Umgang mit antijüdischen Schmäh-Plastiken - Die Kirche und die "Judensau"

Di 14.06.22 | 16:32 Uhr
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Archivbild: Blick auf die sogenannte Judensau an der Stadtkirche in der Lutherstadt Wittenberg über der Südostecke der Chorfassade. (Quelle: imago image/C. Schriedter)
Bild: imago images/C. Schroedter

Bis heute gibt es an etlichen Kirchen antijüdische Schmäh-Plastiken – Reliefs, die Juden in diffamierender Weise darstellen. Auch der Brandenburger Dom hat eine sogenannte "Judensau". Seit Jahren wird über einen angemessenen Umgang mit diesen Plastiken gestritten. Von Carsten Dippel

Wer im Brandenburger Dom in den mittelalterlichen Kreuzgang tritt, kommt an einer Säule mit einem bemerkenswerten Terracotta-Relief vorbei: Auf den ersten Blick wirkt es wie eine Groteske, bei genauerem Hinsehen entpuppt es sich als eine besonders perfide Darstellung von Juden: Ein Schwein mit menschlichem Kopf und sogenanntem "Judenhut", ein Rabbiner hebt deren Schwanz und schaut ihr in den Anus.

Viele jüdische Menschen fühlen sich von solchen Schmäh-Plastiken verletzt. Ronen Steinke, Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" und jüdischer Buchautor, spricht von antisemitischer Propaganda, die keineswegs zu dulden sei – auch nicht als mittelalterliches Relief. Er erwarte daher, dass die Kirchen diese steinernen Zeugnisse ihres Antijudaismus abnehmen und ins Museum geben.

Dutzende antijüdische Schmäh-Plastiken - auch in Berlin und Brandenburg

Mehr als 30 solcher Schmäh-Plastiken sind überliefert und an evangelischen wie katholischen Gotteshäusern in ganz Deutschland zu finden. Das prominenteste Beispiel findet sich an der Außenfassade der Wittenberger Stadtkirche, am Dienstag entschied der Bundesgerichtshof, dass diese Plastik bleiben darf.

Aber auch am Kölner Dom, und in Nürnberg und in Wien und im Gebiet der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg Schlesische-Oberlausitz auch in Eberswalde finden sich ähnliche Darstellungen. Um einen angemessenen Umgang mit ihnen wird seit Jahren teils heftig gestritten. Sollte man sie am ursprünglichen Ort belassen und kommentieren? Gleich ganz abschlagen, wie vielerorts schon geschehen? Oder abnehmen und mit entsprechender Dokumentation und Information ins Museum geben? Selbstverständlich, sagt Ronen Steinke, sei eine Skulptur, die Juden verächtlich mache und auf das Niveau von Schweinen reduziere, antisemitisch und beleidigend. Und selbstverständlich dürfe so etwas nicht weiter Kirchen und städtische Räume prägen.

Offene Fragen

Doch ist eben das Entfernen oder gar die Zerstörung so einfach? Wie mit diesen schwierigen Zeugnissen angemessen umzugehen sei, ist für manche Kirchgemeinden ein durchaus schmerzhaftes Ringen. Der Kurator des Domstifts in Brandenburg, Cord-Georg Hasselmann, ist sich der Problematik bewusst. Es sei ja auch für Christen eine Herausforderung, sich diesem Erbe zu stellen. Man habe an diesem Relief im Kreuzgang eine Informationstafel aufgestellt, auch mit der Botschaft: "Wir drücken uns nicht rum."

Das Relief sei so offensichtlich antisemitisch, dass man die Besucherinnen und Besucher des Dommuseums auffordern wolle: Guckt euch das an! Davon ausgehend wolle man die Diskussion führen, informieren, aufklären und tatsächlich seien auch noch viele Fragen über die genauen Umstände der Entstehung des Reliefs und dessen Rezeption offen. In die Suche nach Antworten ist die Gemeinde in Brandenburg aktiv eingebunden. Letztlich sei das eine schwierige Gratwanderung: Nimmt man das Relief ab und gibt es ins Depot, weil es antisemitisch ist? Oder belässt man es, weil es zur Geschichte des Doms dazugehört? Auf jeden Fall wolle man gemeinsam mit der Gemeinde entscheiden, sagt Hasselmann.

