Körner könnten Vögel anlocken - Landwirt darf an der BER-Startbahn keinen Mais anbauen

Symbolbild: Ein Feldhäcksler erntet Maispflanzen (Bild: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Ein Landwirt, dessen Flächen an die BER-Startbahn Süd angrenzen, darf dort keinen Mais mehr anbauen. Vor Gericht scheiterte der Bauer gegen eine entsprechende Anordnung. Der Flughafenbetrieb habe einen höheren Stellenwert, entschieden Richter in Cottbus.

Nach der Eröffnung des Flughafens BER darf ein Landwirtschaftsbetrieb auf seinen Ackerflächen an der Startbahn Süd keinen Mais mehr anbauen. Das Verwaltungsgericht
Cottbus habe einen Eilantrag des Betriebs gegen eine entsprechende Anordnung der Luftfahrtbehörde zurückgewiesen, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte.

Die Anordnung wird damit begründet, dass die Aussaat und die spätere Ernte von Mais große Vögel wie Gänse und Kraniche anlockt. Damit sei die Gefahr von Unfällen durch Vogelschlag gegeben.

Vögel als Gefahr für Flugbetrieb

Vorgelegte Gutachten hätten bestätigt, dass insbesondere Vögel wie Wildgänse oder Kraniche eine erhebliche Gefahr für den Luftverkehr darstellen könnten, erklärte das Gericht. Die gelte insbesondere bei Schwärmen, die bis zu 5.000 Vögel umfassen könnten. Die Vögel würden dann regelmäßig die Start- und Landebahn des Flughafens kreuzen.

Der Betrieb hatte vor Gericht geltend machen wollen, dass die Gefahr des Vogelschlags bereits beim Planfeststellungsverfahren bekannt gewesen sei. Daher hätte die Behörde die Öffnung des Flughafens so lange untersagen müssen, bis die Gefährdung durch geeignete Maßnahmen beseitigt sei, so die Antragstellerin.

Dagegen erklärten die Richter, der Betrieb des Flughafens habe im Vergleich zu der Einschränkung des landwirtschaftlichen Betriebs einen höheren Stellenwert. Zudem sei der Flughafenbetreiber verpflichtet worden, die zusätzlichen Kosten, die durch den Ankauf von Mais entstünden, auszugleichen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.06.2021, 12:30 Uhr

25 Kommentare

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  1. 25.

    Da wird sich doch irgendein seltener Vogel oder Frosch finden lassen, der zufällig in die Turbine hopst könnte hätte getätet vielleicht vermutlich. Sowas funktioniert doch immer hervorragend. Dann darf da erst mal zur Brutzeit nicht geflogen werden.
    Sterben Bauern nicht auch langsam aus?

  2. 24.

    Übrigens, alte Bauernregel besagt: die Fruchtfolge beachten,.der Mais ist ein Starkzehrer, und auf den, kann man ganz verzichten.
    Diese Monokulturunen, die sind wirklich das Problem heutiger Zeit, überall Maisfelder oder Rapsfelder, je nach Fördertöpfen der EU..

  3. 23.

    Wenn es so weit kommen würde, dann ist wohl am Berlin ( und Brandenburg ) "Malz un Hopfen verloren".
    Und spätesten da wäre es an der Zeit, den Länderfinanzausgleich für diese zwei Bundersländer einzustellen.
    Ehrlich, dies hätten sie sich selbst zuzuschreiben, und auch verdient.
    Leider, so einfach wäre es doch nicht, wegen des Vertrages, aber Verträge kann man auch ändern.

  4. 22.

    Weil der Bauer zuerst da war und jetzt in die Turbine guckt.
    Jetzt mal echt ... hat schon jemand an die Vögel gedacht? Die werden nun von Flugzeugschlag verschont.

  5. 21.

    .....und daraus wird Biodiesel gemacht . Mit dem Raubbau in der dritten Welt finanzieren wir unseren Wohlstand

  6. 20.

    Doch, von uns Steuerzahlern. Sie haben mitbekommen, dass wir die FBB mit Millarden aushalten?

  7. 19.

    Teil eins des Verfahrens erledigt dieses Gericht. Teil zwei folgt:

    Was ist ein Ausgleich für zugekauftes Futter. Zu welche preis je Einheit erfolgt die Berechnung. Welche Versicherung trägt das, wie schon beschrieben, Insolvenz Risiko.

    Fragen über Fragen!
    Dem Unternehmen und seiner Leitung wünsche ich eine gute Hand, zu sein recht zu kommen. Die Methode, dass plötzlich eine andere GmbH, GmbH & Co kg oder sonstige Spielbälle, für diese frage zuständig sein soll, geht sehr gerne.

    Oder HAFTE die ausstellende Behörde, für dies Anordnung?

  8. 17.

    Wie bitte? Also als Landwirt und auch Dorfbewohner kann ich sagen, dass die hiesigen Maisflächen hier keine Schwärme von Vögel anziehen. Sollen jetzt auch alle Wälder, an denen Straßen grenzen, abgeholzt werden, weil Wild auf die Straße läuft? Manchmal kann man einfach nur mit dem Kopf schütteln.

  9. 16.

    Sobald der BER endgültig pleite ist kreuzt kein Flugzeug mehr die Flugbahnen der Vögel. Jetzt gilt es einen städtebaulichen Wettbewerb auszuloben um die riesigen Flächen und Gebäude des BER einer zukunftsträchtigen Nutzung zuzuführen

  10. 15.

    Es wird doch genug Mais auf den abgeholzten Regenwäldern in Brasilien angebaut. Was brauchen wir hier Mais anbauen wird doch genug von dort importiert.

  11. 14.

    Er könnte seinen Acker doch verkaufen damit dort gebaut werden kann. Grundstücke im Speckgürtel trotz Fluglärm sind ja zur Zeit sehr gefragt. (Ironie)

  12. 13.

    Da es hier sicher nur um Mais für irgend welche BIO Gas Anlagen geht, ist das doch alles OK. Futtermais will keiner von dort haben. Wenn der Bauer ausbezahlt wird warum nicht. Aber die Frage weiter unten wegen der Insolvenz ist legitim ;-)

  13. 12.
    Antwort auf [David Lejdar] vom 10.06.2021 um 15:04

    Dann müsste folgerichtig ja in dem bestimmten Umkreis vom BER ja alles natürliche vernichtet werden, damit nur keine Tiere mehr den ach so wichtigen (Billig) - Flugverkehr gefährden.

  14. 11.

    Wetten, dass das eine Photovoltaikanlage auch wieder nicht geht? - Die Teile könnten ja die Flugkapitäne blenden....

  15. 10.

    Nichts von Beidem. Massentierhaltung, die resultierenden Monokulturen und deren Folgen nebst Fliegerei sind obsolet.

  16. 8.

    So eine dämliche Entscheidung. Was ist denn wichtiger? Die Erzeugung von Tierfutter und Nahrung oder diese umweltschädliche Fliegerei?

  17. 7.

    So eine dämliche Entscheidung. Was ist denn wichtiger? Die Erzeugung von Tierfutter und Nahrung oder diese umweltschädliche Fliegerei?

  18. 6.

    Der Landwirt hätte seine Argumentation ergänzen müssen. Hätte er gesagt, ihm wäre eine seltene Laus über die Leber gelaufen, hätte der BER wohl stillgelegt werden müssen.
    Aber: hätte hätte Fahrradkette!

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