Einsatzlage "absolut ruhig" - Berlin und Brandenburg bleiben von größeren Sturmschäden verschont

Sa 21.05.22 | 08:28 Uhr
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Regen auf einer Landstraße (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Meteorologe Peter Schwarz | Inforadio | 20.05.22 | Bild: dpa/Patrick Pleul

Das Tief "Emmelinde" hat Berlin und Brandenburg zwar Regen und Blitze gebracht, ohne jedoch größere Schäden anzurichten. Die Feuerwehren mussten kaum ausrücken. Anders war die Situation im Westen von Deutschland.

Die befürchteten Unwetter sind mit dem Eintreffen von Tief "Emmelinde" in Berlin und Brandenburg am Freitagabend ausgeblieben.

Wie das Lagezentrum Brandenburg und die Feuerwehrleitstelle dem rbb am Samstagmorgen bestätigten, hat es in der Region kaum witterungsbedingte Einsätze gegeben. Lediglich in der Lausitz gab es stärkere Regenfälle und Gewitter. Ein paar Verkehrsschilder seien durch den Sturm umgestürzt, außerdem seien einige Äste abgebrochen.

Der Sprecher der Berliner Feuerwehr, Thomas Kirstein, sagte dem rbb, in der Hauptstadt habe es weniger als zehn wetterbedingte Einsätze gegeben. Er mahnte aber, Wetterwarnungen auch in Zukunft ernst zu nehmen.

Es blieb bei Regen und Donner

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Freitag auch für Berlin und Brandenburg vor einer Gewitterfront gewarnt, die von Westen her über die Region ziehe. Daher sei mit Starkregen, Hagel und Sturmböen zu rechnen, hieß es. Es blieb aber bei ausgiebigem Regen und Donnergrollen.

Am späten Freitagabend wurde die amtliche Warnung auch wieder aufgehoben. Die Einsatzlage sei "absolut ruhig", hatte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr zu dem Zeitpunkt bereits mitgeteilt.

Warnung vor Aufenthalt im Freien - auch am Samstag

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt und Klimaschutz warnte am Freitag wegen der Wettervorhersage davor, während des angekündigten Unwetters Grünanlagen oder gar Wälder zu betreten. Herabfallende Äste oder Baumkronen könnten lebensgefährlich sein. Auch bei Straßenbäumen im Stadtgebiet bestünde die Gefahr, dass Äste abbrechen und herunterfallen könnten - auch wenn sich das Unwetter am Samstag verziehen sollte. Die Gefahr gelte ebenso für möglicherweise gelöste Dachziegel oder Gerüstteile in der Innenstadt, hieß es.

Am Samstag werden recht gemäßigte Temperaturen in der Region erwartet, 18 bis 22 Grad etwa. Am Vormittag sind noch Schauer möglich, sagte der Meteorologe Torsten Walter vom ARD-Wetterkompetenzzentrum dem rbb: "Am ganzen Wochenende wird uns ein trockener Sonne-Wolken-Mix begleiten."

Feuerwehren vorbereitet

Die Feuerwehren in Berlin und Brandenburg hatten sich auf vermehrte wetterbedingte Einsätze vorbereitet. Die Berliner Feuerwehr rief vorsorglich mehrere Freiwillige Feuerwehren in den Dienst, wie sie am Freitagabend auf Twitter mitteilte: "Sie stehen uns damit im Falle steigender Notrufe unverzüglich zur Verfügung um Euch zu helfen."

Um die Telefonzentrale nicht zu überlasten, bat die Leitstelle Lausitz darum, nicht wegen jedes herunterfallenden Astes den Notruf zu wählen. Beim vorigen Unwetter im Februar musste die Leitstelle mehr als 1.600 Notrufe und mehr als 1.000 Einsätze abarbeiten. Die Leitstelle Lausitz wird nach eigenen Angaben zehn Leute im Einsatz haben. Bei Bedarf könne das Personal aber kurzfristig aufgestockt werden, sagte ein Sprecher der Leitstelle am Freitag dem rbb.

Schäden vor allem in Nordrhein-Westfalen

Am Freitagnachmittag führten die Unwetter im Westen von Deutschland zu Schäden, Verletzten und einen Toten. Ein Mann starb in Rheinland-Pfalz, als er einen unter Wasser stehenden Keller betrat: Der 38-Jährige habe nach Angaben der Behörden dabei einen Stromschlag erlitten.

Das im vergangenen Jahr von einer Flutkatastrophe betroffene Ahrtal in Rheinland-Pfalz war seit dem Morgen in Alarmstimmung. Wegen der Warnung vor Starkregen und Sturmböen blieben dort alle Schulen in Trägerschaft des Kreises Ahrweiler geschlossen.