Kein genereller Weg

Diese Debatte, bei der auch kunsthistorische und denkmalpflegerische Überlegungen eine Rolle spielen, ist vor allem eine Aufgabe für die Kirchen. Sie ist aber auch Teil des christlich-jüdischen Dialogs. Auf einer gemeinsamen Tagung der Evangelischen Akademie Berlin-Brandenburg und der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland im vergangenen Herbst, mahnte dessen Präsident Josef Schuster an: Die antijüdische Geschichte lasse sich nicht ungeschehen machen, indem man diese Reliefs abschlage. Eine Entfernung würde die weiterbestehenden Phänomene des Antisemitismus verkennen.

Andreas Nachama, Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, plädiert für einen differenzierenden Umgang. Jeder einzelne Ort müsse für sich gewürdigt werden. Eine pauschale Lösung in die eine oder andere Richtung gebe es nicht. Was aber - ganz gleich ob in Köln, Wittenberg oder Brandenburg an der Havel - überall gelte: Man solle sich mit diesem schwierigen kirchlichen Erbe auseinandersetzen und möglichst gemeinsam überlegen, welche Lösung am jeweiligen Ort angemessen ist.

Gesetz der EKBO

Im Dom zu Brandenburg befindet sich das anstößige Relief im Kreuzgang des ehemaligen Prämonstratenserklosters und damit – das spielt für die Debatte eine durchaus entscheidende Rolle – nicht im liturgischen Raum. Man könne nicht an einem Ort predigen, an dem Jüdinnen und Juden so verunglimpft, der Gottesname so geschmäht würde, sagt Pfarrerin Marion Gardei, die Antisemitismusbeauftragte der EKBO.

Die Haltung ihrer Landeskirche ist eigentlich klar: Befinden sich die Schmäh-Plastiken im liturgischen Bereich, müssen sie abgenommen werden. Für die EKBO ist die Unterscheidung zwischen liturgischem und nichtliturgischem Raum wichtig. Seit 1. Mai gilt in der EKBO ein Gesetz, dass die Nutzung von Gegenständen mit nationalsozialistischen und antisemitischen Darstellungen im Gottesdienst und im liturgischen Raum verbietet. Sie sollen, sagt Marion Gardei, aus dem Kirchenraum in einen musealen Kontext, begleitet von einem pädagogischen Konzept, überführt werden. Die Landeskirche führt dazu eine Kunstguterfassung durch. "Im Prinzip wollen wir diese Plastiken nicht zerstören und zerschlagen. Aber wir wollen sie zu einem Lernort machen und somit auch in einen anderen Bereich transferieren."

Sendung: rbb24 Inforadio, 14.06.2022, 16:40 Uhr

27 Kommentare

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  1. 27.

    In der Tat herrschten Stereotypen vor - bspw. auch im Panzerkreuzer Potemkin mit dem stilisierte Juden oben auf der Freitreppe in brüstender Geste -, jemanden jedoch durchgängig einen antisemitischen Charakter vorzuwerfen, dafür reicht es allerdings nicht aus. Dazu war sowohl Luthers als auch Marxens, als auch Eisensteins Werk zu umfassend, als dass es darauf allein fokussiert werden könnte.

  2. 26.

    Ich will einfach mal die etwas kühne These aufstellen, dass den Urhebern dieses Machwerks es garnicht um Propagandierung ging - denn dann hätten sich dieses Bildnis in Sichthöhe eines Normalsterblichen in die Wand gemeißelt - sondern als Ausdruck eines Selbstverständnisses sahen, ihm, durchaus zeitgemäß, eine fast schon metaphysische Wirkung andichteten.

    Deshalb halte ich das Belassen dieses Bildes genau dort für zutreffend, um genau diesen Zusammenhang erklären zu können.

  3. 25.

