Steigende Betriebskosten - Lausitzer Mieter müssen tiefer in die Tasche greifen

Mi 11.05.22 | 15:51 Uhr | Von Daniel Mastow
Erdgasleitung (Symbolbild)(Bild: dpa)
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Audio: Antenne Brandenburg | 09.05.2022 | Daniel Mastow | Bild: dpa

Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine wirken sich auf die Energiekosten in der Lausitz aus. Die Preise für Strom und Gas sind extrem angestiegen. Ein Gasversorger, der Mieterbund und eine Wohnungsbaugesellschaft geben Einblicke. Von Daniel Mastow

Die Preise für Strom und Gas sind extrem gestiegen. Das wird sich auch in den Betriebskosten niederschlagen. Die Wohnungsbaugesellschaft WIS im Spreewald ist mit 4.200 Wohnungen der größte Vermieter in der Spreewaldregion und derzeit damit beschäftigt, seine Mieter anzuschreiben. "Wir gehen im Moment davon aus, dass wir maximal 40 Euro pro Monat als erhöhte Vorauszahlung an unsere Mieter weitergeben", sagt WIS-Geschäftsführer Michael Jacobs.

Er ist sich dessen bewusst, dass die Erhöhung für viele Mieter nicht leicht zu stemmen sein wird. Die monatliche Erhöhung soll die Kunden vor einer bösen finanziellen Überraschung bei der nächsten Betriebskostenabrechnung verschonen, sagt Jacobs: "Wir wollen gerne verhindern, dass es bei einer späteren Nachzahlung zu Beträgen von vielleicht 1.000 Euro kommt."

Gas im Einkauf teurer

Regionale Gasanbieter wie Spreegas oder Mitgas begründen den Anstieg ihrer Preise damit, dass das Gas im Einkauf teurer geworden ist. Mehrere 100 Euro mehr im Jahr müssen Kunden von Spreegas jetzt zahlen. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich, sagt Spreegas-Geschäftsführer Andreas Kretschmar. Ein Großteil der Kunden habe Verständnis für den Preisanstieg, fürchte aber um die Einschnitte in die Haushaltskasse. "Die Sorge ist natürlich berechtigt. Wenn man überlegt, dass wir bei einer Familie mit rund 18.000 Kilowatt/Stunde im Jahr rund 400 Euro mehr berechnen - genau sind es 33 Euro mehr im Monat - das ist schon eine Hausnummer", sagt Kretschmar. Spreegas will seinen Kunden entgegen kommen und bietet nach Rücksprache Ratenzahlungen an.

Mieterbund kritisiert Energiekostenpauschale

In einem Entlastungspaket hat die Bundesregierung eine Energiekostenpauschale von 300 Euro beschlossen. Im Verhältnis zu den Kostensteigerungen sei das zu wenig, findet Detlef Höhl vom Deutschen Mieterbund in Cottbus. Viele Familien würden 30 bis 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Höhl geht davon aus, dass auch dort in den nächsten Jahren Erhöhungen zu erwarten sind. Er rät Mietern, sich finanzielle Polster anzulegen: "Damit man dann in der Lage ist, die wesentlich höheren Kosten zu zahlen." Im Ergebnis stehe fest, so Höhl, dass die Kosten im nächsten Jahr höher sein werden als in diesem.

Beitrag von Daniel Mastow

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