Vorverkauf Berlin und Brandenburg - Hunderttausende kaufen Neun-Euro-Ticket in der ersten Woche

Fr 27.05.22 | 18:41 Uhr
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Auf dem Display eines BVG-Automaten wird die Option „9 Euro Ticket“ zum Verkauf angeboten. (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Audio: rbb24 Inforadio | 27.05.2022 | Oliver Neuroth | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Beträchtlich viele Fahrgäste haben sich bei der BVG ein Neun-Euro-Ticket gekauft. Auch in Cottbus kauften Tausende. Derweil wird unter Studierenden in Frankfurt diskutiert, wie die Rückerstattungen von Geld wohl funktionieren sollen.

Mehrere hunderttausend Berlinerinnen und Berliner haben sich bereits ein Neun-Euro-Ticket für den Nahverkehr gekauft. Bis einschließlich Donnerstag verkauften allein die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) knapp 370.000 der Aktionsfahrscheine. Das teilte ein Sprecher am Freitag mit.

Zusätzlich zu den nun verkauften Aktionskarten besitzen nach Angaben der BVG rund 500.000 Kunden der BVG ohnehin ein Abo, mit dem sie zwischen Juni und August für neun Euro im Monat den Nahverkehr in Deutschland nutzen können. Damit machen die bei der BVG gekauften Aktionsfahrscheine fast drei Viertel (74 Prozent) der Aboverkäufe aus.

4.500 verkaufte Tickets in Cottbus

Auch für Brandenburg liegen weitere Verkaufszahlen vor. In Cottbus haben sich beispielsweise inzwischen über 4.500 Menschen das Neun-Euro-Ticket gekauft. Das hat Cottbusverkehr am Freitag mitgeteilt. Viele Kunden hätten sich ihr Ticket bereits für drei Monate im Voraus gekauft. Am stärksten nachgefragt sei aber der Juni. Cottbusverkehr weist darauf hin, dass Kunden mit einer elektronischen VBB-Fahrkarte nichts weiter machen müssen. Die Karte wird bundesweit als Neun-Euro-Ticket anerkannt.

Rückerstattung für Semesterticket noch unklar

Rund 600.000 Berliner Schüler und Studierende nehmen automatisch an der Aktion teil. Ebenso wie Bestandskunden der BVG sollen Studenten Geld zurückbekommen, das über den Betrag von neun Euro hinaus bezahlt worden ist.

Auch in Brandenburg sollen Studierende den Semesterbeitrag anteilig zurückerstattet bekommen. Alina Bernhardt, Sprecherin der Brandenburgischen Studierendenvertretung "Brandstuve", begrüßt das Neun-Euro-Ticket, weil damit eine finanzielle Entlastung der Studierenden einhergehe. Kritisch sieht sie allerdings die Umsetzung der Rückerstattung: "Wie das geregelt werden soll, das ist gerade noch offen. Wir werden da so ein bisschen vom Bund, vom Land aber auch vom VBB allein gelassen als Studierendenvertretung." Ein einheitliches Modell gebe es bislang nicht, sodass jede Hochschule auf sich allein gestellt sei bei der Umsetzung."

An der Europa-Universität Viadrina sollen die Studierenden 73 Euro zurückerstattet bekommen. Dafür müsse die Studierendenvertretung jetzt erst einmal die Beitragsordnung anpassen, sagt Ira Helten, Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) der Viadrina, dem rbb. In Frankfurt wird angestrebt, das Geld über ein Guthabensystem zurückzuzahlen: "Das wurde jetzt auch vom VBB vorgeschlagen, dass wir die Gelder - anstatt sie an alle Studis wieder einzeln zurückzuüberweisen - vielleicht auf ein Guthabensystem übertragen." Das müsse jetzt aber erstmal rechtlich geprüft werden. Helten rechnet frühestens im Herbst mit einer Rückerstattung.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.05.2022, 13:30 Uhr

32 Kommentare

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  1. 32.

    Und nochmals, der ÖPNV ist viel zu grottig. Kein normaler Mensch wird auf Grund der 9 Euro umsteigen. Das ist leider nicht die Lösung des Problems.

  2. 31.

    Na ich freu mich auch schon auf die Fahrt mit dem 9 Euro Ticket im Öffi: U5 Schienenersatzverkehr ab Hönow! Rein in die vollen Busse oder den Bus Richtung Mahlsdorf. Fürs Fahrrad ist es zu weit ,also nehm ich doch das Auto. Selbst ein umsteigen auf P+R ist schlecht - keine Parkplätze in Hönow und Kaulsdorf Nord, bzw. Wuhletal. Naja, also weiterhin mit dem Auto zur Arbeit. - (einige Gedanken zum 9 Euro Ticket- ach übrigens wird jedes Jahr auf der Strecke gebaut)

  3. 29.

    Öffis im Berufsverkehr ist doch was schönes. Die ganzen nine to five Zombies welchen man die Freude im Gesicht ansieht. Da lieber bei Sturm und Regen mit dem Rad, da kommen wenigtens Glücksgefühle auf und man hat seinen individuellen Platz und freie Radwege

  4. 28.