    Ist sie nicht, aber nach der Sozialismuskeule, die sie hier schwingen ist ohnehin sinnlos mit ihnen zu diskutieren. In den letzten 22 Jahren alleine hat sich unsere Gesellschaft stark zum Positiven gewandelt, aber der Antisemitismus hat wieder zugenommen. Warum? Weil das Judentum in Deutschland immernoch nicht wieder statt findet. Könnte es daran liegen, dass es immer noch zu große Teile der Deutschen gibt, die Jude als Schimpfwort benutzen?

    Die Plastik gehören verschwunden aus dem öffentlichen Raum und in eine passende Ausstellung.

    Geschichtklitterung gibt es übrigens überall, da jeder die gerne so erzählt wie er sie am liebsten mag. Lass da ein paar Leute weg und nimm ein paar unbedeutende dazu und schon hast du eine andere Darstellung des gleichen geschichtlichen Vorfalls.
    Geschichte schreibt sich übrigens weiter. Das heißt im zukünftigen Rückblick auf die heutige Geschichte kann man sagen, dass wir diskriminierende Plastiken in der Öffentlichkeit gut finden.

  4. 24.

    Ich denke, ich habe in meinen Kommentaren genug dargelegt, warum ich es sinnvoll halte dieses Bildnis dort abzunehmen und in dem richtigen Kontext woanders auszustellen. Mag sein, dass das nicht für alle nachvollziehbar ist aber ich kann nicht nachvollziehen wie man so ohne unempathisch mit Leuten sein kann, die sich immer noch von diesen öffentlich ausgestellten Bildnis beleidigt und verletzt fühlen.

  5. 23.

    Und was solle es bringen, nur den öffentlichen Ort zu ändern?
    Wie Nutzer Martin schrieb, gehört leider auch so etwas zur deutschen und sogar europäischen Geschichte und nur das Wissen darum kann erklären, wie jahrhundertelanger Judenhass in der beinahe vollständigen Vernichtung münden konnte. Dieses Wissen muss wachgehalten werden, wenn wir das gerne genutzte "Niemals wieder!" wirklich ernst meinen. Geschichte ist und bleibt Geschichte und lässt sich auch mit Bilderstürmereien nicht auslöschen. Wir sollten die Gegenwart besser dafür nutzen, unsere Kräfte zu bündeln, dass eine solche menschliche Katastrophe wie vor 80 Jahren niemals wieder möglich wird - nicht durch Verdrängen sondern durch Aufklärung. In diesem Kontext finde ich das BGH-Urteil sehr weise.

  6. 22.

    Haben Sie meine Kommentare überhaupt gelesen? Ich schrieb, dass ich es nicht zerstören oder verleugnen möchte, sondern dass ich es nur abnehmen und in eine Ausstellung verfrachten würde. Es da zu belassen wo die Hetzer es ursprünglich mal angebracht haben, finde ich nicht richtig. Und ich kann Menschen jüdischen Glaubens verstehen, die sich davon immer noch provoziert und beleidigt fühlen.

  7. 21.

    Schade, dass bekannte Fakten, dass Merkel und Obama den Antisemiten Luther feierten, dass dem Judenhasser Marx eine Ausstellung gewidnet wird, im Nachherein "moderiert" wurde.

  8. 20.

    Judenschähung und- hass waren bis weit nach dem Mittelalter "Mainstream". Das ist Teil der christlichen Geschichte. Ob ich das gut finde oder nicht, ändert daran nichts. Und Geschichte und die Wahrheiten und Zeugnisse drumherum kann und sollte man nicht auslöschen. Es bleiben unsere historischen Wurzeln und vieles ist nur um das Wissen darum zu verstehen. Das Leugnen macht nichts besser, im Gegenteil.

  9. 19.

    Ich hatte geschrieben, dass ich dieses „ Werk „ nicht zerstören würde, sondern vorsichtig abnehmen und in einer Ausstellung packen würde. Von mir aus kann die Ausstellung sogar in den Küchenräumen irgendwo sein. Ich würde sie aber nicht dort hängen lassen , wo sie in 4 m Höhe gut sichtbar von den Herstellern angebracht worden ist um Hetze zu verbreiten. Sie abzunehmen und mit einordnenden Texten auszustellen, wo man als Betrachter hingeht, um sich zu informieren, finde ich ein deutlicheres Zeichen, dass sie nicht mehr ihrem ursprünglichen Ziel dient.

