Sachsen und Brandenburg - Sechs Festnahmen bei Razzia in der Hooligan-Szene

Zwei Polizisten stehen vor einem Hochhaus. 800 Polizisten haben in Sachsen und Brandenburg Wohnungen von Tatverdächtigen der schweren Fußball-Krawalle bei Dynamo Dresden durchsucht. (Quelle: DPA/Tino Plunert)
Bild: DPA/Tino Plunert

Bei Durchsuchungen in Sachsen und Brandenburg sind am Donnerstag fünf dringend Tatverdächtige festgenommen worden. Ein sechster Beschuldigter, ein 30-Jähriger aus Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz), stellte sich am Nachmittag im Beisein eines Anwalts der Polizei, wie der rbb von der Staatsanwaltschaft Dresden erfuhr. Auch er wurde festgenommen.

Die Durchsuchungen fanden im Zuge der Ermittlungen zu den Fußball-Krawallen Mitte Mai in Dresden statt. Den bereits vorbestraften Männern werden Landfriedensbruch in besonders schwerem Fall, gefährliche Körperverletzung und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Sie sollen eine aktive Rolle bei den Ausschreitungen am Rande des Dynamo-Spiels am 16. Mai gespielt haben. Vor allem sollen sie bei den Angriffen auf Polizisten beteiligt gewesen sein und Glasflaschen und andere Gegenstände geworfen haben.

56 Wohnungen durchsucht

Damals wurden 185 Beamte verletzt, 30 waren zeitweise dienstunfähig und vier im Krankenhaus. "Ein derartiger Gewaltexzess bedarf einer konsequenten Antwort des Rechtsstaates, diese ist heute erfolgt", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jürgen Schmidt. "Es wird sicher nicht die letzte sein."

Seit dem frühen Morgen wurden laut Schmidt 56 Wohnungen - darunter auch eine im brandenburgischen Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) - durchsucht. Es wurde demnach zahlreiches Beweismaterial sichergestellt wie Kleidung, Pyrotechnik und Material zu deren Herstellung, Waffenattrappen sowie 46 Handys und Tablets.

Polizisten stehen vor dem Münchner Rudolf-Harbig-Stadion Hunderten Hooligans von Dynamo Dresden gegenüber (Quelle: DPA/Sebastian Kahnert)

Sendung: Radioeins, 22.07.2021, 10 Uhr

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