15 Jahre nach Jahrhundertsturm - Was von den Spuren Kyrills heute noch zu sehen ist

Di 18.01.22 | 11:15 Uhr
  5
Archivbild: Vom Orkan "Kyrill" umgeknickte Fichten liegen am Montag (22.01.2007) in einem Waldstück. (Quelle: dpa/Uwe Zucchi)
Video: Brandenburg aktuell | 18.01.2022 | Rico Herkner | Bild: dpa/Uwe Zucchi

Der Orkan Kyrill zog im Januar 2007 eine Schneise der Verwüstung durch Deutschland. 13 Menschen starben, der Schaden ging in die Milliarden. Unzählige Bäume wurden entwurzelt. Doch die Brandenburger Wälder haben sich von dem Sturm erholt.

 

15 Jahre nach dem Jahrhundertsturm Kyrill haben sich die betroffenen Waldgebiete von den Folgeschäden erhohlt. "Lediglich der jüngere Baumbestand der wiederbewaldeten Bereiche lässt einen Rückschluss auf dieses Naturereignis zu", teilte das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz in Brandenburg auf Anfrage von rbb|24 am Montag mit.

Kyrill hatte im Raum Schwarzheide den sogenannten Eichwald geschädigt. "Diese Schadflächen sind Eigentum des Landes Brandenburg und wiederbewaldet worden", so ein Sprecher des Ministeriums.

Heute keine Folgeschäden mehr bekannt

Im Wald seien die Wiederbewaldungsarbeiten abgeschlossen. Auch habe die natürliche Sukzession (Naturverjüngung) dazu geführt, dass die betroffenen Flächen wieder mit Waldbäumen bestockt sind, teilte das Ministerium mit. Weitere Folgeschäden durch den Orkan seien nicht bekannt, so ein Sprecher weiter.

Um die schädlichen Auswirkungen des Freiflächenklimas wie Bodenerosion und Bodenaustrocknung und -erhitzung auf den Waldböden zu vermeiden, habe das Land Brandenburg die Wiederbewaldung geregelt. Die Einhaltung dieser überwacht die Forstbehörde des Landes.

Ein Mensch getötet und zehn weitere verletzt

Das Unwetter traf in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 auf Brandenburg. Das Orkantief mit Windgeschwindigkeiten von örtlich bis zu 126 Stundenkilometern richtete vor allem im Süden des Landes Schäden an.

Umgestürzte Bäume im Schlosspark Lauchhammer
Umgestürzte Bäume im Schlosspark Lauchhammer | Bild: privat/Horst Gärtner

Der schwerste Orkanunfall ereignete sich in Strausberg. Dort starb ein 25 Jahre alter Autofahrer, als ein Baum auf sein Fahrzeug stürzte und die Frontscheibe durchschlug. In Treuenbrietzen wurde eine Person beim Einsturz einer Scheune verletzt. Insgesamt wurden Brandenburg zehn weitere verletzt, darunter vier Feuerwehrleute.

Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt und Bauteile lösten sich. Etliche Straßen und Bahnstrecken mussten wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. Die Deutsche Bahn AG musste zum ersten Mal den Fernverkehr komplett einstellen. Mehr als 140.000 Haushalte waren zeitweilig ohne Strom.

Archivbild: Der Leiter der Naturwacht, Rene Klinger, steht am Montag (22.01.2007) in einem Waldstück bei Buckow in der Märkischen Schweiz neben dem Wahrzeichen der Region, der "Wurzelfichte". (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
| Bild: dpa/Patrick Pleul

Allein zwischen Elsterwerda und Plessa (Elbe-Elster) wurden am Sturmabend über 20 Häuser schwer beschädigt, viele Nebengebäude oder Scheunen komplett zerstört. Gegen 19:30 Uhr erreichte der Orkan den Schlosspark in Lauchhammer-West, fast 500 Bäume knickten um wie Streichhölzer.

Feuerwehren, Technisches Hilfswerk (THW) und andere Hilfsorganisationen rückten landesweit zu fast 2.800 wetterbedingten Einsätzen aus. Die Polizei verzeichnete 767 wetterbedingte Einsätze, wobei zwei Einsatzfahrzeuge beschädigt wurden.

Kyrill sorgte deutschlandweit für Sachschäden von rund fünf Milliarden Euro, ergab eine Kostenschätzung der Versicherungen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 19:30 Uhr, 18.01.2022

5 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 5.

    Was soll das jetzt? Will man eine neue Kampagne einleiten, also vor Haus Schäden und Baumbruch und so weiter, damit die Versicherungen kassieren können? Wir sind alle sehr misstrauisch geworden und glauben nicht mehr alles so einfach, sondern sehen einen Zweck (meist zum ab kassieren) hinter vielen Dingen.

  2. 4.

    Na, na versteckte Werbung für Versicherungen ;). Kyrill haben wir hier damals relativ gut überstanden. Nur der Sturm gestern hat Nachbars alte Tanne zu uns geweht. Was soll Zaun kann man reparieren und sonst ist keinem etwas passiert. Bis auf den Schreck.

  3. 3.

    Was der Sturm angerichtet hat war auch bei uns eine Katrastrophe. Unser Haus müsste neu gedeckt, Zäune neu gemacht werden und 5600qm Garten waren nicht mehr da. Darunter Buchen und Eichen die schon 100 Jahre alt waren. Nach dem ersten Schock waren wir dankbar, das wir eine Versicherung hatten, die alle Schäden ohne Abzüge ersetzt hat. Eine "Allianz für's Leben". Selbst die Neuanpflanzung durch einen Gartenbaubetrieb wurde erstattet. "Allianz optimal" nennt sich unsere Gebäudeversicherung.

  4. 2.

    In der Tat verwunderlich, ist El Nino kein Sturm, sondern ein sich ändernde Meeresströmung. Deren Stärke und Häufigkeit hat in Folge des Klimawandel zugenommen.

  5. 1.

    Ich habe gestern eine Reportage gesehen, da sagten die Forscher vor Ort, dass ein Korallenriff wegen El Ninio zerstört worden wäre und nicht wie Klimaforscher behaupten durch Klimawandel. Zwar ein anderer Sturm aber trotzdem verwunderlich.

Nächster Artikel

Bild in groß
Bildunterschrift