Eine Ampulle des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca wird in einer Arztpraxis aus einer Packung entnommen (Bild: dpa/Hannibal Hanschke)
Bild: dpa/Hannibal Hanschke

Impfung in Arztpraxen - Brandenburg gibt Impfstoff von Astrazeneca für unter 60-Jährige frei

Wer jünger als 60 ist, kann sich in Brandenburg mit dem Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca gegen Corona impfen lassen - das billigte das Impfkabinett am Dienstag. Die Arztpraxen erwarten größere Lieferungen des Impfstoffs bis Ende nächster Woche.

Unter 60-Jährige können sich jetzt in Brandenburger Arztpraxen mit dem Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca gegen das Coronavirus impfen lassen. Das Brandenburger Impfkabinett habe dies gebilligt, teilte das Innenministerium am Dienstag mit.

Die Arztpraxen erwarteten größere Lieferungen des Impfstoffs. Insgesamt könne der Bestand bis Ende nächster Woche auf mehr als 100.000 Dosen anwachsen, hieß es zur Begründung.

Zuvor habe die Kassenärztliche Vereinigung den Impf-Logistikstab gebeten, Astrazeneca für unter 60-Jährige in Arztpraxen freizugeben, hieß es in der Erklärung des brandenburgischen Innenministeriums. Dem habe am Montagabend der Impf-Logistikstab zugestimmt, das Impfkabinett die Entscheidung in der Sitzung am Dienstag gebilligt.

Ärzte dürfen frei entscheiden, wer Impfstoff bekommt

"Man kann nur Impfstoff freigeben, der auch vorhanden ist, sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU). "Jetzt, wo Astrazeneca endlich wieder in größeren Mengen zur Verfügung stehen wird, können wir für unter 60-Jährige die Priorisierung komplett aufheben."

In Arztpraxen dürfe ab sofort frei entschieden werden, wer den Impfstoff bekomme. Dies erhöhe die Flexibilität für die impfenden Hausärzte ganz entscheidend. "Wer unter 60 ist, kann sich jetzt freiwillig mit Astrazeneca impfen lassen", sagte Stübgen. "Natürlich ist das mit einem ausführlichen Aufklärungsgespräch verbunden." Die letzte Entscheidung, wer geimpft werden kann, liege immer beim Arzt.

Stübgen: Alle Brandenburger sollen bis September Impfangebot erhalten

Dem rbb sagte der Innenminister am Dienstagabend, es sei möglich, bis zum September jedem Menschen in Brandenburg ein Impfangebot zu machen. "Wir befinden uns in dieser Woche in einem fundamentalen Paradigmenwechsel", sagte Stübgen. Nach Monaten des Impfstoffmangels stünden jetzt seit dieser Woche über 100.000 Impfdosen für die niedergelassenen Ärzte zur Verfügung, weitere 50.000 in den Impfzentren und für die sozialen Impfungen im sogenannten "Landesstrang".

Es könne nun durchgestartet werden auf 150.000 Impfungen pro Woche. Wenn dies durchgehalten werde, könne laut Stübgen bis September jedem Menschen in Brandenburg ein Impfangebot gemacht werden.

Eher skeptisch äußerte sich der CDU-Politiker zu Lockerungen der verschärften Corona-Maßnahmen. Zu Himmelfahrt sei dies angesichts der Inzidenzen und der Situation in den Intensivstationen noch nicht möglich. Das Kabinett werde jedoch in der kommenden Woche beraten, ob die Bestimmungen zu Pfingsten gelockert werden können. Darüber werde das Kabinett nächsten Dienstag beraten.

Astrazeneca war für Menschen unter 60 ausgesetzt

Bund und Länder hatten Ende März nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, Astrazeneca nur noch für Menschen ab 60 Jahren einzusetzen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen bei Jüngeren nach der Impfung.

Mittlerweile ist Astrazeneca in einigen Bundesländern für alle Altersgruppen wieder freigegeben. Berlin hob die Priorisierung des Astrazeneca-Impfstoffs am 22. April auf. Brandenburg hatte die Priorisierung zunächst beibehalten. Es sollte keine Verfügbarkeit "vorgegaukelt" werden, "die es nicht gibt", sagte damals ein Sprecher des Innenministeriums.

