ARCHIV - 12.10.2017, Brandenburg, Briesen: ILLUSTRATION - In Handschellen wird ein Fahrer eines polnischen Kleintransporters auf einem Rastplatz an der Autobahn A 12 in Brandenburg abgeführt (Quelle: dpa / Patrick Pleul).
Bild: ZB

Registrierte Straftaten seit 2009 - Weniger Diebstähle und erfolgreiche Einbrüche in Brandenburg

Insgesamt ist Brandenburg sicherer als noch vor elf Jahren: Die Polizei registrierte zwischen 2009 und 2018 14 Prozent weniger Eigentumsdelikte, dazu zählen Diebstähle und vor allem vollendete Einbrüche. Bei manchen Delikten aber gibt es einen deutlichen Anstieg.

Die Zahl registrierter Straftaten wie Raub, Einbruch, Diebstahl und Sachbeschädigung ist in Brandenburg zwischen 2009 und 2018 um etwa 14 Prozent gesunken. Das zeigt eine am Freitag veröffentlichte Antwort der Landesregierung [parlamentsdokumentation.brandenburg.de] auf eine Kleine Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Daniel Freiherr von Lützow. Dieser hatte behauptet, es komme wie in jedem Jahr "wieder vermehrt zu Einbruchs- und Diebstahlsdelikten, somit nimmt die subjektive gefühlte Sicherheitslage gerade durch die Haus- und Wohnungseinbrüche rapide ab."

Mehr versuchte, weniger vollendete Einbrüche

Zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten gibt es erhebliche Unterschiede: In der Prignitz und der Uckermark ging die Zahl der registrierten Eigentumsdelikte um jeweils gut 29 Prozent zurück, so wie in fast allen Brandenburger Kreisen und großen Städten. Nur in Potsdam und im Landkreis Dahme-Spreewald nahmen die Straftaten um rund 120 Fälle beziehungsweise um rund 840 Fälle zu.

Bei den Wohnungseinbrüchen muss man die Zahlen differenziert betrachten: Rechnet man versuchte und erfolgreiche Einbrüche zusammen, stieg die Zahl zwischen 2009 und 2018 leicht auf rund 2.600 Fälle pro Jahr (plus sechs Prozent). Die Einbrecher waren allerdings seltener erfolgreich: Die Zahl der vollendeten Taten ging um 19 Prozent zurück.

Aufklärungsquote besonders bei Diebstahl gesunken

Weniger registrierte Einbrüche gibt es in den kreisfreien Städten Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) sowie den Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Havelland, Uckermark und Prignitz. Dort sank die Zahl um fast 50 Prozent. Die Gemeinden im Berliner Umland dagegen sind laut Polizei seit Jahren stärker von Wohnungseinbrüchen betroffen als die Gemeinden in der Grenzregion zu Polen.

Insgesamt hat die Brandenburger Polizei etwas mehr Erfolg bei der Aufklärung von Eigentumsdelikten als früher: Ihre Quote lag 2018 bei genau 56 Prozent. Bei bestimmten Tatbeständen gibt es aber offenbar Probleme: Bei Wohnungseinbrüchen sank die Aufklärungsquote im Landesdurchschnitt von rund 28 Prozent auf knapp 19 Prozent. Auch beim Diebstahl von Autos, Motorrädern oder Fahrrädern hat sich die Quote sichtlich verschlechtert.

Weniger Diebstähle und Sachbeschädigungen

Betrachtet man allerdings die absoluten Zahlen, werden weniger Diebstähle festgestellt. Zwischen 2009 und 2018 registrierte die Polizei zwischen 2009 und 2018 einen Rückgang um etwa 18.000 Fälle, das entspricht einem Minus von 22,5 Prozent. Das betrifft auch den Autoklau. Nur in den Landkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße nahmen die registrierten Autodiebstähle im Berichtszeitraum von etwa 250 auf 300 beziehungsweise von rund 140 auf knapp 200 zu.

Am deutlichsten aber hat sich die Zahl der Sachbeschädigungen entwickelt: Die Polizei registrierte hier einen Rückgang von 41 Prozent. Für 2019 nannte das Innenministerium noch keine Zahlen. Wie ein Sprecher am Freitag auf Anfrage der dpa sagte, sei aber auch für das vergangene Jahr ein Rückgang der Kriminalität zu erwarten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.03.20, 12 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Fahrraddiebstahl und -zerstörung ist in der Statistik so gering, weil es nicht mehr gemeldet wird. Hat eh keinen Zweck, kein Polizist kümmert sich ernsthaft darum. Hier an den Bahnhöfen in Falkensee wird massenhaft zerstört und geklaut. Auch wenn man den mutmaßlichen Dieb mit dem Fahrrad verfolgt und evtl. weiß wo er wohnt-wen kümmerts? Am Ende steht man nur als falscher Denunziant da.

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