Ein Hubschrauber der Bundeswehr transportiert Löschwasser über dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide, wo es seit Sonntag wieder brennt. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Video: Brandenburg aktuelll | 09.07.2018 | Phillip Manske | Bild: dpa/Patrick Pleul

Einsatzkräfte ziehen ab - Brand in der Lieberoser Heide ist gelöscht

Es war ein harter Kampf, bis der Brand in der Lieberoser Heide unter Kontrolle war. Zeitweilig konnte nur mit Hubschraubern aus der Luft gelöscht werden. Zum Schluss kam den Einsatzkräften dann auch Regen zur Hilfe.

Der Brand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberoser Heide in Südbrandenburg ist gelöscht. Nun würden die Einsatzkräfte alles zusammenpacken und abziehen, sagte die Feuerwehrleitstelle Lausitz dem rbb am Dienstagmorgen.

Noch am Montag hatte böiger Wind dazu beigetragen, dass sich die Flammen ausbreiteten. Inzwischen regnet es aber stellenweise in der Lieberoser Heide. Dies habe zum Löschen des Brandes beigetragen, sagt die Feuerwehrleitstelle Lausitz.

Zuletzt konnten die Einsatzkräfte das Feuer in der Lieberoser Heide in Südbrandenburg nur mit Hubschraubern bekämpfen. Bis zum Montagnachmittag standen 80 Hektar Wald auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz im Landkreis Dahme-Spreewald in Flammen. Das Feuer war am Sonntag ausgebrochen.

Hubschrauber mussten tief fliegen

Die Bekämpfung des neuen Brandes in der Lieberoser Heide war wegen des munitionsbelasteten Bodens für die Feuerwehrleute schwierig. Im Gegensatz zum ersten Feuer, das vor ein paar Tagen gelöscht wurde, konnten hier nicht die Wege benutzt werden, da auch diese mit Munition belastet sein können, sagte ein Feuerwehrsprecher dem rbb. Deswegen wurde mit drei Hubschraubern von Bundeswehr und Bundespolizei aus der Luft gelöscht. Die können jeweils 4.000 bis 5.000 Liter Wasser transportieren.

Bis etwa 21 Uhr sind die Hubschrauber geflogen, sagte Kreisbrandmeister Ronald Judis im rbb. Danach haben die Forstmitarbeiter die Bodenkontrolle des Feuers übernommen. Der Hubschrauber der Bundeswehr war bis Mitternacht zu Löscheinsätzen unterwegs.

Die besondere Herausforderung für die Hubschrauberpiloten der Bundeswehr und auch der Bundespolizei war, über munitionsbelastetes Gebiet zu fliegen, wie Verbindungsstabsoffizier Stefan Giebler erklärte. Man wisse nicht, "was da unter einem explodiert". Die Piloten seien auch relativ niedrig geflogen, um das Wasser präzise abwerfen zu können, so Giebler. Der punktgenaue Abwurf habe sich als effektiver herausgestellt als der aus dem Flug heraus.

Dorf Klein Liebitz muss wohl nicht evakuiert werden

Das nahe gelegene Dorf Klein Liebitz war in Gefahr evakuiert werden zu müssen. Der Ort wird teilweise durch eine alte Feuerschneise geschützt. Die wurde am Montag von Anwohnern und Feuerwehr gemeinsam bewässert, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. 

Die Dorfbewohner von Klein Liebitz waren sehr besorgt. "Wir sind fix und fertig, wir können nur hoffen, dass der Wind sich nicht zu uns hier dreht", sagte eine Einwohnerin am Montag dem rbb. Unklar war einigen Anwohnern zufolge auch, was mit ihren Tieren - Rindern, Schweinen und Kleinvieh - im Falle einer Evakuierung passiert. "Man macht sich schon Gedanken, wo man damit hin soll", sagte ein Mann.

Am Abend gab Einsatzleiter Henry Strasen aber schon weitgehend Entwarnung. Dank der Feuerwehr, der Bundeswehr, der Bundespolizei und vieler Freiwilliger, die über Stunden geholfen hätten, sei ein großer Streifen abgelöscht worden. "Das hätten wir so in dieser Form nicht leisten können", sagte Strasen. "Diese prophylaktische Maßnahme ist wirklich den Bürgern zu verdanken."

