemwege. Dann braucht man nicht zu impfen. *Ironie Ende*

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