Anhaltende Trockenheit - In fast allen Brandenburger Landkreisen besteht hohe Waldbrandgefahr

Fr 29.04.22 | 08:22 Uhr
Ein Schild vom Landesbetrieb Forst Brandenburg mit der Aufschrift «Achtung Waldbrandgefahr! Notruf 112» steht an einer Landstraße in einem Wald. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Video: Brandenburg aktuell | 29.04.22 | Friedrich Herkt | Bild: dpa/Patrick Pleul

Der März und der April waren in Brandenburg viel zu trocken, und auch der Auftakt für den Mai verspricht keine Wetteränderung: Kurz vor dem Wochenende hat sich die Waldbrandgefahr in den meisten Regionen des Landes nochmals verschärft.

Die Waldbrandgefahr in Brandenburg steigt wieder deutlich an. Der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel, sieht am Freitag eine "hohe Gefahrenlage", wie er dem rbb sagte.

In zehn von 14 Landkreisen gilt seit Freitag die zweithöchste Waldbrandwarnstufe 4. In den Kreisen Spree-Neiße, Uckermark, Prignitz und Oberspreewald-Lausitz gilt die Stufe drei. Die Stufen reichen von 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr).

Bereits 55 Brände registriert

Mit Stand Donnerstag seien seit Beginn der Saison im gesamten Land 55 Brände registriert worden, berichtete Engel. Mit anhaltender Trockenheit und steigenden Temperaturen rechnete er auch mit mehr Feuerwehreinsätzen. Zuletzt brannte es am Mittwoch in einem Waldgebiet in der Gemeinde Amt Beetzsee (Potsdam-Mittelmark) auf 5.000 Quadratmetern. Über 70 freiwillige Einsatzkräfte waren am Schwarzen Berg mit zehn Löschwagen vor Ort.

Gefahrenstufen Waldbrand in Brandenburg, Stand: 29.04.2022. (Quelle: rbb|24/Winkler)Waldbrandgefahrenstufen in Brandenburg Stand: 29.04.2022, Quelle: MLUK Brandenburg

Zwei Waldbrandzentralen für Früherkennung

Zwei Waldbrandzentralen sollen in Brandenburg früh Waldbrände erkennen - in Zossen (Teltow-Fläming) und Eberswalde (Barnim). Sie sind ab Gefahrenstufe drei besetzt und überwachen mit Sensoren das Geschehen. Innerhalb weniger Minuten können Mitarbeiter Informationen über Brände an die jeweiligen Leitstellen weitergeben.

Nach Angaben des Agrarministeriums überwachen zudem 105 Sensoren die Waldflächen im Land und scannen sie im Sechs-Minuten-Takt. Automatisiert erkennen und melden sie demnach, wenn eine Rauchwolke über den Baumwipfeln aufsteigt. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg und die Berliner Forsten arbeiten zudem enger zusammen. Auf dem Berliner Müggelberg wurde eine eigene Kamera installiert.

Waldbrandbeauftragter: Wege frei halten für Feuerwehren

Nach dem überwiegend trockenen Monat März sind bislang auch im April ausreichende Niederschläge ausgeblieben und auch derzeit laut Engel nicht zu erwarten. Mit Blick auf Totholz in den Wäldern wies der Waldbrandbeauftragte Besitzer darauf hin, die Wege frei zu halten, damit Feuerwehren an Brandstellen heranfahren könnten.

Mit ihrem sandigen Boden und vielen Kiefernwälder besteht in Brandenburg bundesweit die größte Waldbrandgefahr. 2021 wurden nach Angaben des Landes 157 Brände registriert. Mehr als 43 Hektar wurden beschädigt. Bereits unachtsam entsorgte Zigaretten und kleine Lagerfeuer können laut dem Amt für Katastrophenschutz zur Gefahr werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 29.04.2022, 07:00 Uhr

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