Rinder stehen in Klein Liebitz auf einer Wiese (Quelle: rbb/Schiller)
Rinder in dem Dorf Klein Liebitz. | Bild: rbb/Schiller

Verdacht auf Brandstiftung

Die Polizei gehe dem Verdacht auf Brandstiftung nach, sagte der Waldbrandschutz-Beauftragte des Landes Brandenburg, Raimund Engel, dem rbb. In der Gegend um Lieberose brenne es in letzter Zeit zu oft, als dass ausschließlich die Trockenheit der Auslöser sein könne.

Das Feuer war am Sonntag wieder aufgeflammt. Die Feuerwehr war auch am Abend noch mit 182 Kräften und knapp 50 Wagen im Einsatz.

Zur Unterstützung bei der Brandbekämpfung wurden auch Forstleute herangezogen: Sie haben verstärkt beobachtet, ob sich das Feuer auch außerhalb des früheren Militärgeländes ausbreitet.

Erst am Donnerstag war in der Lieberoser Heide ein Großbrand ausgebrochen. Rund 400 Hektar Heide und Wald standen dabei in Flammen. Der Brand vom Sonntag liegt der Regionalleitstelle zufolge in einem ähnlichen, aber nicht in demselben Gebiet. Der Beauftragte für den Schutz vor Waldbränden in Brandenburg, Raimund Engel, sagte, es gebe so viele Feuerstellen, dass Brandstiftung nicht mehr ausgeschlossen werde könne.

Weiterhin hohe Waldbrandgefahr in Brandenburg

Das Heideland-Gebiet war von 1942 bis 1992 als Truppenübungsplatz genutzt worden - zunächst von der Waffen-SS, dann von der Roten Armee. Zu DDR-Zeiten war das Gelände der größte Schießplatz des Landes. Die Lieberoser Heide besteht heute aus Sandgebieten, Heideflächen und Wäldern.

Weil es seit Wochen kaum geregnet hat, gilt in fünf Brandenburger Landkreisen die höchste Waldbrand-Warnstufe fünf. In den übrigen Kreisen gilt Stufe vier. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) mahnte nach den letzten Waldbränden in Brandenburg noch einmal eindringlich, "unbedachtes Verhalten kann katastrophale Folgen haben".

Sendung: Inforadio, 10.07.2018, 5.20 Uhr

Kommentar

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16 Kommentare

  1. 15.

    Ok da habe ich das falsch Verstanden Sorry ja das stimmt mit der Bürokratie und Besitzer Das man erst mal Erlaubnis brauch das man da rauf darf auf das Gelände um Tätig zu werden das ist nicht mehr alles Staatlich wie Damals Sorry noch mal Maik

    auch von Mir Dank die Feuerwehren und Helfer Für die Arbeit beim Brand in der Lieberoser Heide

  2. 14.

    Da hast du was falsch verstanden,es ist nicht nur schei..... Wald.ich bin auch bei der ffw und war am Donnerstag und Freitag dort im einsatz.ich wollt ja nur damit sagen das die BW das Gelände nicht einfach so räumen wird.zumal der Besitzer dieses Areals es ja veranlassen muss das geräumt wird.teilweise ist es ja geschehen.und ja ich weiss das es damals anders war,heute läuft eben alles über Bürokratie.

  3. 13.

    Das ist doch Mal eine gute nachricht.vielen Dank an alle Helfer!!!sehr gute Arbeit.

  4. 12.

