Kontrollen - Zoll nimmt elf Menschen bei Razzien in Brandenburg fest

Symbolbild: Ein Zoll-Beamter untersucht Pakete in einem Geschäft. (Quelle: imago images/R. Hartmann)
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Audio: Inforadio | 07.06.2021 | U. Schleiermacher | Bild: imago images/R. Harmann

Bei Zollkontrollen vorwiegend in Nagelstudios und Gastronomiebetrieben in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) und Oranienburg (Oberhavel) sind elf Menschen festgenommen worden. Darunter wurde auch ein offener Haftbefehl vollstreckt, wie Andreas Graf, Sprecher des Hauptzollamts Potsdam, am Montag mitteilte.

Bei den Einsätzen wurden seinen Angaben zufolge auch mehrere Fluchtversuche vereitelt. Insgesamt habe der Zoll den Aufenthaltsstatus von 82 Personen überprüft und diese zu ihren Arbeitsverhältnissen befragt.

Illegaler Aufenthalt und Verstöße gegen Mindestlohn

"Obwohl die Kontrollen keine Anhaltspunkte für Menschenhandel und Ausbeutung der Arbeitskraft ergaben, konnte neben der Festnahme des Gesuchten auch eine ganze Reihe anderer Verstöße von den Zöllnern aufgedeckt werden", sagte Graf. So seien 34 Strafverfahren unter anderem wegen des illegalen Aufenthalts und Beihilfe zum Missbrauch von Ausweispapieren eingeleitet worden.

Zudem seien bisher 23 Ordnungswidrigkeitenverfahren etwa wegen Verstößen gegen die Vorschriften zum Mindestlohn, der illegalen Beschäftigung von Ausländern sowie der Meldepflicht gegenüber den Sozialversicherungsträgern veranlasst worden.

Die Kontrollen fanden zwischen dem 31. Mai und 5. Juni als Teil der sogenannten "Joint Action Days" statt. Dabei handelte es sich um eine von der europäischen Polizeibehörde Europol koordinierte Aktion, die EU-weit durchgeführt wurde.

Sendung: Antenne Brandenburg, 07.06.2021, 16:30 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Wenn massiv der Mindestlohn unterwandert wird, was macht das mit dem Wert einer Arbeitskraft im Land, kommt das einer Entwertung derer gleich, die hier in ähnlichen Jobs arbeiten? Die Töne Altmaiers um die Rente mit 68 zu weniger als 48% macht es doch sehr deutlich, man kann billigere Arbeitskräfte zu unwürdigen Bedingungen jederzeit abrufen, wir brauchen keine alten und teuren Arbeitskräfte. Logistik, Gastronomie, Reinigung, Pflege, Fleischindustrie.

  2. 2.

    Keine Anhaltspunkte für Menschenhandel und Ausbeutung der Arbeitskraft??? Wenn man Sklaverei nicht sehen möchte, nennt man es einfach Verstoß gegen Mindestlohn und illegalen Beschäftigung von Ausländern.

    Ich empfehle die Dokumentation „Handelsware Kind“ aus der Mediathek: https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/handelsware-kind-100.html

  3. 1.

    Liebe rbb-redaktion,
    was für ein peinliches Symbolfoto!

    Der Zoll läuft seit nunmehr schon zwei Jahren in blauer Uniform durch die Gegend.

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