Die Berliner Feuerwehr hatte bei dem Brand in Berlin-Marienfelde zusammen mit den Wasserbetrieben eine Sperre errichtet, um das Abfließen von belastetem Löschwasser zu verhindern. (Quelle: Pudwell)
Bild: Pudwell

Lagerhalle abgebrannt - Kontaminiertes Löschwasser in Kanalisation: tote Fische entdeckt

Nach dem Brand einer Lagerhalle in Marienfelde ist Löschwasser mit Chemikalien in die Kanalisation gelaufen - in der Halle wurden giftige Stoffe aufbewahrt. Im Klärwerk Waßmannsdorf wurden tote Fische gefunden, für den Menschen soll aber keine Gefahr bestehen.

Nach dem Löschen des Großbrands einer Lagerhalle mit gefährlichen Chemikalien in Berlin-Marienfelde sind mit dem Löschwasser Stoffe ins das Klärwerk Waßmannsdorf der Berliner Wasserbetriebe gelangt. Das teilte die Feuerwehr Schönefeld am Samstagabend auf ihrer Facebook-Seite mit. Das habe bereits zum Sterben von Fischen geführt, hieß es.

Nach Informationen der Berliner Wasserbetriebe vom Sonntag soll es sich um sogenannte Cyanide handeln. "Dadurch ist die Biologie im Klärwerk Waßmannsdorf durcheinander gekommen", sagte ein Sprecher. Cyanide verhindern, dass bei Lebewesen wie Fischen genug Sauerstoff über das Blut aufgenommen werden kann. "Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht", sagte der Sprecher.

Hunde sollen nicht aus Teltowkanal trinken

Die Feuerwehr schrieb, dass die Stoffe nicht vollständig abbaubar seien und in "den beiden offen fließenden Ableitern des Klärwerks eine starke Sauerstoffzehrung" bewirkt hätten.

Feuerwehr und Wasserbetriebe versicherten, dass keine Gefahr für Menschen bestünde. Hunde sollten allerdings nicht den in Richtung Rudow sowie in Richtung Schönefeld jeweils zum Teltowkanal fließenden bachartigen Ableitern trinken.

Wassersperre hatte ein Leck

Die Berliner Feuerwehr hatte bei dem Brand in Berlin-Marienfelde zusammen mit den Wasserbetrieben eine Sperre errichtet, um das Abfließen von belastetem Löschwasser zu verhindern. "Die Sperre hatte ein Leck, das wir am Samstagabend mit Dichtkissen gestopft haben", sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntag.

Im Klärwerk Waßmannsdorf (Landkreis Dahme-Spreewald) liefen am Sonntag Arbeiten, um den biologischen Schaden zu beheben. "Schon seit der Nacht pendeln 20 Lastwagen nach Waßmannsdorf, die neuen Klärschlamm aus dem Werk Ruhleben anliefern", sagte ein Sprecher der Wasserbetriebe am Sonntagmorgen. Bis wann die Arbeiten andauern werden, war zunächst unklar.

Der Brand in der Lagerhalle war am Donnerstagabend ausgebrochen. Die Feuerwehr hatte die Anwohner vor starker Rauchentwicklung gewarnt.

Sendung: Abendschau, 14.02.2021, 19:30 Uhr

14 Kommentare

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  1. 14.

    Das wasser vom teltowkanal fließt bis In die Spree ! Vielen Dank !!!!! Ich habe einen angelschein für alle gewässer für viel Geld gekauft . Kann wohl die Überlebenden fische nicht essen , weil wenn nicht Tod aber kontaminiert ????

  2. 12.

    Es handelt sich um das Löschwasserrückhaltesystem der Firma und nicht um eine mobile Sperre.
    Jeder Brand erzeugt ungesunde Substanzen und zum Teil weiß man nie welche, hier ist dank der Info Störfallbetrieb möglich die Stoffe zu ermitteln.

  3. 11.

    Ich gehe mal davon aus, dass aus unseren Leitungen nicht das gereinigte Wasser aus dem Klärwerk fließt, sondern das aus den diversen Tiefbrunnen, die über die Stadt verteilt sind.

  4. 10.

    Darf man denn nun, ohne Bedenken, weiter das Wasser aus dem Hahn trinken? Bis datotrinken es sogar unsere Kinder und seit Donnerstag ist ja reichlich Zeit vergangen.
    Im Zweifel hat man also ohnehin...

  5. 9.

    Was genau da alles in die Kanalisation gelangt ist, kann niemand zu hundert Prozent sicher beantworten. Weil keiner dabei war. Daher verwenden die Wasserbetriebe logischerweise das Wort "Soll". Die Fabrik ist ja verbrannt. Daher kann man nur ungefähr sagen, was da drin war. Das Leck in der Löschwassersperre war ja zunächst nicht aufgefallen. Bis zur Reparatur lief da alles mögliche ungefiltert in den Kanal.

  6. 8.

    Ganz meiner Meinung, genauer fasst es die AVWS https://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung_%C3%BCber_Anlagen_zum_Umgang_mit_wassergef%C3%A4hrdenden_Stoffen
    die aufgrund des WHGs erlassen wurde. Die Firma in der ich arbeite, ein paar Steinwürfe weiter, beachtet die auch. Für das Klärwerk ist dieser Unfall der Supergau, der Sterben der Biologie ist das Schlimmste was einem Klärwerk passieren kann.
    Ich hoffe das die Ruhlebenbakterien sich an das Abwasser anpassen können.

  7. 6.

    Ich hab nicht verstanden wo die toten Fische gefunden wurden. Im Klärwerk? Werden die dort gehalten? Oder in dem Bach zum Teltowkanal?

  8. 5.

    Leider taucht das Wort "soll" auch beim Bundesumweltministerium immer wieder auf.* Der Betrieb kann und will hoffentlich seinen Gefahrenabwehrplan verbessern, um solche Umweltschäden künftig zu vermeiden.
    "Wasserhaushaltsgesetz
    Soweit in Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen umgegangen wird, ergeben sich Anforderungen an Errichtung, Beschaffenheit, Unterhaltung, Betrieb und Stilllegung aus Paragraf 62 f Wasserhaushaltsgesetz. Derartige Anlagen müssen entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik errichtet, unterhalten, betrieben und stillgelegt werden. Die Anforderungen des Gesetzes sollen [!] in einer Bundes-Verordnung weiter präzisiert werden."
    www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/anlagensicherheit

  9. 4.

    Solange Sie nicht darin baden oder das Wasser trinken. Macht eigentlichen keiner, aber vlt ja doch. Was Sie aus dem Hahn in der Wand Zapfen ist eh geklärt.

  10. 3.

    Für die Fische tödlich, der Hund sollte nicht daraus trinken, aber für den Menschen ungefährlich??? Wer bitte soll das glauben?Wir Menschen bringen uns selbst um.

  11. 2.

    Hunde sollen nicht aus den Ableitern trinken. Die in den Teltowkanal münden. Der weit weg ist. Was ist mit allen anderen Tieren außer Hunden? Und den Leuten, die das hier im rbb online nicht lesen? Oder nicht wissen, dass der Bach, an dem sie gassigehen, ein "Ableiter" ist? Bei Blausäure ist das schon ein bisschen kritisch...

  12. 1.

    "... für den Menschen soll aber keine Gefahr bestehen." - Das Wörtchen "soll" sagt mir, dass man davon ausgeht, es aber nicht bewiesen ist. Worte sind geduldig.

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