  10. 18.

    Das die Schmähung 730 Jahre alt ist, macht sie nicht besser oder erträglicher. Schlimm genug, dass sie so lange dort hängen durfte. Stellen Sie sich vor gegenüber von Ihrer Haustür würde ein Plakat hängen, was sie zutiefst beleidigt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie wollen würden, dass es dort entfernt wird, selbst wenn man ein Schild daneben aufstellt das besagt, dass der Hersteller inzwischen verstorben ist und man seine Meinung nicht teilt. Für mich ist es schwer nachzuvollziehen, dass man so unempathisch sein kann, dass man so etwas nicht nachempfinden kann. Vor allen Dingen, wenn es um eine Gemeinschaft geht, die im Laufe der Geschichte schon soviel durchmachen musste,

  11. 17.

    In der Tat gibt es einen Unterschied, ob ein - auch im Zweifelsfall sehr zweifelhaftes - Werk noch vorhanden ist oder ob es nichtexistent durch eine Ausstellung beschrieben wird.

    Die Gretchenfrage ist m. E. eher diejenige, ob die zweifellose Beleidigung unüberhörbar und unübersehbar für alle da steht oder ob nur Eingeweihte, die Zusammenhänge erkennen können und ihren Hals in vier Meter Höhe recken, das wahrnehmen. Die offenkundigkeit ist m. E. entscheidend. Die Losung bspw. am martialischen Klotz des 76er Regiments am Hamburger Dammtordamm musste eine Antwort finden - sie ist in Form eines Gegendenkmals gefunden worden, es hätte aber auch die Möglichkeit bestanden, das Denkmal um 45° zu kippen. Die furchtbare Judensau in Wittenberg hat nicht diese Offenkundigkeit, sie ist Zeichen eines Konglomerats, was das Gericht richtigerweise festgestellt hat.

  12. 16.

    Diese Plastiken gehören ins Museum mit einer Aufklärungstafel.

    Es ist ein Unding, wenn viele in D immer noch antisemitische Tendenzen haben und sehr viele Antisemiten zu uns nach D kommen, weil sie sich hier ein besseres Leben versprechen. Ich denke immer noch an die Al-Kuds-Demonstrationen unterm Brandenburger Tor, wo die Demonstranten und man sah genau an der Aufmachung besonders bei den Frauen woher die kamen, antisemitische Haßparolen skandierten und die israelischen Flaggen verbrannten. Und unser Staat ließ sich dies noch gefallen.

  13. 15.

    Ja und? Dann ist das nicht im ureigentlichen geschtlichen Kontext, sondern an einem anderen Ort.
    Und die Kirchgemeinde hat da echt ein Problem, einen Teil der Fasse runterzuhauen wegen dem Denkmalschutz.
    Also echt mal! Sie sollten mal die Kirche im Dorf lassen und einfach das so anerkennen, was die Kirchgemeinde dort schon zur geschichtlichen Einordnung getan hat. Das ist an einem Ort der Zeitgeschichte so immer noch besser zu erklären und nachzuvollziehen. Wie tricky muss man denn drauf sein, um sich an solchen Jahrhunderte alten Sachen so aufzuregen?
    Die aktuelle Geschichte der letzten 70 Jahre ist viel aufregender!

  14. 14.

    Wäre Ihnen Geschichtsklitterung wie zu DDR-Zeiten im "r. e. Sozialismus" lieber oder was?
    Dazu passte auch der absurde Agenda-Sprech: "Deutschland im 21. Jahrhundert".
    (Wie soll es denn nach Ihrer Vorstellung z.B. im 51. Jahrhundert und dann im 101. Jahrhundert aussehen?)

