Nach Beschwerden über nicht erreichbare Hotline - Amt für Statistik Berlin-Brandenburg stockt Zensus-Personal auf

Fr 27.05.22 | 10:49 Uhr
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Archivbild: Eine Mitarbeiterin im Callcenter bearbeitet Bürgerfragen zum Zensus. (Quelle: dpa/M. Schutt)
Audio: | rbb24 Inforadio | 27.05.2022 | Interview mit Zensus-Projektleiterin Katja Wilken | Bild: dpa/M. Schutt

Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Hotline des Zensus 2022 bekommt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mehr Personal. Das sagte die Gesamtprojektleiterin Katja Wilken am Freitag im rbb.

Die Probleme werden nach ihren Angaben in den nächsten Tagen behoben. Wilken räumte ein, dass es beim Zensus "ein bisschen schleppend angefangen" habe. "Es gab sehr, sehr viele Anrufe aufgrund der Anschreiben. Das tut uns auch sehr leid, dass viele nicht unmittelbar durchgekommen sind", sagte Wilken im rbb24 Inforadio. Das Personal im Amt für Statistik Berlin-Brandenburg werde nun aufgestockt.

In dieser Woche hatten sich zahlreiche Menschen aus Berlin und Brandenburg beim rbb gemeldet, weil sie bei der Service-Hotline der Volksbefragung niemanden erreichen konnten. Sie wollten nach eigenen Angaben die Hotline unter anderem in Anspruch nehmen, weil sie nicht mit dem Online-Fragebogen zurechtgekommen sind.

Wilken: keine unmittelbaren Zwangsgelder

Die Gesamtprojektleiterin rief die Bürgerinnen und Bürger nun auf, erneut anzurufen. Es könne aber auch auf das Erinnerungsschreiben gewartet werden. "Es muss keiner Sorge haben, dass er unmittelbar Zwangsgelder zahlen muss", hieß es.

Aufgrund von Personalmangel im Call-Center war es zu Ausfällen oder langen Wartezeiten bei der Service-Hotline gekommen. Eine Teilnahme am Zensus ist Pflicht. Bürgerinnen und Bürger, die dem nicht nachkommen, erhalten zunächst ein Erinnerungsschreiben und dann eine Mahnung. Erst danach droht ein Zwangsgeld.

Deutschland zum Zensus verpflichtet

Die Europäische Union verpflichtet ihre Mitgliedstaaten, alle zehn Jahre einen Zensus durchzuführen. Bundesweit werden dazu mehr als 30 Millionen zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger befragt - aus Berlin und Brandenburg kommen rund 700.000.

Die ausgewählten Personen sind auskunftspflichtig, eine Ablehnung der Teilnahme ist nicht möglich. Abgefragt werden unter anderem Angaben zu Name, Geschlecht, Familienstand und Staatsangehörigkeit. Erstmals werden auch Angaben zur Nettokaltmiete oder zum Energieträger der Heizung abgefragt.

Ziel der Befragung ist, eine Datenbasis für Planungen des Bundes zu haben. Sie startete am 16. Mai und soll bis Mitte August abgeschlossen sein. Die Ergebnisse des Zensus 2022 liegen voraussichtlich ab Ende 2023 vor.

Sendung: rbb24 Inforadio, 27.05.2022, 07:45 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Die 4 Grundbesitzer deren Bögen ich fälschlich erhalten habe und die ich nicht kenne, haben mich nicht eingegeben. Die Verwaltung Ihrer Meinung nach auch nicht. Wer denn? Was ist mit den Verstorbenen? Irgend wer muss es doch sein. Denken Sie mal an unsere Wahlen. Da will es auch keiner gewesen sein. Komischerweise ist immer der öffentliche Dienst beteiligt.

  2. 6.

    Das die Register oft nicht richtig sind, liegt nicht an den Behörden.

    Es ist wohl machbar, dass jeder Immobilienbesitzer die Daten ohne eingibt. Alte leite haben bestimmt Enkel oder Kinder, die dabei helfen?

    Man kann auch wegen nix meckern. Und vor allem haben viele Meckerer keine Ahnung sondern nur ne große Klappe

  3. 5.

    Ob man die Zensus-Mitarbeiter aus den Bildungsverwaltungen rekrutieren kann? Dann lesen sie die Daten zumindest...

  4. 4.

    Dem Erinnerungsschreiben sollte besser gleich ein Fragebogen beigefügt werden.

    Es werden ja ALLE privaten Eigentümer von Wohnungen oder Gebäuden mit Wohnraum befragt.
    Da kann man davon ausgehen, dass viele über 80 Jahre alt sind.
    Ich frage mich woher die Adressen der Eigentümer stammen. Das Grundbuchamt hat eigentlich keine aktuellen Adressen. Eigentümer müssen nicht in Berlin wohnen, deshalb fällt die das Einwohnermeldeamt als Quelle aus.

    Wohneigentum kann auch nur zur einen bestimmten Anteil bestehen (wenn Ehepartner Wohneigentum kaufen meist 50:50). Welche Regelung besteht, wer von mehreren angeschrieben wird?

  5. 3.

    Wir haben schon 4 Schreiben für uns unbekannte Grundstücke erhalten. Für unser eigenes noch keins. Das Gleiche höre ich von Bekannten. Da muss ein heilloses Durcheinander herrschen. Aber von Bussgeld faseln. Das sollen sie für die verhängen, die das Tohuwabohu angerichtet haben.

  6. 2.

    WARUM in Gottes Namen kann Berlin NICHT EINMAL etwas organisieren, das funktioniert? Von Anfang an?

  7. 1.

    Dann bleibt zu hoffen, dass wir Erhebungsbeauftragte unsere Zahlungen sehr kurz nach Abgabe der Unterlagen erhalten und nicht wochenlang auf das Geld warten müssen.



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