    Na zu was sind die da die BW Da sieht man mal wieder das es hier nur ums Scheiß Geld geht und nicht um das eigne Volk zu helfen und zu unterstützen wie ich es so raus lesen kann ist ja nur ein Scheiß Wald wo nur bisschen Munition liegt da ist ja nicht so Schlimm das es da alles Abfackelt . wo ich damals bei der Armee in der DDR war da sind wir mit Panzer rein und es wurden Schneisen geschoben da hat keiner gefragt oder im Winter bei -25 Grad in der Braunkohle Helfen dann soll mal die BW Weiter Krieg Spielen in Afghanistan Syrien . Dann Brauchen wir ja auch nicht Helfen mehr wenn das Hochwasser mal wieder ist dann können sie auch alle Absaufen man war so Blöd und ist hin gefahren wo der Rein ist und hat geholfen ist mir auch Scheiß egal dann

  5. 11.

    Einverstanden!

    Vorschlag zur Brandbekämpfung: Kann denn nicht der frischgebackene brandenburgische "Vize-Konter-Re-Hinundher-Admiral zur See" einfach seine rotbeflaggte Flottille die Spree raufschicken (bis zum Südende vom Schwielochsee, passt!) und donnernde Wasserkanonen Richtung Heide jagen? Soviel Luftlinie ist da gar nicht!

    (OK, wird sowieso nicht veröffentlicht, aber vergnügt vielleicht den langweiligen Redaktionsabend..... ;-)

  6. 9.

    Oooh.............getroffene Hunde machen...was?

    Aber das mit den Russischen Truppen glaube ich gern, die habe ich selbst persönlich kennengelernt, hatten immer eine Pulle Wodka und frischen Speck dabei, allerdings handelte es sich dabei immer um Offiziere, die Freigang hatten. Die einfachen "Muschkoten" hatten hier nichts zu lachen.

  7. 7.

    Ich glaube ich spinne, diesen Kommentar kannst dir echt klemmen. Bin hier aufgewachsen und wir hatten früher keine Probleme mit den Russischen Truppen und auch jetzt nicht mit den Wölfen. Überleg erst mal bevor was geschrieben wird.

  8. 6.

    Ja es gibt Panzer die Munition entschärfen.also Minen zumindest.aber das ist verdammt teuer.die Bundeswehr kommt ja nicht und sagt so liebe Leute wir machen das Mal eben.

  9. 5.

    Ich denke die haben Panzer für Munition wo Vorne die Ketten Rotieren mit den Können sie doch da lang machen das die Feuerwehr an die Brandstellen danach ran kommen erst prahlen die sich was die für Fahrzeuge haben aber wenn es wirklich darauf an kommt entweder haben sie keine Lust ein zu setzen oder Angst

  10. 4.

    also die feuerwehren sind schon gut für waldbrände aufgestellt,mit unseren guten alten tatra usw.ich war am do und fr mit im einsatz.aber früher zu ddr zeiten wurden wäder auch mal aufgeräumt,in der forst gab es eigene TLF oder Traktorn mit 10000 l Wasser anhängern und es konnten auch agrarflieger zur brandbekämpfung eingesetzt werden.sowas fehlt.auch die geschichte mit den waldbrandschneisen,es ist ja keine pflicht mehr.ich glaube die leute der umgebung kennen die gefahr die von einem waldbrand ausgeht,also denke nicht das das jemand von umgebung war.man sollte die landesbeschaffung an fahrzeugen für brandgefährdete gebiete auch überdenken,mal ein unimog oder eben Tatra,anstatt eines MAN,der im gelände versagt!

  11. 3.

    Hier muss ein Löschflugzeug der Bundeswehr ran. Wenn so etwas nicht vorhanden ist schnellstens beschaffen. Standorte mit Flugplatz sind ja bekannt. Wasserentnahmestellen auch. ( Kalifornien gibt Ratschläge )

  12. 2.

    Brandstiftung? Da würde ich als Hauptkommissar mal die Viehbauern der Umgebung checken, schließlich ist die Lieberoser Heide Wolfsland. Da kann einem schon ein bestimmter Verdacht kommen......

  13. 1.

    Ist die Feuerwehr überhaupt genügend ausgestattet, um mit Waldbränden fertig zu werden? Waldbrände scheinen mir ja eine unterschätzte Gefahr zu sein. Man kennt es ja aus Kalifornien oder Griechenland, wo dann wochenlang riesige Flächen abbrennen. Dank dem Klimawandel scheinen solche Brände auch hier möglich.

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