Die Feuerwehr in Paderborn (Nordrhein-Westfalen) berichtete von abgedeckten Dächern und entwurzelten Bäumen. Nach Angaben der Polizei vom Abend wurden 30 Menschen verletzt. Auch im etwa 35 Kilometer entfernten Lippstadt gab es schwere Schäden - wohl durch einen Tornado.

Zudem kam es in Nordrhein-Westfalen zudem zu teils erheblichen Einschränkungen im Zugverkehr. In einzelnen Regionen wie etwa in Köln fiel der Unterricht ebenfalls aus und etwas kurios: In Solingen musste ein Weihnachtsmarkt auf Samstag verschoben werden. Der Markt war coronabedingt im Winter ausgefallen und sollte nun eigentlich nachgeholt werden.

Sendung: Abendschau, 20.05.2022, 19:30 Uhr

69 Kommentare

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  1. 69.

    Nee, noch nie was von dieser Bezeichnung gehört. Ist auch ziemlich blöd. Dann schon lieber "Telespargel", das war gebräuchlich und nicht böse unterlegt. Hat aber an dieser Stelle nichts mit dem Sinn oder Unsinn von Wettervorhersagen zu tun

  2. 68.

    "Vielleicht lassen wir einfach mal dieses Ost/West-Gerede."
    Stimmt. Wenn man immer Richtung Osten läuft, kommt man irgendwann westlich seines Startpunktes an. Kurios.

  3. 67.

    Wie ich weiter unten schon schrieb; die Unwetterwarnungen wird bald niemand mehr für voll nehmen, wenn immer vor etwas gewarnt wird, daß nicht eintritt.
    Die beim DWD machen anscheinend ihre Vorhersagen, indem sie aus dem Kaffeesatz lesen...

    Betreff Beelitz: Wenn die Plakatwand fachmännisch installiert / verankert worden wäre, dann wäre sie garantiert nicht umgestürzt.

  4. 66.

    ...tja...und wenn man noch überlegt, wie es dann bestellt ist um den Nahen Osten, der dann immer noch weniger zu bereisen ist, als der Ferne Osten...allerdings da zudem überall ohne Fernseh- oder Funkturm...ich glaube dann, ob Osten oder Westen, auf Funk- oder dem Fernsehturm, mit Freunden ist's immer am Besten. Ein Hoch auf ganz Berlin auch hoch über Berlin auf den Sendetürmen dieser wiedervereinten Stadt, ihr Freunde/innen!

  5. 65.

    Wie bitte? "Der Berliner Fernsehturm befindet sich(...) in Berlin in dem Bezirk Stadtmitte. Er gehörte schon immer zum Westteil der Stadt." Alter Schwede ... So viel Quatsch in einem Satz habe ich ja selten gesehen. Der Fernsehturm steht im Bezirk MITTE (Stadtmitte ist eine U-Bahnstation der Linie U2), genauer im Ortsteil Mitte (vor der Bezirksfusion der eigentliche Bezirk Mitte). Dieser lag und liegt im OSTTEIL der Stadt. Die DDR hat den Fernsehturm gebaut, die Wessis wollten ihn Anfang der 90er sogar abreißen lassen. Im Westteil Berlins steht der Funkturm.
    Wenn man keine Ahnung hat, sollte man echt nicht rumposaunen.

  6. 64.

    Mit den Nachdenken haben Sie recht. Aber damit sind Sie gemeint. Mitte besteht aus den früheren Bezirken Tiergarten, Wedding beide West- und dem Stadtbezirk Mitte Ostberlin.
    Das sollte man als Berliner schon wissen. Ansonsten:"Reden bzw. Schreiben ist Silber, Schweigen ist Gold "

  7. 63.

    Blödsinn - Sie wissen gar nichts! Noch nie was von der volkstümlichen, inoffiziellen Bezeichnung "Sankt-Ulbrichts-Kathedrale" gehört?
    Der Ulkname kommt daher, weil die Edelstahlplatten der Turmkugel bei Sonnenschein ein Kreuz bilden und weil der Berliner Fernsehturm ein Prestigeprojekt des damaligen Staatsratsvorsitzenden war.

  8. 62.

    Zu den Panikmache-Vorwürfen: Besser einmal zuviel als einmal zuwenig gewarnt. Siehe Ahrltal und Beelitz, wo vorichtes Jahr einer von ner Plakatwand erschlagen wurde, weil er trotz Orkanwarnung nachts spazieren gehen musste!

  9. 61.

    Auch wieder falsch! Wolle hat vollkommen recht: Ost-Berlin hatte elf Stadtbezirke und Mitte war einer davon.

  10. 60.