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.05.2021, 17:00 Uhr

63 Kommentare

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  1. 63.

    Das Impfenhier im örtlichen Impfzentrum war ein Witz,1 Impfung in 10 Minuten,aber Papier dabei produziert,das scheint
    das Wichtigste dabei zu sein. Ich habe einmal hier an einer Grippeimpfung teilgenommen,unser Armeearzt hat mit einer Impfpistole in 5Minuten 200 Personen geimpft,solche Organisation ddes Impfens wäre wichtig,damit die Kriese mal ein Ende hat.Damit auch Imstoff in ausreichender Menge da wäre,hätte unsere Regierung nicht bloß der Biontech-Firma gratulieren sollen,sonder auch gleich zusehen sollen,daß der Impstoff in Deutschland hergestellt wird ,in Dessau hätte man nur das Imstoffwerk ertüchtigen müssen. Die Chinesen hätten das in einer Woche geschafft. Hier wird stattdessen über solche Leistungen ander Länder die Nase gerümpft und gelästert.

  2. 62.

    Warum schießt Ihr Euch fast alle auf Astra Zeneca so ein? In England soll dieser Impfstoff massenhaft und erfolgreich verimpft worden sein. Außerdem betrifft das HirnvenenThrombosen-Problem SÄMTLICHE Corona-Impfstoffe! die seltene Gefahr von Hirnvenenthrombosen betrifft ALLE verfügbaren Corona-Impfstoffe https://www.berliner-zeitung.de/gesundheit-oekologie/thrombose-tritt-wohl-auch-bei-mrna-impfstoffen-auf-li.152973 TROTZDEM ist es ratsam, sich impfen zu lassen, weil selbst Geimpfte sich infizieren können, aber mit leichteren Verläufen und ohne Exitus https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/04/geimpft-und-trotzdem-positiv-corona-impfdurchbrueche-.html TROTZDEM ist es ratsam, sich impfen zu lassen, weil selbst Geimpfte sich infizieren können, aber mit leichteren Verläufen und ohne Exitus https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/04/geimpft-und-trotzdem-positiv-corona-impfdurchbrueche-.html

  3. 61.

    19:48 Uhr
    AstraZeneca: Erhöhtes Thrombose-Risiko auch bei Älteren?

    Laut einer Studie unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) gibt es Hinweise darauf, dass das Risiko von Hirnvenenthrombosen nach einer AstraZeneca-Impfung auch bei Frauen über 60 Jahren erhöht ist. Darüber berichtet der "Spiegel". Die Studie sei noch nicht von anderen Forschenden begutachtet, sondern als sogenanntes Preprint veröffentlicht worden. Demnach wurden neurologische Abteilungen und Kliniken in ganz Deutschland befragt. Sie meldeten insgesamt 45 Fälle von Hirnvenenthrombosen in einem Zeitraum von 31 Tagen nach einer Impfung. Dazu kamen 17 Fälle, in denen Betroffene unter anderem Schlaganfälle oder Hirnblutungen erlitten. Die Rate von Hirnvenenthrombosen nach einer AstraZeneca-Impfung sei zwar insgesamt sehr gering, aber mehr als neunmal höher gewesen als nach einer Impfung mit einem Impfstoff von BioNTech oder Moderna. ( NDR )

  4. 60.

    so kann es auch gehen : " Die Corona-Impf-Aktion auf einem Pforzheimer Supermarktparkplatz kommt gut an. Binnen einer Stunde waren alle 700 Impfdosen vergeben. Die Menschen kamen aus ganz Süddeutschland. " ( SWR )

  5. 59.

    Wer daran Interesse hat, muss sich an seinen Hausarzt wenden.
    „Wer unter 60 ist, mit AstraZeneca vielleicht impfen zu lassen“.

    https://brandenburg-impft.de/bb-impft/de/meldungen/detail/~04-05-2021-brandenburg-gibt-astrazeneca-fuer-unter-sechzigjaehrige-frei

  6. 58.

