Starkregen und Hitze im Wechsel - Brandenburger Fischen geht es besser als den Berliner Artgenossen

Ein junger Hecht wird aus dem Netz gezogen (Quelle: dpa/Alexander Prautzsch)
Bild: dpa/Alexander Prautzsch

Auf die Wetterextreme diesen Sommers reagieren Fische in Brandenburger und Berliner Gewässern unterschiedlich. Während es im Sommer infolge von Starkregen in den träge fließenden Kanälen der Hauptstadt mitunter zu Fischsterben kommt, bestehe diese Sorge in Brandenburgs natürlichen Gewässern nicht, sagte Lars Dettmann, Geschäftsführer des Brandenburger Landesfischereiverbandes.

Grund für das Fischsterben in Berliner Gewässern ist Sauerstoffmangel. Bei sommerlichen Temperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser. Algen und Wasserpflanzen sorgen tagsüber für Sauerstoffproduktion. Aber nachts kommt es mitunter zu einem Mangel an Sauerstoff, denn ohne Sonne können die Pflanzen keine Photosynthese betreiben.

Kommt dann Starkregen hinzu, der Straßendreck und viele organische Materialien aus dem Vorwasser der Kanalisation in die Berliner Gewässer spült, verschlimmert sich der Sauerstoffmangel. Denn Mikroorganismen verbrauchen Sauerstoff, während sie die organischen Substanzen zersetzen. Für die Fische bleibt dann mitunter nicht genug zum Atmen.

Brandenburg hat fast 1.000 Quadratkilometer Wasserfläche

Da Brandenburgs Gewässer weitläufiger und die Ufer oft naturbelassen sind, führen Hitze und Starkregen hier nicht zu einem gravierenden Sauerstoffmangel. Den Fischen gehe es gut in diesem Sommer, so der Landesfischereiverband. "Um den Fortbestand der meisten Arten muss man sich keine Sorgen machen", sagte Lars Dettmann. Vor allem in Uferbereichen seien derzeit Schwärme von Fischbrut zu beobachten, die erst vor Tagen oder Wochen geschlüpft seien.

Nach Angaben des Verbands verfügt Brandenburg über insgesamt 998 Quadratkilometer Wasserfläche. Neben 125 Fischereibetrieben gibt es 32 Fischzuchtbetriebe im Land. Mit gut 1.000 Tonnen bewegen sich die jährlichen Fangmengen der Erwerbsfischerei nach Angaben des Branchenverbands auf stabilem Niveau.

In Berlin ist seit 25 Jahren nachts im Sommer ein Belüftungsschiff unterwegs, das Sauerstoff vorwiegend in die Kanäle pumpt. Trotzdem werden jährlich tausende Kilo toter Fische aus den Berliner Gewässern geholt. Grund ist vor allem die Mischwasserkanalisation im Zentrum, die bei Starkregen überlaufen kann. Dadurch wird Unrat ohne Kläranlage direkt in die Gewässer geschwemmt.

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