    Blödsinn - Sie wissen gar nichts! Noch nie was von der volkstümlichen, inoffiziellen Bezeichnung "Sankt-Ulbrichts-Kathedrale" gehört?
    Der Ulkname kommt daher, weil die Edelstahlplatten der Turmkugel bei Sonnenschein ein Kreuz bilden und weil der Berliner Fernsehturm ein Prestigeprojekt des damaligen Staatsratsvorsitzenden war.

  11. 59.

    Auch wieder falsch. Der jetzige Bezirk Mitte setzt sich aus zwei ehem. Westbezirken und einem ehem. Ostbezirk zusammen. Es ging aber um Stadtmitte als Begriff. Ist eh falsch. Und der Fernsehturm steht im ehem. Ostteil. Alles ganz einfach. Schlimm nur, wenn man bei der Korrektur eben selber Murks schreibt. Vielleicht lassen wir einfach mal dieses Ost/West-Gerede. Der Fernsehturm steht am Alex. Das sollte zumindest jeder Berliner wissen.

  12. 58.

    Das mit West und Ostberlin sollte noch mal geübt werden:-) Oder gehörte der Fernsehturm nicht doch immer schon zu Schweden??
    Liebe Grüße von einer Westberlinerin...die es ja wissen muss.
    Jetzt zum Thema.
    Wir hatten Glück im Gegensatz zu anderen Menschen in der Republik. Ich finde diese Wetterwarnungen sehr wichtig und halte sie nicht für Panik Mache. Aber das sieht jeder anders.
    Ich danke dem Rbb für die guten Informationen.

  13. 57.

    Vielleicht meint Sabine, dass der Fernsehturm im Westen von Ostberlin steht. Ähnlich wie Kreuzberg im Osten von Berlin (West) -SO36- ?

  14. 56.

    Die konkrete Wetterentwicklung kann man bei solch einer Unwetterlage nicht lange voraussagen. Es hat aber in Cottbus am Abend leicht und in der Nacht heftig gewittert. Ich würde sagen, nichts Außergewöhnliches. Aber, ich finde es absolut gut und richtig, dass trotzdem rechtzeitig vor möglichen Unwettern gewarnt wird.

    Ich wünsche allen Lesern und dem RBb24-Team ein entspanntes Wochenende!

  15. 55.

    Man, man, man - jetzt regen sich wieder alle auf, dass sie kein Unwetter erlebt haben. Ich wette, wenn es Euch tatsächlich treffen würde, kaputte Dächer, abgesoffene Keller, oder schlimmer noch ernsthafte Verletzungen, fändet Ihr das Abenteuer "Unwetter" nicht mehr so lustig. Es waren Warnungen, was passieren KÖNNTE, nicht das Versprechen auf Abenteuer. Schon doof, wenn man nicht erzählen kann, was einem Schlimmes widerfahren ist...

  16. 54.

    Jeder kann doch bei Unwetterwarnungen mal SELBST DAS GEHIRN ANSCHALTEN.
    An einigen Orten merkt man nichts - an anderen eben doch.

  17. 53.

    Ja Hallo,
    verstehe ich das richtig, dass man sich jetzt hier beschwert, dass die Unwetterwarnung keine Unwettergarantie ist? Wettergeschehen ist nie ganz berechenbar, weshalb uns die Unwetterkatastrophe im Ahrtal lehrte, lieber früher zu warnen, statt Menschenleben zu riskieren. Diese Comments können bei mir nur Kopfschütteln auslösen! Wem es zu wenig Katastrophe war, dem empfehle ich, sich doch einfach einen Katatrophenfilm von Herrn Emmerich reinzuziehen...vor allem: Da bleiben trotz Riesenhorrorszenerie sogar die Füsse trocken. Aber: Da gibt es eben wahrscheinlich nicht nur " die, die immer lacht ", sondern auch die, die immer meckern.
    Superfrohe Grüsse an alle, da nicht so Schlimmes passiert ist von Annette
    P.S.: Draussen rauscht noch ganz schön der Wind. Vielleicht klappt's ja noch mit dem abgedeckten Hausdach...wünsche ich natürlich keinem.

  18. 52.

    Hier in Charlottenburg gab es weit und breit kein Unwetter. Zweimal war kurzer Donner zu vernehmen. Ansonsten etwas Landregen und das war es.

  19. 51.

    Genauso ist es!
    Das war bestimmt schon die dritte oder vierte Panikmache in Folge. Na wenigstens dreimal Wetterleuchten gab es bei Ihnen noch neben dem Regen. Hier im Nordosten nicht mal das! Nur 2-3 kräftige Schauer -natürlich nicht von langer Dauer und das wars auch schon mit dem sogenannten Unwetter. Typisch Berlin halt. Hier klappt nichts, noch nicht mal das Wetter!
    Die künftigen Unwetterwarnungen wird wohl bald niemand mehr für voll nehmen.

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