Symbolbild: Eine Regionalbahn steht am Bahnhof (Quelle: dpa/Stefan Sauer)
Audio: Inforadio | 02.05.2019 | Johannes Frewel | Bild: dpa-Symbolbild/Stefan Sauer

Ranking von "Allianz pro Schiene" - Bahnhöfe in Brandenburg liegen oft fernab

Im Osten Deutschlands und vor allem in Brandenburg liegt der nächste Bahnhof oft zu weit entfernt. Vielfach ist er nicht einmal mit dem Bus erreichbar. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung. Am besten angebunden sind noch die kreisfreien Städte.

Viele Bahnhöfe in Brandenburg sind nur schwer für Fahrgäste zu erreichen. Darauf weist das gemeinnützige Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene e.V. am Freitag hin.

Die beste Erreichbarkeit stellt das Bündnis in seinem aktuellen Ranking in Cottbus fest. Dort haben 98,7 Prozent der Einwohner kurze Zugänge zu Bus und Bahn. Es folgen Potsdam (98,5 Prozent), Frankfurt (Oder) (97,9) und Brandenburg/Havel (97,1).

Erreichbarkeit Bus und Bahn in Berlin und Brandenburg (Quelle: Allianz pro Schiene)
| Bild: Allianz pro Schiene

Besonders weit unten rangieren die Uckermark (74,1), die Prignitz (71,9) sowie Ostprignitz-Ruppin (69,2). Am schlechtesten sieht es im Landkreis Spree-Neiße aus, wo nur 61,3 Prozent der Einwohner in relativer Nähe eines Bahnhofs oder einer Haltestelle leben.

S-Bahnhöfe ohne Bus-Anschluss

Als "gut erreichbar" definiert die Allianz pro Schiene, wenn die nächste Haltestelle höchstens 600 Meter Luftlinie von der Wohnung entfernt ist oder der nächste Bahnhof maximal 1.200 Meter und dort mindestens 20 Fahrtmöglichkeiten am Tag angeboten werden.

Keiner der Landkreise im Speckgürtel um Berlin erreicht demnach auch nur den bundesweiten Durchschnittswert. Im Landkreis Oberhavel gibt es beispielsweise neun S-Bahn-Stationen - vier davon haben keinen Bus-Anschluss.

Das Bündnis Allianz pro Schiene fordert, Brandenburg müsse mehr tun, um die Menschen vom Auto in die Bahn zu holen. Notwendig sei ein landesweites Konzept, um wirtschaftlich tragfähige stillgelegte Bahnstrecken zu reaktivieren. Nach den Plänen der Bundesregierung soll sich die Zahl der Bahnfahrer bis 2030 verdoppeln, damit die Klimaziele erreicht werden können.

Im deutschlandweiten Vergleich nicht gut angebunden

Uunter allen ostdeutschen Städten und Landkreisen gibt es in Dresden die kürzesten Wege zu Bus und Bahn. In der sächsischen Landeshauptstadt ist der öffentliche Verkehr der Studie nach sogar besser erreichbar als in Berlin, Köln oder Hamburg. Unter den ostdeutschen Landkreisen belegt Wittenberg in Sachsen-Anhalt den ersten Platz.

Unter den Landkreisen mit der schlechtesten Erreichbarkeit liegt keiner in den neuen Bundesländern. Selbst der Brandenburger Landkreis Spree-Neiße, der im Osten auf den letzten Platz kommt, lässt noch 37 Kreise im Westen hinter sich.

Dennoch schafft es im deutschlandweiten Ranking keine ostdeutsche Kommune auf eine Top-Platzierung. Selbst Spitzenreiter Dresden liegt nur auf Platz 27.

Bus und Bahn in Deutschland 2018 (Quelle: Allianz pro Schiene)

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

6 Kommentare

  1. 6.

    Stimmt, Brandenburg liegt oftmals fernab.

  2. 5.

    Ja und, weil sie 800m zur nächsten Bushaltestelle entfernt sind, soll das was sagen? Es geht bei den Zahlen oben um alle Menschen und nicht nur um sie.

  3. 4.

    Schön, noch eine Analyse...

  4. 3.

    Und wie kommt in Berlin da auf Platz 3? Hauptbahnhof, keine Wohngebiete in der Nähe? Na gut, Moabit liegt vielleicht im 600 Meter Bereich, aber sonst? Leipzig mit Bahnhof im Wohnbereich und perfekter Verkehrsanbindung "nur" auf Platz 5? Lokalpatriotismus oder schlechte Recherche. Objektiv auf keinen Fall.

  5. 2.

    Hallo,
    Ich muss täglich ca. 800 m zum Bus laufen!
    Wo kann ich mich beschweren?

    Die 600 m sind ein guter Witz!

  6. 1.

    Das kann ich bestätigen, hatte viel beruflich in Brandenburg zu tun, ohne Auto ging sehr wenig. In manche größeren Orte, wo sich die Behörden der Region befinden, wo man in 60 min mit dem Auto hinfährt, kann man bis 10.00 Uhr von Berlin aus einfach nicht mit öffentlichem Verkehr gelangen. Auf dem Land schaffen sich alle möglichen Einrichtungen Kleinbusse an, geht gar nicht anders.

Das könnte Sie auch interessieren

Bild in groß
Bildunterschrift