    Ich wette so gut wie keiner wüsste worum es sich bei der Darstellung handelt, wenn im wahrsten Sinne des Wortes, nicht alle Nase lang: "die Sau durch's Dorf getrieben" würde.
    Die Wahl der Erinnerung und Lehre - zumahl historische Denkmähler/Gebäude - ist die beste Lösung.

  15. 13.

    In der Tat gibt es eine ganze Bandbreite, um mit demjenigen umzugehen, was nach dem heutigen Verständnis völlig überholt, ja regelrecht menschenverachtend erscheint: von einem bloßen Stehen-Lassen und begleitenden Kommentaren dazu über den Entwurf eines Gegen-Denkmals bis hin zum Abriss , weil alles andere dessen Wirkung nicht schmälern kann.

    Erstgenanntes findet sich in der Martin-Luther-Kirche im nördlichen Berlin-Mariendorf, einer Kirche, die vor der NS-Zeit begonnen und in der NS-Zeit vollendet wurde; kein Nazi-Bau aufgrund seiner Architektur, doch mit Nazi-Symbolen unverkennbar, aber doch nicht auf den ersten Blick ausgestattet. Zweites findet sich entgegen dem 76er Denkmal am Hamburger Dammtordamm. Der Verherrlichung des Soldatentums wurde der Feuersturm von Alfred Hredlicka entgegengesetzt.

    Lenin ist verschwunden. Auch er hätte in seiner monströsen Größe von 19 m variiert werden können, wie auch das überfällige Marx-Denkmal in Trier statt 8,50 m auf 5,50 m kam.

  16. 12.

    Nein, denn den könnte man in der Ausstellung darstellen und auch in der Kirche könnte man eine Gedenktafel anbringen auf der steht, dass dort früher diese Schmähung hing und warum man sie abgenommen hat.

  17. 11.

    Da entscheiden mal wieder Menschen darüber, dass andere Menschen sich gefälligst nicht beleidigt zu fühlen haben bei Schmähungen, die gegen ihre Religion geht.
    Auch die Kirche selbst bekleckert sich nicht mit Ruhm, denn es hängt bei ihr davon ab ob die Plastik außen oder innen hängt um sie als Antisemitisch einzustufen, obwohl es das gleiche Gebäude ist.

    Wir haben also immer noch nichts aus der Geschichte dazu gelernt

    Für die privat finanzierten und verbauten Stolpersteine klopfen wir uns auf die Schulter als tolle Aufarbeitungsleistung (außer Bayern natürlich).
    Die damals gesellschaftlich unterstützten Schmähungen können wir aber nicht verlieren auch wenn sie heute noch immer ihre Wirkung nicht verfehlen. Die kryptische Aufklärung dazu ist weit unverständlicher als die kleine Plastik darüber.

    Woran ist nochmal der Echo 2018 kaputt gegangen? Genau. Antisemitismus.

    Willkommen in Deutschland im 21 Jahrhundert

  18. 10.

    Sie deuten mit heutigem Verständnis da etwas in diese über 700 Jahre alte Plastik rein, das sehr weit übers Ziel hinaus schießt. Das was die Kirche dort als Erklärung und wichtiger noch Einordnung in den zeitgeschichtlichen Zusammenhang als Kompromiss gefunden hat, ist doch völlig OK.
    Zumal es sich bei diesem Gebäude um ein Baudenkmal handelt. Kloppen Sie mal ein Stück Fassade von einem Baudenkmal ab! Das ist ein Behörden-Hürdenlauf ohne Ende...

  19. 9.

    Dann fehlt aber der geschichtliche Kontext zur Kirche und dem Glauben daaaaamals!

  20. 8.

    Ich sehe das genauso. Diese Schmähungen an Ort und Stelle zu lassen empfinde ich so, als wäre das ganz im Sinne der Hersteller dieser Plastiken. Ich finde auch man sollte sie abnehmen , also nicht zerstören, und an anderer Stelle im richtigen Kontext mit den richtigen Aufklärungsschildern ausstellen, um die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Aber sie an den Kirchen zu belassen würde ich als Mensch jüdischen Glaubens auch als verletzend empfinden.

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