    Erinnert alles ein wenig an die Zeiten von Erichs Sammelbox..... *lol*

  5. 27.

    Das Geile daran ist, daß man auch bei Wind und Wetter, zwar viel vorsichtiger, aber mit deutlich weniger Dummradlern/innen um sich herum unterwegs ist. Dies macht die Fahrt auch bei Regen oder Wind viel angenehmer. Wetter ist halt nix für Weicheier, Warmduscher Kampfradler auf Slicks und Familienlastenradwichtigtuer.

  6. 26.

    Es kann doch jeder mit seinem 9-Euro Geschenk machen was er will.

    Das 9-Euro Ticket für jedermann ist vollkommener Blödsinn. Da die Politik scheinbar dem Autofahrer einen Anreiz schaffen möchte, und zwar vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen, dann sollten auch nur die Autofahrer dieses Ticket gegen Nachweis erwerben können (Berufspendler via. Kilometerpauschale), da die Fahrpreise für den täglichen ÖPNV Benutzer nicht gestiegen sind, die Tankpreise schon.

  7. 25.

    Was stört Sie daran ? Wir kaufen uns das neun Euro Ticket und fahren damit bis nach Basel. Aber hier in der Stadt bleibt das Auto die Nummer eins.

  8. 24.

    Auf zum kuscheln im ÖPNV, Corona würde ja Gott sei Dank aktuell für beendet erklärt;-)

  9. 23.

    Respekt, wenn Sie auch bei Sturm und Regen mit dem Fahrrad fahren - so wie es jetzt gerade diese Tage ist. Ich ziehe da lieber Bus und Bahn vor. Besonders dann, wenn es nur 9 Euro pro Monat kostet. Da spart man sich die kalte Dusche.

  10. 21.

    Daa ich innerstädtisch nur noch mit dem dem Rad fahre und den regionalen ÖPNV nicht nutze, werde ich mir die 9 Euro gerne sparen. Mich bringt diese 3-Monatsaktion nicht dazu die Öffis zu nutzen.

  11. 20.

    Ich kaufe mir auch ein Ticket, da ich nächste Woche mein Auto 2 Tage in der Werkstatt/TÜV lassen muss. Somit komme ich billiger als Einzelfahrscheine. Aber dann bis zum nächsten Jahr nie wieder ÖPNV.

  12. 19.

    Außer Populismus kann ich dem 9€ Ticket nichts abgewinnen. Es ist eben mal 3 Monate billig, nicht mehr. Bezahlt wir’s es durch die Gemeinschaft, nicht wie so oft dargestellt als Geschenk der Regierung. Der ÖPNV ist gar nicht dazu in der Lage und der eigentliche Zweck, Umstieg vom Auto zum ÖPNV ist Träumerei.

  13. 18.

    Keine Sorge, ich freue mich ebenfalls sehr auf das 9,-€-Ticket. Sollen die anderen doch rumnörgeln und weiter im Stau stehen. Und so voll werden die Bahnen sicher nicht, man kann ja die sogenannten Stoßzeiten und die Wochenenden vermeiden. Außer in den Ferien, da ist es aber immer voll, also nix Neues ;-)

  14. 17.

    Jeder der das System kennt weiß das dass Geld dafür zum Fenster rausgeworfen wurde. Es an den Problemen des ÖNPV nichts ändert, er im Gegenteil es zeigt eindrucksvoll wie kaputt das System ist. Das man es wie in anderen Bereichen auch privatwirtschaftlich Interessen geopfert hat. Der Fahrgast steht da ganz hinten am Bahnsteig und wartet vergeblich. Nach diesen Ausflug politischen Unsinns kommt die größte Preiserhöhung aller Zeiten!

  15. 16.

    Da trifft sich halt die Dashabenwirjanochniegemacht-Fraktion mit der querulatorischen Ichbingrundsätzlichgegenalles-Gruppe.
    Wie immer.
    Bei so gut wie jedem Thema.

  16. 15.

    Traurig,wenn ich all diese Kommentare lese.Ist denn niemand (außer mir ) dabei,welcher erst einmal das Positive dieser 9 Euro -Ticket Regelung sieht

  17. 14.

    Man kann das Ticket auch bei der DB kaufen, nicht nur bei der BVG, von der hier Zahlen kolportiert werden. Haben Sie bei der Einwohnerzahl diejenigen berücksichtigt, die sich das 9€-Ticket nicht kaufen werden, weil die eh irgendein Abo haben, und sei es nur in Form des hier erwähnten Semestertickets?

  18. 13.

    Wer die ABC Jahreskarte vorab bezahlt hat bekommt vom einzeln gerechneten Monatspreis in drei Monaten 225 Euro erstattet. In den Sommerferien ist es in Bahnen und Bussen nicht so sehr voll. Ansonsten sollten in Ballungsgebieten mehr gleitende Arbeitszeiten eingeführt werden. Wer knapp bei Kasse ist kann das ersparte Geld für Lebensmittel oder Heizkosten ausgeben. Wer reichlich Geld hat, hat einen Urlaubszuschuss oder kauft sich Kleidung oder geht Essen. Man kann das alles auch positiv sehen. Danke allen sozialversicherungspflichtigen Steuerzahler/innen.

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