    Corona macht nicht nur krank, sondern auch doof. Durch meinen Arbeitgeber habe ich AstraZeneca bekommen. Dazu wurde der erste Termin verschoben, dann wieder bestätigt. Wir erinnern uns noch alle weshalb. Dann also die Impfung nicht unbedingt dem Gefühl. Nun steht die 2. Impfung an und was passiert? Der Senat verteilt den AstraZeneca Impfstoff lieber in die Praxen. Mein Arbeitgeber impft jetzt Biontech. Ich möchte aber keine Mischung. Die WHO auch nicht. Begründung: es gibt keine Studien. Wenn ich jetzt höre, dass es in Brandenburg kein Problem darstellt Menschen unter 60 damit zu impfen fühle ich mich restlos von unseren deutschen Politikern verschaukelt.

  7. 57.

    Von welchem Bundesland schreiben Sie bitte? Brandenburg kann es nicht sein, denn hier gibt es nix, wo ich als Ü60 hinströmen könnte, weil es keine Termine gibt, mal ganz unabhängig vom Impfstoff. Ich gehöre zur Prio 3, würde auch AstraZenica nehmen, aber es gibt nichts, keine Termine, nirgends. Weder in den Impfzentren, noch in den Praxen.

    Gruß
    Hajakon

  8. 56.

    " Ich verstehe das alles nicht mehr. "

    da gibt es auch nichts mehr zu verstehen....es erescheint alles willkürlich je nach verfügbarkeit der Impstoffe ,
    STIKO Empfehlung ? egal... einfach " Eigenrisiko " ankreuzen , mE nach sollte AZ komplett aus dem Impfprogramm genommen werden wie in Norwegen u. Dänemark

  9. 55.

    Welches Wunschkonzert?
    Zur Zeit kriege ich (über 60) weder einen Termin beim Hausarzt noch in einem Impfzentrum.

  10. 54.

    Völlig falsch, denn es ist umgedreht die Alten sollten Biontek bekommen und weil Sie so fleißig getestet haben wurde ihnen der Impfstoff entzogen. Nun ist gar keiner mehr vorhanden da fast alle einen Anspruch haben.

  11. 53.

    Warum überhaupt diese Entscheidung? Wenn es nun sehr viel Astra gibt, dann sollte doch die Priogruppe 3 damit geimpft werden, zumindest die, die über 60 sind. Ich verstehe das alles nicht mehr. Jetzt sollen Jüngere eher eine Gefahr auf sich nehmen, weil Ältere (trotz Freigabe durch die Stiko) auf Moderna oder Biontech bestehen. Hieß es nicht mal, dass wer den vorhandenen Impfstoff ablehnt, sich ganz hinten einreihen muss?

  12. 52.

    Die Alten nehmen den Jungen den Biontech-Impfstoff weg.

    Die Praxen erhalten fast nur noch Astrazeneca. Das gefragte Biontech dagegen geht an die Impfzentren.
    Das führe dazu, dass viele noch nicht Geimpfte über 60 Jahren nun in die Impfzentren strömten, um sich dort Biontech abzuholen. "Das ist unsolidarisch. Die Alten nehmen den Jungen den Biontech-Impfstoff weg."

  13. 51.

    2.Versuch, da mein erster Kommentar nicht frei geschaltet wurde! Nein, es sind immer noch keine Termine frei geschaltet!!!

  14. 50.

    Soll das etwa positiv sein? Nein! Positiv wäre es, den Ü60-jährigen zu sagen sie sollten gefälligst Astra Zeneca nehmen, anstatt Wunschkonzert zu spielen, welcher Impfstoff den Herrschaften genehm ist! Es kann doch nicht angehen, dass junge Frauen, die die Pille nehmen, auf der Impfliste immer weiter nach hinten rutschen, und andere das für junge Menschen weitaus höhere Risiko von AZ auf sich nehmen sollen, nur weil hier übelste Wahlkampf Klientelpolitik betrieben wird. Wo ist der Aufschrei der jungen Generation? Ich verstehe es nicht.

    Über ein Jahr lang hieß es wir sollen solidarisch mit den Alten sein, hat der Großteil der Bevölkerung getan, die ALLERMEISTEN haben sich an alle Regeln gehalten. Und nun das?? Solidarität funktioniert wohl nur als Einbahnstraße.

    Und nun direkt an die Senioren, die bequem beim Hausarzt hocken und sich AZ verweigern: Schämt euch!! Es geht auf eure Kosten, dass so viele Menschen nun noch viel länger warten müssen!

  15. 48.

