Lübben im Spreewald - Behörden prüfen Hirschtötung eines Jägers im Gartenteich

Mi 18.01.23 | 21:17 Uhr
Ein Jäger, der einen Hirsch in einem Gartenteich im Spreewald getötet hat sitzt auf einem Baumstamm. Nach Bekanntwerden eines Videos zur Tötung eines verletzten Hirsches in einem Gartenteich im Spreewald haben sich Behörden eingeschaltet. Es entbrannte ein Streit darüber, ob der Jäger mit seinem Vorgehen in Lübben gegen das Jagd- und Tierschutzrecht verstoßen hatte. (Quelle: dpa/TNN)
Audio: rbb24 Inforadio | 18.01.2023 | Daniel Friedrich | Bild: dpa/TNN

Nachdem ein Jäger in Lübben (Dahme-Spreewald) einen verletzten Hirschen in einem Teich mit einem Messer getötet hatte, hat das Veterinäramt Oder-Spree Anzeige gegen den Mann erstattet. Ein Amtssprecher teilte mit, es solle nun geprüft werden, ob das Vorgehen des Jägers den Vorschriften entspreche.

Bereits vor vier Tagen waren Videoaufnahmen des Vorfalls bekannt geworden, die auf Medienseiten und in den sozialen Netzwerken verbreitet wurden. Unter anderem die Organisation Peta hatte dem Jäger Vorwürfe daraufhin gemacht. Dieser hat sich einen Anwalt genommen und weist die Kritik an seinem Vorgehen zurück.

Video zeigt, wie Jäger Hirsch mit mehreren Messerstichen tötet

Auf dem Video ist zu sehen, wie der Jäger den Hirsch mit mehreren Messerstichen tötet und mit dem verletzten Tier ringt. Die Szene dauert dem im Internet verfügbaren Video zufolge mehrere Minuten.

Der Jäger erklärte nun über seinen Anwalt, er sei von einem Jagdrevierinhaber angerufen worden, weil ein junger Rothirsch angeschossen wurde. Das verletzte Tier soll in den Schwimmteich geraten, aber nicht mehr selbst heraus gekommen sein. Da sich Schaulustige versammelt hätten und es Nachbarbehausung gebe, sei es nicht möglich gewesen, den Hirsch mit einem Schuss zu erlegen, so die Anwaltskanzlei. Das Erlegen mit einem Abfangmesser sei "alternativlos" gewesen. Ihr Mandant habe das Tier weidgerecht und legal durch Einstechen hinter das Schulterblatt getötet.

Szenerie "kann auf jagdlich unerfahrene Personen erschreckend wirken"

"Dadurch, dass die Erlösung des zwar sehr schwer verletzten, aber dennoch agilen Tieres von dessen Leiden unter äußerst ungünstigen Umständen im Gartenteich erfolgen musste, kann die Szenerie auf jagdlich und wildbiologisch unerfahrene Personen erschreckend wirken", wird der Anwalt des Jägers von der dpa zitiert. Unterstützung bekommt er vom Geschäftsführer des Landesjagdverbands, Kai Hamann. Er teilte mit, er könne "keinen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz feststellen".

Bereits nach Bekanntwerden des Videos hatten mehrere Medien über den Fall berichtet. Die Tierrechtsorganisation Peta kündigte an, Anzeige erstatten zu wollen. Zunächst war bei den Staatsanwaltschaften Frankfurt (Oder) und Cottbus sowie bei der Polizeidirektion Brandenburg Süd laut dpa aber keine Anzeigen eingegangen. Diese hat nun das Veterinäramt erstattet, um den Fall klären zu lassen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 18.01.2022, 21 Uhr

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