Fangheuschreckenart breitet sich aus - Berliner und Brandenburger Gottesanbeterinnen gesucht

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Bild: picture alliance/ZUMA Press Wire/Mark Bialek

Es werden Gottesanbeterinnen in Berlin und Brandenburg gesucht: Die Heinz-Sielmann-Stiftung [sielmann-stiftung.de] ruft alle Bürgerinnen und Bürger zur Mithilfe bei der Sichtung des markanten, sieben Zentimeter langen, geschützten Insekts auf. Ein Foto der entdeckten Gottesanbeterin mit Angaben zu Fundort, Funddatum sowie Kontaktdaten des Fotografen kann an die Stiftung geschickt werden, wie diese mitteilte.

Population wird in Datenbank erfasst

2015 wurde demnach erstmals in Brandenburg eine Gottesanbeterin gesichtet: von 2018 bis 2020 meldeten Bürger insgesamt 472 Gottesanbeter-Entdeckungen. In Sielmanns Naturlandschaften Brandenburg wurde die Gottesanbeterin bereits mehrfach nachgewiesen. Die Funde werden jetzt in einer Datenbank mit den Sichtungen der Aktion "Gottesanbeterin gesucht" vom Naturkundemuseum Potsdam und den Mantidenfreunden Berlin-Brandenburg zusammengeführt. Das Citizen Science-Projekt soll die Verbreitung und Ausbreitung der Gottesanbeterin-Population dokumentieren.

Ausgewachsene Jungtiere im September am besten zu beobachten

Das aus Afrika einwanderte Tier ist vor allem auf trockenen Wiesenflächen mit höherer Vegetation zu finden. Aber auch auf Brachen und auf ehemaligen Truppenübungsplätzen wurde sie bereits nachgewiesen. In den Bergbaufolgelandschaften der Niederlausitz findet sie ebenfalls ideale Lebensbedingungen. Die Gottesanbeterin mag es heiß und trocken, ernährt sich vor allem von Insekten und Spinnen. Im September sind die Fangschrecken ausgewachsen und am besten zu sehen. Mit ihrem dreieckigen Kopf und den gefalteten Fangarmen seien sie unverwechselbar und deshalb auch für Laien gut zu erkennen, so die Stiftung. Die erwachsenen Tiere lauerten oft bewegungslos auf ihre Beute, die sie dann blitzschnell mit ihren Fangarmen ergreifen.

Sendung: Inforadio, 05.09.2021, 14:40 Uhr

6 Kommentare

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  1. 5.

    Bevor ich nachschlagen muss: Sind Gottesanbeterinnen denn giftig?

  2. 4.

    Vielen Dank für die ausführliche, sehr interessante Antwort! Jetzt sehe ich die Gottesanbeterin mit neuen Augen.

  3. 3.

    Die Europäische (sic!) Gottesanbeterin lebt wahrscheinlich schon länger in Europa als der Mensch. Es gibt sie sogar in Westsibirien! In Deutschland gab es sie lange Zeit vor allem am Oberrhein (Deutschlands wärmste und frostärmste Region), aber jetzt breitet sie sich allmählich nordostwärts aus. Vermutlich gab es sie hierzulande auch schon im Spätmittelalter, da es damals relativ warm und trocken war.

    Es ist nicht bekannt, dass die verschiedenen Gottesanbeterin-Arten irgendwo auf der Welt einheimische Insektenarten gefährden. Selbst in Nordamerika, wo die Europäische Gottesanbeterin einst zur Schädlingsbekämpfung eingeführt wurde, hat sie kaum Auswirkungen auf die Ökosysteme - allerdings auch nicht auf Schädlinge, wie man gehofft hatte. ;-)

  4. 2.

    Was ich nicht verstehe: Die Gottesanbeterin gehört zu den geschützten Tierarten steht im Text - in Deutschland? Oder in iherm Herkunftskontinent Afrika? Wenn sie sich vor allem von Insekten und Spinnen ernährt, gefährdet sie doch den hier heimischen Bestand dieser Arten, oder nicht?

  5. 1.

    Jo, hier. Hinterm Haus.
    War allerdings letztes Jahr. Und dieses Jahr haben leider rohe Kräfte sinnlos im Dickicht dort gewaltet.
    Ob es sie noch gibt, weiß ich daher nicht.
    Das Tierchen war aber völlig relaxt und hatte es sich auf meinem Rad bequem gemacht. Selbst, nachdem ich aus dem 3. OG mit Kamera wieder runter kam, hockte sie da noch.
    Anderer interessierter Forscher bereits vorhanden :D.

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