    Mion hier ....
    ...da muss aber irgendjemand falsch informiert worden sein, oder?
    Wo gibt es hier in der Uckermark/Brandenburg Impftermine?
    ----Impfcentrum "Prenzlau" >>>> Es wurden keine freien Termine in Ihrer Region gefunden. Bitte probieren Sie es später erneut.
    Sobald genügend Impfstoff und die entsprechenden Kapazitäten vorhanden sind, werden die Impfzentren weitere Termine einstellen.
    -- Krankenhaus "Schwedt/Oder >>>> Hinweis für Besuchssperre - für Corona-Impfung keine Hinweise!
    -- Hausarzt ?
    Ich lasse mich gerne eines besseren Belehren.
    MfG.

  16. 47.

    Das ist - möglicherweise beabsichtigt - unklar formuliert worden. Brandenburg hebt die Impfprio für AZ auf. Das ändert allerdings nichts an den Empfehlungen der Stiko. Lässt jemand sich freiwillig und damit entgegen der Empfehlung der Stiko mit AZ u60 impfen , erfolgt das i.d.R. auf eigenes Risiko.

  17. 46.

    Hallo,
    ich glaube in dieser Debatte werden die größten Leidtragenden Vergessen. Kinder leben nun seit einem Jahr um Ungewissen. Schulbildung erhalten Sie nur um Selbststudium und sich selbst überlassen, wenn überhaupt. Da der Präsenzunterricht nun seit Wochen ausgesetzt ist. Treffen mit gleichaltrigen Kindern war unterwünscht. Auch die geregelte Essensversorgung an Schulen war eine wichtige Stütze für viele Familien. Für Jugendliche von 12 bis 18 Jahren ist nun eine Impfzulassung beantragt. Für Kinder unter 12 Jahren gibt es noch keinen getestet und zugelassenen Impfstoff. Auch die mediale Berichterstattung wurde auf dem Rücken der Kinder ausgetragen: "Schulen sind zu gefährlich wegen der Ansteckungsgefahr ohne wissenschaftlichen Nachweis. " Für die eigenen Großeltern ist man als Kind eine Ansteckungsgefahr und soll diese nicht mehr besuchen. Was helfen nun zusätzliche Gelder in Schulen für Nachhilfe, wenn diese während der Pandemie es nicht geschafft haben diese zu vermitteln?

  18. 45.

    Als AstraZenica für Ü60 freigegeben wurde habe ich sofort die Hotline angerufen, trotz Überlastung der Hotline bin ich beim ersten Versuch durchgekommen und für den nächsten Tag einen Termin erhalten. Es war alles super organisiert, die Mitarbeiter nett und freundlich (trotz Feiertag) und da ich leicht gehbehindert bin wurde ich sogar mit Rollstuhl befördert. Ich hatte nach der Impfung keine Nebenwirkungen. Ich bin sehr froh dass ich mich zur Impfung entschlossen habe trotz der Negativmeldungen des Impfstoffes. Es muss doch auch mal etwas positiv geschildert werden und nicht immer nur das negative.

  19. 44.

    Was mich irritiert: als Astrazeneca nur für jüngere zugelassen war, mussten die es nehmen, damit für ü65 biontech und moderna bleibt. Nun ist es umgedreht, aber viele ältere warten trotz hohem Risiko lieber auf biontech und moderna anstatt Astrazeneca zu nehmen. Vielen jüngeren bleibt dann nur, auf Astrazeneca auszuweichen, wenn sie nach über einem Jahr Solidarität auch mal in den Urlaub möchten. Ein 30 jähriger single ohne Vorerkrankung mit höchster Steuer und Abgabenlast der OECD darf sich ganz hinten anstellen. Solidarität kennt offensichtlich nur eine Richtung. Ich finde es zutiefst schade und bedauerlich, dass man den jüngeren erst verpflichtend Astrazeneca gab und nun den älteren nicht. Am Ende werden sogar die belohnt, die sich nicht an Regeln gehalten haben und sich bei Partys etc angesteckt haben. Sie gelten nun als Genesen und sind geimpften gleichgestellt. Der brave Bürger wird doppelt bestraft. Und das sage ich als Rentnerin, die bewusst auf Astrazeneca gesetzt hat aus Solidarität mit den jüngeren.

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