Symbolbild: Polizisten stehen bei einer Razzia wegen vor einem Hauseingang. (Quelle: dpa/P. Zinken)
Bild: dpa/P. Zinken

Razzien in Brandenburg und Berlin - Polizei gelingt Schlag gegen illegalen Handelsplatz "Crimenetwork"

Diebesgut, Falschgeld, Drogen, Waffen, gestohlene Kontodaten: All das wurde auf der illegalen Handelsplattform "crimenetwork.co" angeboten. Gegen die Hintermänner und gegen mutmaßliche Nutzer ist die Polizei jetzt auch in der Region vorgegangen.

Im Rahmen einer bundesweiten Razzia sind bereits am Dienstag auch in Brandenburg und Berlin Wohnungen sowie Büros von Nutzern des illegalen Internet-Handelsplatzes "crimenetwork.co" durchsucht worden.

Auf der Plattform sollen illegale Waren und Dienstleistungen angeboten worden sein. Dazu gehörten Informationen, Daten, Werkzeuge und Waren, die aus Straftaten stammen oder der Begehung weiterer Straftaten dienten. Zudem diente die Plattform als Handelsplatz für den Verkauf von Betäubungsmitteln, Hacker-Tools, Botnetzen, Falschgeld, illegal beschaffter Konten- und Kreditkartendaten und Hieb- und Stichwaffen.

Wie das Landeskriminalamt Brandenburg am Mittwoch mitteilte, richtete sich der Einsatz gegen zehn Beschuldigte aus den Landkreisen Dahme-Spreewald, Havelland, Märkisch-Oderland und Uckermark sowie den Städten Brandenburg an der Havel, Cottbus und Potsdam. Insgesamt 78 Beamte waren daran beteiligt.

Administrator in U-Haft

Bereits Ende Mai 2019 war der damals 26-jährige Administrator der Plattform aufgrund eines Haftbefehls in anderer Sache festgenommen worden. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Zeitgleich beschlagnahmten Beamte des Landeskriminalamts Brandenburg die Plattform. Seit August 2019 ermittelten dann federführend Cybercrime-Spezialisten aus Bamberg gemeinsam mit einer länderübergreifenden Ermittlungsgruppe und dem Bundeskriminalamt gegen Nutzer.

Hauptbeschuldigter in Berlin festgenommen

Am Montag hatten Brandenburger Spezialeinheiten dann einen der Hauptbeschuldigten in Berlin festgenommen. Dem 29-jährigen Brandenburger werden mehr als 1.500 Straftaten angelastet. In seinem Büro in Berlin-Mitte wurde hochwertige PC-Technik sichergestellt. Er sitzt seit Dienstag in Cottbus in Untersuchungshaft.

In allen Bundesländern bis auf Thüringen waren am Dienstag 1.400 Polizeikräfte im Einsatz und durchsuchten insgesamt mehr als 200 Objekte. 32 Personen wurden vorläufig festgenommen und insgesamt elf Haftbefehle vollstreckt. Bei den Razzien wurden Betäubungsmittel, Datenträger, über 700 elektronische Geräte wie Laptops und Mobilfunktelefone, Bargeld im fünfstelligen Bereich, diverse Waffen, digitale Währungen, sowie belastende Unterlagen sichergestellt. Neben deutschen Polizisten kamen auch in Polen und Österreich Beamte zum Einsatz.

Sendung: Brandenburg aktuell, 24.06.2020, 19:30 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    Hier handelt es sicht nicht um das Darknet sondern um eine normal aufrufbare webseite im "normalen" Internet. Das ganze hat an sich 0 mit dem Darknet zutun. Man konnte und kann immernoch all diese "illegalen" Dinge im normalen Internet erwerben, auf speziell dafür ausgelegten Seiten welche man in 5 Minuten richtigem googlen finden kann.

  2. 8.

    Wird jetzt hier das "Darknet" schöngeredet?Nicht registrierte Waffen,Drogen,Identitätsdiebstahl und Raubkopien: Im Darknet gibt es alles,was es nach dem geltenden Gesetz gar nicht geben dürfte.
    Das ist nicht aus der Luft gegriffen.Sorry

  3. 7.

    Wenn sich Kriminelle auf die eigene Stirn "crimenetwork.co" schreiben, ist das nicht nur unfreiwillig komisch, da selbst enttarnend, sondern alles andere als verborgen. Hieb-und Stichwaffen, Kevlar-Westen, Quartz-Handschuhe oder anderen Nazi- oder Polizeibedarf finden Sie bereits auf den Seiten von amazon. Ob das dann jeweils durch den Zoll kommt, weiß ich nicht.

    Ferner ist das darknet kein stereotyp von Kriminellen genutzter Raum, sondern vor allem von menschenrechtlich bedrohten Personen, im In- und Ausland. Die bloße Tatsache, dass die sich außerhalb von Rechtsstaatlichkeit befindlichen Geheimdienste Probleme haben, selbstredend schwer zu Überwachendes zu kontrollieren, sorgt für eine unnötige Konnotation. Waffen., Drogen-, Menschen- oder Kinderpornohandel finden auch außerhalb des darknets statt, manchmal gar in Chatforen von Browser-Spielen. So viel zu einfachen Sichtweisen.

  4. 5.

    Ich bin begeistert und beglückwünsche die ganze Truppe die zum Erfolg begetragen habe. Ich lese immer öfter solche Meldungen die mei Herz erfreuen. Endlich passiert etwas und es geht diesen Kriminellen und Clans endlich an den Kragen. Hat lange gedauert.... Aber super

  5. 4.

    @karsten Ich möchte an dieser Stelle korrigieren: Die Domain .co gehört zum bekannten, einfach zugänglichen und „sichtbaren“ Internet, das auch Sie und ich nutzen. Es ist grundsätzlich viel einfacher zu nutzen und zu überwachen als das Deep Web oder gar das Darknet, wovon insbesondere letzteres die Nutzung spezieller Software (Tor Browser) voraussetzt und an gänzlich anders aussehenden Adressen erkennbar ist, die auf .onion enden.

  6. 3.

    Warum "Also Darknet"? Die genannte URL deutet auf eine in Kolumbien registrierte Webseite hin. Dunkle Machenschaften können auch im WorldWideWohnzimmer stattfinden.

  7. 2.

    Teilweise verwirrend. Warum schreibt man "Betäubungsmittel", wenn man Drogen meint. Weshalb hat dieses Netzwerk nicht schon vorher in den Medien Wellen geschlagen? (Der Bericht klingt jedenfalls nicht so als wäre Crimenetwork etwas Unbekanntes.) Und haben eventuell die Geschädigten von Datendiebstählen eine Möglichkeit, sich zuverlässig darüber zu informieren, ob ihre Daten von irgendwem gekapert wurden? Gut, es gibt Programme, die da erhellend wirken können. Doch ist Aufklärung über Straftaten nicht eher Polizeisache?
    Wie üblich weiß man in Amerika besser, wie man mit den Betreibern solcher Schwarzmarktseiten umzugehen hat (ich sage nur: Ross Ulbricht. Dass der Crimenetwork-Administrator mit einer ähnlichen Strafe zu rechnen hat, ist in Deutschland leider nicht zu erwarten).

  8. 1.

    Also das sogenannte Darknet!
    Hört sich schon mal gut an.

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